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Sudeten-Durchquerung Teil 1: Zöptau – Kamionki

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Blick zurück vom Wetzsteinkamm zum Altvater
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Blick zurück vom Wetzsteinkamm zum Altvater © gipfelwelt.net

Auf meiner selbst entworfenen Sudeten-Durchquerung Teil 1 folgte ich überwiegend dem E4 durch Altvatergebirge, Schneegebirge, Warthagebirge und Eulengebirge.

Tag 1: Sobotín/Zöptau – Praděd/Altvater (5 h, 22 km)

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Schloss Sobotín
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Schloss Sobotín © gipfelwelt.net

Meine Sudeten-Durchquerung Teil 1 begann im kleinen Ort Sobotín, deutscher Name Zöptau, im historischen tschechischen Land Mähren. Am Fuße der Sudeten gelegen, besteht der Ort aus kaum mehr als einem Bahnhof. Hierhin hatte mich ein charmanter kleiner Zug gebracht, der im Prinzip nur aus einem Waggon bestand.

Bei eher trübem und kaltem Wetter mit gelegentlich ein paar Sonnenstrahlen machte ich mich an den Aufstieg in das Altvatergebirge, auch Hohes Gesenke genannt. Dazu passierte ich zunächst das Stadtschloss von Sobotín und erkannte alsbald den Grund, warum ich nicht durch den Schlosspark gehen konnte: Es ist inzwischen ein Resort, wo du bei Bedarf einen gediegenen Einstieg in die Tour finden kannst.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Blick zurück auf Sobotín
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Blick zurück auf Sobotín © gipfelwelt.net

Ich folgte weiß-blau-weißen Markierungen aus dem Ort hinaus. Die ersten zwei Stunden ging es etwas langweilig zunächst durch viel Wald bergan. Ich musste ein kurzes Stück der Landstraße 11 folgen bis zur Chata Ztracenka (Einkehrmöglichkeit). Kurz vor der Landstraße konnte ich zum ersten Mal den Turm auf dem Altvater sehen, mein heutiges Etappenziel.

Dahinter ging es neben einem Bachlauf wieder durch Wald weiter hinauf bis zum Restaurant Skřítek (Einkehrmöglichkeit) bei einem Wanderparkplatz. Hier gibt es auch eine Bushaltestelle. Es ist empfehlenswert, dir einen Transport bis hier zu organisieren, um dir die ersten zwei langweiligen Stunden zu ersparen. Vielleicht kannst du auch herausfinden wie der Bus funktioniert, ich habe keine verständlichen Informationen gefunden.

Nun bekam der Weg endlich Bergwandercharakter, wenngleich es weiter durch den Wald bergauf ging. Nach einem Rastplatz führte der Weg weiter mit weiß-grün-weißen Markierungen ins Naturreservat Břidličná/Gesenke hinein und wurde wilder und steiler, brachte mich jedoch alsbald zu einem ersten tollen Aussichtspunkt an der Ztracené kameny. Hier hatte ich auch den Sudeten-Hauptkamm erklommen.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Ztracené kameny
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Ztracené kameny © gipfelwelt.net

Auf dem sehr schönen Kammweg lag noch relativ viel Schnee und es wurde jetzt etwas anstrengender zu gehen. Er ist sehr gut mit Stangen markiert. Am Pecny (1.334 m) gab es wieder einen schönen Aussichtspunkt. Weiter ging es durch viel Schnee auf dem Grat mit sehr gutem Weitblick, wobei der Fernsehturm auf dem Altvater jetzt immer näher rückte. An der großen Quelle Jelení studánka kannst du Wasservorräte erneuern. Kurz vorher hatte ich übrigens den Fernwanderweg E3/Budapest-Eisenach erreicht, dem ich auf der ersten Hälfte meiner Sudeten-Durchquerung überwiegend folgte.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Kammweg mit Restschnee und Blick auf Altvater
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Kammweg mit Restschnee und Blick auf Altvater © gipfelwelt.net

So erreichte ich schließlich das kleine Altvater-Skigebiet, wo sogar noch eine Pistenraupe unterwegs war, obwohl der Schnee zum Skifahren überhaupt nicht mehr reichte. Nur ein tapferer Langläufer zog noch seine Bahn. Ich musste jetzt über die unansehnlichen Pisten absteigen in eine kleine Senke unterhalb des Gipfels. Hier traf ich auf eine Straße.

Es gibt diverse Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten die Straße entlang. Ich entschied mich für das Hotel Petrovy Kameny etwas unterhalb des Gipfels, das auf einem Vorsprung gelegen ist und tolle Talblicke bietet. Ich finde es für die einfache Beschaffenheit des in die Jahre gekommenen Hauses, über die der neu gestaltete Eingangsbereich hinwegtäuscht, allerdings zu teuer.

Tag 2: Altvater – Ostružná/Spornhau (6 h, 25 km)

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Abstieg vom Altvater
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Abstieg vom Altvater © gipfelwelt.net

Die nächste Etappe meiner Sudeten-Durchquerung Teil 1 begleitete mich weiter trübes und heute sehr kaltes Wetter mit sehr viel mehr Schnee. Zunächst ging es auf der gut eingeschneiten Straße weiter. Gerne verzichtete gerne auf die Besteigung des Altvater mit seinem riesigen Fernsehturm, Hotel und Parkplatz, auch wenn es mit 1.492 m der höchste Berg des Altvatergebirges ist. Stattdessen wählte ich den stark vereisten Weg hinab zur Švýcárna (bewirtschaftete Berghütte mit Quelle und schönem Aussichtspunkt). Teilweise war das eine recht gefährliche Kraxelei auf dem Eis, mir kamen sogar Leute mit Grödeln entgehen. Meine Continental-Sohlen brachten mich aber sturzfrei hinab zur Hütte.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: E3 hinter der Švýcárna-Hütte
Sudeten-Durchquerung Teil 1: E3 hinter der Švýcárna-Hütte © gipfelwelt.net

Kurz dahinter zweigte ich auf einen sehr schönen Weg ab, dem weiß-blau-weiß markierten E3 folgend, der mich auf dem Sudeten-Hauptkamm führte durch sumpfiges Gebiet. Große Abschnitte sind daher mit Holzpaneelen präpariert.

Auf mich wartete jetzt schon wieder der Abstieg durch ein Skiebiet, das Ski areál Červenohorské sedlo/Roterbergsattel. Hier gibt es Unterkünfte und Einkehrmöglichkeit. Die Landstraße 44 konnte ich auf einer Brücke unbehelligt überqueren und machte mich eilig an den nächsten Aufstieg, wobei ich eine hübsche Kapelle passierte.

Einige Zeit auf breitem Schotterweg, konnte ich hinter einem Rastplatz einen tolleren wilderen Weg der Via Czechia wählen und verließ daher den E3. Er führte mich, wieder teilweise auf Holzpaneelen, am Roten Berg vorbei. Direkt dahinter gibt es auf einem Nebengipfel mit Felsbrocken einen super Aussichtspunkt.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Steinfenster
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Steinfenster © gipfelwelt.net

Nach einem kurzen Stück bergab kam ich zum nächsten Aussichtspunkt Kamenné okno/Steinfenster. Danach traf ich wieder auf den E3 und entschied mich gegen die Schleife über den Vozka/Fuhrmannstein, er lohnt sich aber. Ich machte mich stattdessen direkt an den Anstieg auf den Keprník/Glaseberg (1.423 m), der mich in das Nationale Naturreservat Hochschar-Glaseberg führte. Der wilde Weg führte über viel Fels und war schön zu gehen. Die Aussicht auf dem Gipfel ist ebenfalls grandios und hier konnte ich nochmals den Altvater sehen, meinen heutigen Etappenstart.

Es blieb nur noch der Abstieg zunächst steil über den Fels, dann eher gemütlich durch den Wald und zur großen Abwechslung wieder mal einem Skigebiet, dem Ramzová. Ich musste es aber nicht queren, weil ich den E3 eh wieder verlassen wollte, um statt in Ramzová in Ostružná/Spornhau zu übernachten. Hier gibt es mehr und günstigere Unterkünfte und ich logierte im Aréal Skiland, das auch ein Restaurant und betreibt. Hier gibt es ansonsten noch einen Minimarkt und einen Bahnhof.

Im Restaurant des Hotels aß ich zu Abend, was mit sprachlichen Herausforderungen verbunden war, weil dieKarte nur auf Tschechisch war und die Bedienung quasi kein Englisch sprach. Die Kamerafunktion von Google Translate half mir, ein passendes Gericht zu finden.

Tag 3: Ostružná/Spornhau – Lądek-Zdrój/Bad Landeck (7:45 h, 31 km)

Spornhau befindet sich kurz vor der polnischen Grenze, und hier wechselte auf meiner Sudeten-Durchquerung Teil 1 auch die Gebirgsgruppe vom Altvatergebirge zum Glatzer Schneegebirge. Wenn du weiterhin dem höchsten Grat der Sudeten folgen willst, musst du weiter dem E3 folgen, der jetzt einen Schwenk nach Westen direkt zum namensgebenden Glatzer Schneeberg macht. Dann führt der E3 allerdings direkt wieder zurück nach Osten. Du kannst aber ab dem Glatzer Schneeberg auf dem GSS weiter bis Bad Landeck gehen. Das ist auf jeden Fall sehr lohnend, allerdings durch die damit verbundene Westschleife mit großem zeitlichem Mehraufwand verbunden. Zudem musst du die Bergstation des Sessellifts auf den Czarna Góra/Schwarzerberg passieren, was ich auch immer gern vermeide.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Grenzweg über Spornhau
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Grenzweg über Spornhau © gipfelwelt.net

Im Sinne des Trekkings und einer Dramaturgie mit mehr Verbindungscharakter statt Zickezacke entschied ich mich also für den nicht ganz so hohen Nebengrat, der die direkte Verbindung nach Bad Landeck und auch ein paar gute Aussichtspunkte bietet, wenngleich weite Strecken etwas eintönig durch den Wald führen. Immerhin begleitete mich so das Panorama des Glatzer Schneebergs fast den ganzen Tag.

Leider war mir heute immer noch keine Sonne vergönnt, aber ich startete bei viel milderen Temperaturen. Zunächst folgte ich den weiß-grünen Markierungen aus dem Ort hinaus und immer höher aufsteigend durch den Wald, bis ich einem Abzweig übergehen konnte zum Kammweg, auf dem die Via Czechia verläuft. Dieser führte mich an einem schönen Aussichtspunkt vorbei auf den Brousek/Wetzstein-Kamm (1.116 m) mit fantastischem Rundumblick und Aussicht bis weit zurück zum Altvater. Über den Gipfel verläuft die Landesgrenze Tschechien-Polen und ich erreichte Niederschlesien.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Wetzsteinkamm © gipfelwelt.net

Auf dem Grenzweg, der durch Steine mit roten Hauben markiert ist, arbeitete ich mich den Kamm entlang mit mal mehr, mal weniger guter Aussicht. Dann stieg ich ins polnische Bielice/Bielendorf ab, wo ich dem wilden Flusstal des Biała Lądecka folgte. Hier kannst du Wasservorräte aufstocken und auch ein Bad nehmen.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Abstieg nach Bielendorf
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Abstieg nach Bielendorf © gipfelwelt.net

Nach einem kurzen Stück ging es aber auf etwas wilderem Weg den Wald hinauf im stetigen Anstieg bis zum Czernika/Schwarzerberg (1.083 m). Als Gipfel nicht zu erkennen, gibt es hier einen tollen Aussichtsturm, den du unbedingt besteigen solltest.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Aussichtsturm Schwarzerberg © gipfelwelt.net

Ich stieg ein Stück ab auf schönem Waldpfad und traf wieder auf den E3, der hier leider auf einer geteerten (wenngleich nicht befahrenen) Straße verläuft. Es folgte ein sehr langes eintöniges Stück durch Wald, dann wechselte ich wieder auf einen schöneren Pfad und stieg schließlich nach Stary Gierałtów ab. An einer Ruine ging es über eine Brücke wieder über den Biała Lądecka und auch mal wieder eher langweilig auf den Karpiak/Karpenstein (781 m). Hier befindet sich in Ruinenresten ein großartiger Rastplatz.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Ruine Karpenstein
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Ruine Karpenstein © gipfelwelt.net

Im Wald begegnete ich jetzt mehreren Felsgruppen und es gab ein kleines bisschen Kraxelei, bis mich auf dem Trojack/Dreiecker (765 m) eine sensationelle Aussichtsbrücke überraschte mit weiten Blicken über den Sudeten-Hauptgrat und mein heutiges Etappenziel Landeck.

Ziemlich ausgepowert von der langen Strecke stieg ich geschwind noch die letzten Kilometer in den Ort ab und hatte zum Glück ein Hotel gleich am Orsteingang gewählt. Bad Landeck ist eines der ältesten Heilbäder Europas mit wunderschöner Bäderarchitektur rund um den Park Zdrojowy im. Jana Pawła II und hat einen sehr hübschen Marktplatz, ist aber sehr gezeichnet von einer Flutkatastrophe. Momentan finden immer noch große Renovierungsarbeiten statt. Der touristische Ort bietet dir eine umfangreiche Infrastruktur mit Hotels*, Restaurants, Supermarkt und Bahnhof. Von internationalem Tourismus kann man allerdings nicht sprechen, sodass die Essensbestellung am Abend auch wieder nur mit der Kamerafunktion von Google Translate möglich war.

Tag 4: Lądek-Zdrój/Bad Landeck – Bardo/Wartha (7:45 h, 32 km)

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Bad Landeck
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Bad Landeck © gipfelwelt.net

Ob ich jemals die Sonne sehen würde? Auch der vierte Wandertag auf meiner Sudeten-Durchquerung Teil 1 war ein grauer Tag, wenigstens blieben die Temperaturen weiterhin mild.

Heute konnte ich im Schneegebirge nicht dem höchsten Kamm folgen, da dieser nach Złoty Stok in die Niederungen führt und dann nicht mehr sinnvoll als Trekkingroute einzubinden ist. Also ging ich weiter auf dem E4 einen anderen Kammverlauf entlang. Erst mal musste ich aber eine Stunde lang aus Bad Landeck hinaus auf Straßen gehen, immer der Landecker Biele folgend, die hinter dem Ort zumindest ein recht hübsches Uferpanorama entfaltet.

In Radochów (Reyersdorf) überquerte ich den Fluss auf einer Brücke und stieg zu einer Kirche mit breit angelegter Terrasse auf. Jetzt ging es endlich in die Berge. Allerdings sind diese hier so niedrig, dass es sich wieder mal um endlose Waldwege handelte, teilweise auf Forstwegen, teilweise auch auf etwas schöneren wilden Pfaden. Ich gelang in den Landschaftsschutzpark Schneegebirge und passierte ein Wasserschutzgebiet. Danach folgte ich lange einem Bachlauf, an dessen oberem Ende du dich gut mit Trinkwasser versorgen kannst. Alsbald musste ich bis zum Ende der heutigen Etappe regelmäßig Mountainbike-Routen queren.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Aussichtsturm Glatzenkoppe
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Aussichtsturm Glatzenkoppe © gipfelwelt.net

Nach der Überquerung der stark befahrenen Landstraße 46 ging es etwas höher hinauf und an der Kłodzka Góra/Glatsenkoppe (757 m) gab es jetzt wenigstens mal ein Highlight: Einen ganz neuen extrem hohen Aussichtsturm mit mehreren Plattformen.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Aussichtsturm Warthaberg © gipfelwelt.net

Nach einer gefühlten Ewigkeit mit immer gleichen Waldkreuzungen der Mountainbike-Routen mit dem E4 erreichte ich in einem kleinen Anstieg die Kirche auf dem Kalwaria/Warthaberg (575 m). Sie bildet den Endpunkt von drei verschiedenen mit kunstvollen Tafeln gestalteten Kreuzwege, der von Wartha aus begangen werden können.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Übergang nach Wartha
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Übergang nach Wartha © gipfelwelt.net

Der E4 führte mich jetzt einen der Kreuzwege hinab in den Ort, vorbei an einer Kapelle mit einem schönen Brunnen, wenn du nochmal Wasser nachfüllen willst. Bald sah ich die alles überragende Basilika des über dem Nysa Kłodzka-Tal gelegenen berühmten Pilgerortes. Der E4 führte mich an der Basilika vorbei und dann hinaus an den Ortsrand zum Hotel Bardo. Das ist sicher die gediegenste Unterkunftsoption mit delikater Küche und schönem Wellness-Bereich. Ansonsten bietet das wichtige Reiseziel aber eine breite Infrastruktur mit Minishops, Unterkünften, Gastronomie und Bahnhof.

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Wartha
Sudeten-Durchquerung Teil 1: Wartha © gipfelwelt.net

Tag 5: Bardo/Wartha – Kamionki/Steinkunzendorf (7:45 h, 33 km)

Die letzte Etappe der Sudeten-Durchquerung Teil 1 startete wie die vorherige geendet hatte bei grauem, diesigem Wetter und über etwas beliebige Waldwege auf dem E4. Heute durchquerte ich im ersten Teil der Etappe das kleine Warthagebirge. Ich entdeckte einen Salamander, der sich in aller Ruhe fotografieren ließ. Das war die einzige Abwechslung. So kilometerte ich bis kurz vor die Ortschaft Srebrna Góra, wo ich ein kleines Stück auf einer Straße gehen musste, aber zum Glück bald wieder in den Wald hinein konnte. Oberhalb des Orts realisierte ich eine Abkürzung des E4, indem ich vor der tollen Viaduktbrücke steil ins Tal hinab stieg.

Srebrna Góra ist ein Besuchsmagnet dank der Twierdza Srebrna Góra/Festung Silberstein aus dem 18. Jahrhundert. Ich machte mich an den Zustieg zur Festung auf einem geteerten Fußweg, der mich stark an die Situation beim Schloss Neuschwanstein erinnerte. Der E4 führt einmal komplett an der eindrücklichen Anlage vorbei. Nach Passieren des Eingangstors ging es auf der Außenmauer des Festungsgrabens einen spektakulären Weg weiter.

Nun erreichte ich bereits die nächste Gebirgsgruppe, das Eulengebirge. Ich gewann an Höhe und ging nun größtenteils auf schönen und wilden Waldpfaden den Hauptkamm entlang. Der E4 verlässt diesen aus unerklärlichen Gründen alsbald und führt durch Senken und sogar ein ganzes Stück auf einer Landstraße entlang, sodass ich wieder mal auf den weiß-rot-weiß markierten GSS auswich. Die Landstraße querte ich im Verlauf auch einmal.

Später machte ich aufgrund des diesigen Wetters nicht von dem Abstecher auf dem Żmij/Ottenstein (887 m) und dem Aussichtsturm am Kalenica/Turmberg (964 m) Gebrauch.

Jippie! Endlich wieder mal ein Skihang! Wenn du den Skihang nach Südwesten absteigst, kommst du zur bewirtschafteten Zygmuntówka-Hütte. Ich stieg aber hinab zur Passstraße am Przełęcz Jugowska/Hausdorfer Plänel (805 m). Dieser musste ich ganz kurz nach Norden folgen, dann brachte mich ein weiß-grün-weiß markierter Weg zum heutigen Tagesziel.

Steinkunzendorf ist nur eine lange Straße mit ein paar Häusern, eines der letzten Objekte ist das Drakulaschloss-ähnliche Anwesen meiner sehr einfachen Unterkunft Wilcza Łapa. Ich erkannte gar nicht, was davon der Hoteleingang ist und musste anrufen, dass mich jemand aufsammelt. Zu Abend speiste ich sehr vorzüglich im anderen Hotel des Orts Sowia Dolina. Etwas weiter unten im Ort gibt es einen Minimarkt.

Karte und GPS-Route Sudeten-Durchquerung

Alle Infos und Tourenberichte Sudeten-Durchquerung

Sudeten-Durchquerung Teil 1: Zöptau – Kamionki

Sudeten-Durchquerung Teil 2: Kamionki – Schreiberhau

Sudeten-Durchquerung Vorbereitung

Beitrag zuletzt aktualisiert am 07.05.2026 von Raffaele

2 Kommentare zu „Sudeten-Durchquerung Teil 1: Zöptau – Kamionki“

  1. Witzig, ich bin auch gerade mal wieder in den Sudeten aber mit Zelt. Werde morgen einen Teil der Route laufen, die du auch gemacht hast. Übermorgen dann auf den Glatzer Schneeberg hoch. Einfach eine superschöne Gegend:)

    1. Oh das ist ja wirklich ein witziger Zufall! Ja ist ne schöne Ecke, auch wenn letzten Endes nichts gegen das Finale im Riesengebirge ankommt. Machst du Wildcamping? Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Spaß und wenig Regen!

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