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Trekking

Trekkinglager mit Besuch
Trekkinglager mit Besuch © gipfelwelt.net

Trekking (vom englischen “trek”) ist die Definition für Weit- und Fernwanderungen zu Fuß oder mit Fahrzeugen, wobei typischerweise im Zelt übernachtet wird.

Für viele Individualurlauber ist es das größte und schönste Freiheitsgefühl, weite Strecken zurückzulegen und so ein Land oder eine Region sehr intensiv und individuell kennenzulernen. Um die Individualität und Unabhängigkeit größtmöglich zu gestalten, gehört es dabei zum Konzept, im Zelt zu übernachten. Egal ob als Wildcamping oder auf dem Campingplatz: Wann immer der Wunsch besteht, eine Pause einzulegen, wird einfach angehalten und das Zeltlager aufgeschlagen. Alle wichtigen Dinge befinden sich im Gepäck, sodass ein weitestgehend autarkes Leben möglich ist und nur ab und zu mal frische Lebensmittel nachgekauft werden müssen.

Der allgemeine Begriff für diese Art des Reisens ist das Trekking. Auf mehrwöchigen Touren ein Land, eine Region oder ein Gebirge zu erkunden und zu durchkämmen, scheint eine tiefe Sehnsucht des Menschen zu erfüllen. Einfach immer weiter ziehen, anhalten und länger bleiben wo es uns gefällt, offen sein für Begegnungen und Erlebnisse, sich einfach treiben lassen. Ein ganzes Film- und Literaturgenre widmet sich diesem Gefühl, von Roadmovies über Abenteuerliteratur bis hin zu Survivalguides.

Das gewählte Fortbewegungsmittel ist dabei sekundär. Wir Bergwanderer gehen zu Fuß und ohne technische Hilfsmittel und halten dies für die einzig wahre Fortbewegung. Das Fernwandern erfüllt neben der Reisesehnsucht dabei noch ein zweites tief in uns verwurzeltes Bedürfnis nach Bewegung, denn unser gesamter Bewegungsapparat ist auf das Gehen ausgerichtet und kommt im modernen Alltag regelmäßig zu kurz.

Doch auch mit dem Pferd oder Maultier, Paddelboot, Fahrrad, E-Bike, Motorrad oder Auto lassen sich entsprechende Touren gestalten. Der Boom mit Campingbussen hält derweil auch schon ein paar Jahrzehnte an, hier hast du deine Unterkunft auch gleich mit dabei. Die gewählten Wege sind je nach Fortbewegungsmittel natürlich andere, von einsamen Bergpfaden über gute Radwege, Wasserwege bis hin zu geteerten Straßen. Doch an wem wäre es zu urteilen, was davon nun das einzig wahre Trekkingabenteuer ist.

Trekkingtouren dauern mehrere Tage

Das Wort bezieht sich also nicht auf das “wie”, sondern auf das “was”. Denn von einer Trekkingtour spricht man erst, wenn es sich um eine mehrtägige Unternehmung handelt. Typischerweise bewegt man sich fernab der Zivilisation in der Wildnis und übernachtet als Selbstversorger im Zelt.

Was ist die genaue Bedeutung von Trekking? Ob der Begriff als falscher Anglizismus im deutschen Sprachraum entstanden ist oder als echter Anglizismus hier Verbreitung gefunden hat, lässt sich wahrscheinlich nicht mehr genau sagen. In der Enzyclopaedia Britannica taucht er nicht auf. Der Trek, der Marsch, steckt jedenfalls in diesem Wort. Die extremste Form ist die Expedition. Allerdings ist es natürlich kein trennscharfer Begriff und die Übergänge zum Hüttenwandern oder anderen Varianten mehrtägiger Touren sind fließend.

Die erforderliche Ausrüstung

Egal welches Fortbewegungsmittel du für deine Tour wählst, ist es eine entscheidende Frage für das Trekking, wie viel Gewicht du mitschleppst. Je weniger, desto geringer ist auch das Packvolumen, und das wird sich sehr positiv auf dein Erlebnis auswirken. Deine gesamte Ausrüstung sollte maximal 5 Kilogramm wiegen.

Hier findest du meine stetig aktualisierte Ultraleicht-Trekking-Packliste >>

Für die Planung von mehrtägigen oder sogar mehrwöchigen Touren ist tatsächlich keine wahnsinnig umfangreiche Ausrüstung erforderlich. Die wichtigste Frage ist, welches Trekking-Zelt du einpacken solltest. Hier solltest du nicht am falschen Ende sparen und ein möglichst leichtes und geräumiges Zelt suchen. Schließlich ist es auf der Tour dein Zuhause. Gute Zelte wiegen weit unter einem Kilo und haben eine hohe Wassersäule.

Für eine gute Nachtruhe solltest du dir auch eine gute aufblasbare Trekking-Isomatte und einen Drei-Jahreszeiten-Schlafsack zulegen. So frierst du nicht in der Nacht und bist vor der Kälte vom Boden und von außen gut geschützt. Ein Trekking-Handtuch aus Mikrofaser hat kaum Gewicht und trocknet schnell.

Für die Selbstversorgung benötigst du noch einen Trekking-Kocher und Geschirr. Hier empfiehlt sich das leichte und robuste Flugzeug-Aluminium oder Titan als Material. Für die Verpflegung kannst du auch auf Trekking-Nahrung aus dem Supermarkt zurückgreifen, nämlich alles was gefriergetrocknet ist. Angefangen beim Kaffee und Porridge für ein warmes Frühstück bis hin zu Tütensuppen. Wenn du mal in einer Ortschaft oder einem großen Campinplatz mit Supermarkt bist, kannst du dann natürlich auch frische und leckere Lebensmittel zubereiten. Diese solltest du aufgrund des Gewichts und der Verderblichkeit aber nicht transportieren.

Trekking und Bergwandern

Besonders für den Bergwanderer, der seine gesamten Habseligkeiten im Rucksack auf dem Rücken trägt, ist das Packgewicht und -volumen extrem entscheidend. Deswegen hat sich als Disziplin das Ultraleicht-Trekking entwickelt, dem auch ich mich verschrieben habe. Schau dich doch mal auf meiner Packliste um.

Neben Zelt, Isomatte und Schlafsack ist es beim Wandern auch eine ganz wichtige Frage, welcher Trekking-Rucksack geeignet ist. Du brauchst ein Volumen von 45 Litern, damit du alles gut verstaut kriegst. Achte auch auf ein wasserdichtes Außenmaterial und ein geringes Leergewicht. Es gibt mittlerweile viele große Rucksack-Modelle, die nur um die 800 Gramm wiegen.

Warum Trekkingstöcke? Weil du sie für den Zeltaufbau verwenden kannst und so keine extra Zeltstangen mitschleppen musst. Außerdem entlasten sie bei Auf- und Abstiegen die Gelenke.

Wieso Wanderschuhe? Ebenfalls zur Schonung der Gelenke haben sie gut gedämpfte Sohlen. Die Außensohlen sind rutschfest, sodass du auf nassen und gefährlichen Untergründen einen sicheren Tritt hast. Das wasserdichte Außenmaterial schützt dich ebenfalls vor den Elementen.

Wenn du nach schönen Trekking-Wegen suchst, so finde ich beispielsweise die Seite Waymarked Trails ganz gut. Da kannst du rund um den Globus nach offiziellen Wegen suchen und diese auch gleich als GPS für eine Outdoor-App herunterladen. Wenn du dich für eine Weit– oder Fernwanderung entschieden hast, ist in jedem Fall ein Trekking-Guide sehr nützlich, der die Touren etappengerecht aufarbeitet und alle praktischen Infos für unterwegs sammelt. Denn natürlich solltest du dir überlegen, wie viele Kilometer am Tag zu bewältigen sind und wo du dann übernachten kannst. Realistisch ist in flachem Geländer 20 bis 25 Kilometer. Je steiler das Gelände, desto weniger Kilometer sind zu bewältigen.

Beim Trekking in den Alpen profitierst du von der hervorragenden Hüttenstruktur. Somit brauchst du nicht im Zelt zu übernachten. In Frankreich ist aber sonst auch das Wildcamping fast überall erlaubt, in den anderen Alpenländern hingegen größtenteils verboten.

Für das Trekking in Deutschland kannst du mit den Trekking-Camps im Schwarzwald, der Sächsischen Schweiz, aber auch immer mehr anderen schönen Regionen sehr wild unterwegs sein.