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Wildcamping

Wildcamping in den französischen Alpen
Wildcamping in den französischen Alpen © gipfelwelt.net

Als Wildcamping wird das Übernachten im Zelt in freier Natur ohne Infrastruktur bezeichnet. In Bergregionen ist dies vielerorts legal möglich. Die Definition.

In der freien Natur zu übernachten, ist für viele Fans des Bergwanderns das größte Glück. Denn noch mehr lässt sich das Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit kaum steigern, als inrgendwo an einem schönen, einsamen Platz sein Nachtlager aufzuschlagen.

Beim Biwakieren, wie wir Bergwanderer sagen, also dem Behelfslager im Zuge von Bergtouren, wird ohne oder mit kleinem Zelt übernachtet. Das weicht dabei in mancherlei Hinsicht von der Übernachtung auf dem Campingplatz und damit vom eigentlichen Camping ab. Vor allem, weil sich an einem Wildcamping-Platz keinerlei Infrastruktur befindet. Es ist also etwas Kenntnis erforderlich, was für Stellen sich dafür eignen. Und alles, was für eine gute und sichere Übernachtung inklusive Verpflegung nötig ist, muss selbst mitgebracht werden.

Wildcamping-Ausrüstung

Die wichtigsten Dinge, die du für das Wildcampen an Ausrüstung benötigst, sind neben dem Zelt eine Isomatte und ein Schlafsack. Da du dich in der Regel selbst verpflegen möchtest, brauchst du auf deiner Packliste für das Wildcampen auch einen Kocher, Kochgeschirr und Proviant.

Am wenigsten Packgewicht hat gefriergetrocknete Nahrung, die du einfach mit heißem Wasser zubereiten kannst. Biologisch abbaubare Reiseseife und ein Reisehandtuch für die Hygiene runden deine Packliste ab. Wenn du zu Fuß unterwegs bist, ist außerdem ein großer Trekkingrucksack erforderlich, in dem du alle diese Dinge verstauen und gut auf dem Rücken transportieren kannst. Der geeignete Rucksack für das Wildcamping sollte neben einem Volumen von etwa 45 Litern auch ein wasserdichtes Außenmaterial haben.

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Der geeignete Wildcamping-Platz

Genauso wichtig wie eine gute Ausrüstung ist auch die richtige Platzwahl, um das Wildcamping-Lager aufzuschlagen. Ganz grundsätzlich benötigst du Zugang zu einem fließenden Gewässer, sonst wird es sehr schnell ungemütlich. Trinken, kochen und waschen sollten schon möglich sein, damit du deine Übernachtung in der freien Natur auch genießen kannst. Aus stehenden Gewässern solltest du unter gar keinen Umständen Wasser verwenden, ohne es aufzubereiten, da sich hier oft Bakterien tummeln und die Wasserqualität fragwürdig ist.

Deine Campingstelle sollte aber nicht zu nah am Wasser gelegen sein. Denn sonst wirst du morgens eine feuchte Überraschung erleben, wenn alles von Morgentau überzogen ist. Dieser tritt in Auen nämlich sehr intensiv auf und Grundwasser kann zusätzlich in der Nacht aufsteigen und alles unter Wasser setzen. Wo schon Wasser ist, da hat es sich nicht ohne Grund seinen Weg gesucht, und kann überraschend stark an Menge zunehmen.

Hier findest du alle meine Touren, Tests und Tipps zum Thema Wildcamping >>

Ebenso ist es zu vermeiden, zu dicht unter Bäumen oder am Fels zu übernachten. Herunterfallende Äste bei Stürmen können lebensgefährlich werden genauso wie Blitze bei Gewitter, die sich Bäume und Felswände als Ableiter suchen.

Wo Wildcamping legal ist

In welchen Ländern ist das Wildcampen erlaubt? Im deutschsprachigen Raum haben wir eine etwas verkehrte Welt, denn Wildcamping in Deutschland ist so gut wie überall verboten. Nur für das Wildcampen in Brandenburg gibt es einige Optionen, da hier das Jedermannsreccht gilt, allerdings mangelt es dem Bundesland bekanntermaßen an Bergen. Für Wassersportler hingegen ist das genial, denn beispielsweise im Rahmen von Kanutouren in der reichen Seen- und Flusslandschaft kann das einsame Zeltlager vielerorten aufgeschlagen werden. Ansonsten gibt es für das Wildcampen in Deutschland einen Lichtblick durch die verstärkte Errichtung von Trekkingplätzen.

In sehr vielen anderen Ländern der Erde sieht das ganz anders aus. Grundsätzlich sind die Länder mit Jedermannsrecht eine gute Option. Sie gestatten das Wildcamping in der Wildnis im ganzen Land. Die skandinavischen Länder leben das Jedermannsrecht auch sehr konsequent, sodass das Wildcamping in Dänemark, das Wildcamping in Schweden und das Wildcamping in Norwegen fast uneingeschränkt ausgeübt werden kann. Das Wildcamping in der Schweiz hingegen, wo auch das Jedermannsrecht gilt, wird in den allermeisten Naturschutzgebieten untersagt, und damit dort, wo es uns Bergwanderer normalerweise hinverschlägt.

Das Länderrecht ist für Bergtouren also gar nicht ganz so ausschlagggebend. Denn wir halten uns ja in der Regeln in Naturschutzgebieten auf, in denen das Landesrecht sowieso nicht gilt. Sehr oft ist die Baumgrenze eine Art stillschweigendes Einverständnis für das Wildcamping. Das Wildcampen über der Baumgrenze stellt daher kein Problem dar. In dieser unwirtlichen Gegend mit Durschnittstemperaturen um den Gefrierpunkt ist schon mal ganz grundsätzlich wenig los. Wenn dann vereinzelte Personen unauffällig und rücksichtsvoll biwakieren und die Pflanzen- und Tierwelt respektieren, stört das normalerweise keinen.

Um drakonische Strafen zu vermeiden, solltest du dich aber im Vorfeld unbedingt über die aktuelle Rechtslage informieren, wie sie auf den Webseiten von Naturparks und Nationalparks in Erfahrung zu bringen ist. Denn sonst fällt ein saftiges Bußgeld für das Wildcampen an.

Meine persönlichen Favoritenländer sind allen voran Frankreich und Spanien. Das mag überraschen, denn es sind Länder, die ein massives Problem mit illegalen Wildcampern an Stränden haben. Es herrscht also ein generelles WIldcampingverbot. Im Zuge von Bergtouren aber, also oberhalb der Baumgrenze, ist das Wildcamping in Spanien und Frankreich in so gut wie allen Naturschutzzonen erlaubt. Mit Frankreich existiert somit auch ein Land, in welchem das Wildcamping in den Alpen möglich ist. Das Wildcampen in den französischen Alpen habe ich schon unzählige Male durchgeführt und es gehört zu meinen schönsten Outdoor-Abenteuern.

Außerhalb Europas sind die englischsprachigen Commonwealth-Länder positiv hervorzustellen. Das Wildcampen in Australien, das Wildcamping in den USA und das Wildcamping in Kanada und Neuseeland ist ebenfalls in Naturschutzgebieten fast flächendechend möglich, wenn du zu Fuß unterwegs bist.

Ein Blick nach Südamerika ist ebenfalls lohnend: Ich habe selbst schon das Wildcamping in Anrgentinien durchgeführt, und auch das Wildcamping in Chile ist in den Anden für Fußwanderer erlaubt.

Neben dem reinen Biwakieren beim Bergwandern und Bergsteigen gibt es noch diverse Mischformen wie legale Campingstellen mit ein klein wenig Infrastruktur im fließenden Übergang zu Campingplätzen mit Sanitäranlagen. In vielen Bergregionen ist es auch erlaubt, sein Zelt bei Berghütten aufzubauen, und für geringes Entgelt die Hütteninfrastruktur mitzubenutzen.

Nicht zuletzt sind wilde Campingplätze, wie sie in vielen Regionen mit schöner Natur existieren, eine spannende Alternative. Bei längeren Touren tut es auch einfach mal gut, zwischendurch auf einem regulären Campingplatz mit heißer Dusche zu übernachten. Viele Campingplätze gerade in kleinen Bergdörfern haben oft riesige Stellpätze mit viel Grün und Privatsphäre, die auch durchaus für ein wildes Erlebnis sorgen.

Wildcamping-Regeln

Dort, wo Wildcamping legal ist, gelten meist die folgenden Regeln: Das Zelt muss mindestens eine Gehstunde entfernt von den Parkkgrenzen und Bebauungen aufgeschlagen werden. Es darf erst gegen Abend aufgestellt werden und sollte direkt am Morgen abgebaut werden. Mehr als eine Nacht darfst du nicht an derselben Stelle bleiben.

Hier findest du meine stetig aktualisierte Ultraleicht-Trekking-Packliste >>

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