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Auen

Typische Auen Landschaft
Typische Auen-Landschaft © gipfelwelt.net

Auen kommen im Hochgebirge vor genauso wie im Flachland. Man bezeichnet damit die natürlichen Überflutungsflächen von Bächen und Flüssen. Die Definition.

Aus unseren Breitengraden können wir das charakteristische Landschaftsbild der Auen sehr gut. Denn wir finden Auen (singular die Aue) in Regionen vor, wo es aufgrund der klimatischen Bedingungen zu häufigen Wasserstandswecheln kommt. Dort treten Bäche und Flüsse regelmäßig über die Ufer und prägen eine wasserreiche Landschaft. Das ist etwa in niederschlagsreichen Regionen der Fall. Oder auch in allen Regionen, wo es im Winter schneit und im Frühjahr die Schneeschmelze die Wasserstände hochtreibt.

Auch im Hochgebirge zeigt sich diese Landschaftsformation unterhalb von Endmoränen der Gletscher, die mal mehr, mal weniger viel Schmelzwasser abgeben. In Bergregionen sind durch diese Gletscheraktivitäten, die einen Einfluss auf den Wasserstand der Fließgewässer ausüben, oft ganze Täler durch Auen gestaltet worden.

Egal ob im Hochgebirge oder im Flachland: Die Natur kann Auenlandschaften vor allem überall dort gestalten, wo Wasserläufe ihrem natürlichen Lauf folgen können. Im Übergang zum Flussbett finden wir außerdem oft eine Zwischenebene vor, die durch Sedimentation und unterschiedliche Wasserstände ausgeschürft worden ist: Die Böschung. Breite und schnelle Flüsse formen diese Zwischenebene aus.

Auen sind der natürliche Hochwasserschutz

Die Auenlandschaft ist ein wichtiges Element des natürlichen Hochwasserschutzes. So bildet der über die Ufer tretende Fluss je nach aufkommenden Wassermengen ein weit verzweigtes System aus Flussarmen, Ebenen, Schotter- und Schlammbänken. Dieses kann im Falle von Hochwasser große Wassermengen speichern und hilft damit, Überschwemmungen zu vermeiden.

Auen sind auch für die Artenvielfalt unverzichtbar, denn sie bieten den notwendigen Lebensraum für eine reichhaltige Flora und Fauna. Häufig spricht man von “saftigen Auen”, da die feuchte Landschaft beste Bedingungen für eine Vielzahl von Grünpflanzen bis hin zu Wäldern bietet. Der Auenwald entsteht entsprechend aus Baumarten, die große Wassermengen und stehendes Wasser mögen. Süßwasserfische und Amphibien finden in der feuchten Uferzone benfalls einen wichtigen Lebensraum. Vor allem können sie hier gute Laichplätze ausmachen und so ungestört ihren Nachwuchs züchten. Daher sind auenbildende Wasserläufe in der Regel sehr fischreich.

Bedeutung für das Bergwandern

Für uns wanderaffine Menschen haben die weit auslaufenden Uferlandschaften in wasserreichen Gegenden eine große Bedeutung. Denn Flussläufe sind ein wichtiger Ausgangspunkt für das Anlegen von Weit– und Fernwanderungen. Viele der heute begangenen Wanderwege haben einen historischen Ursprung und beruhen auf alten Wegen, mit denen das Hochgebirge für die Tierzucht, den Handel, die militärische Sicherung oder das Pilgern erschlossen wurde.

Wasser sucht sich entlang der Falllinie immer den direktesten Weg, wovon auch jeder profitiert, der zu Fuß unterwegs ist. Außerdem verlaufen Flüsse immer am tiefsten Punkt eines Gebirgstals, wo dementsprechend die Höhendifferenz am geringsten ist und das Tal mit so wenig Höhenmetern wie möglich begangen werden kann. Dies alles wirkt sich energiesparend für eine Wanderroute aus. Nicht zuletzt sind Bach- und Flussläufe ziemlich offensichtliche Orientierungspunkte.

Daher verlaufen Weit- und Fernwanderwege also sehr häufig über weite Abschnitte an Ufern. Da Auenlandschaften reich an Pflanzen und Bäumen sind, bieten sie auch dem Wanderer Schutz vor der Sonne, und in der wasserreichen Zone gibt es Möglichkeiten, Trinkwasser zu finden. Sie sind also gute Unterstützungszonen gerade bei langen Trekkingtouren.

Generell kann es mit der Zeit allerdings etwas langweilig werden, in der Uferzone zu wandern. Denn die Sicht ist durch die üppige Vegetation oft stark eingeschränkt. Deswegen ist es dann oft ein sehr toller Moment, wenn du einem Flusslauf bergauf folgst und dann aus der Auenlandschaft heraus in die Hochgebirgswelt gelangst. Der Fluss wird zum Bach, mit zunehmender Höhe reißt das Panorama auf und es ist ein sehr erhabenes Gefühl, das Flusstal zurück zu blicken und zu sehen, was du schon alles an Strecke hinter dich gebracht hast.