Nationalpark

Schild des Nationalparks Écrins mit aktualisierten Bußgeldern
Schild des Nationalparks Écrins mit aktualisierten Bußgeldern © gipfelwelt.net

Nationalparks sind die zweithöchste Kategorie von Naturschutzzonen. Hier gibt es kaum menschliches Eingreifen. Das macht sie als Wanderziele sehr attraktiv.

Nationalparks und IUCN-Kriterien

Abgelegene Gebiete, solche mit gefährdeten Tier- oder Pflanzenarten und besonders schützenswerte geologische Formationen und Phänomene wurden von Nationalregierungen auf der ganzen Welt seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu Nationalparks erklärt. Während sie also auf der ganzen Welt zu finden sind, gibt es keine international einheitlichen Kriterien für die Bedingungen dafür.

Zwar hat die Nichtregierungsorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) Kategorien für die Unterscheidung verschiedener Naturschutzgebiete festgelegt, nach denen Nationalparks der Kategorie II von insgesamt sechs Kategorien zuzuordnen sind. Allerdings weichen viele Staaten in Teilen von den IUCN-Kriterien ab.

Dennoch lässt sich verallgemeinern, dass sie fast überall die Schutzzone mit den zweitstrengsten Regeln nach Naturreservaten sind. Ebenso gilt weltweit in diesen ausgewiesenen Landschaftsgebieten, dass menschliches Eingreifen weitestgehend untersagt ist. Die Fauna und Flora ist somit sich selbst überlassen und entwickelt sich auf natürliche Weise. Auch bei Krisen und Naturkatastrophen gilt, dass nicht menschlich eingegriffen wird – ein Beispiel sind die Borkenkäferinvasionen im Bayerischen Wald und im Harz, die große Teile des Waldbestandes vernichtet haben und Jahrzehnte später noch sichtbare Schäden hinterlassen haben. Jedoch lässt sich auch gerade dort beobachten, wie die Natur diese Katastrophe selbst meistert und Mischwälder hervorbringt, die gegen die Borkenkäfer resistent sind.

Zu den zahlreichen Regeln, die den Schutz der Parks gewährleisten, gehört, dass jegliche Fahrzeuge und meist auch die Mitnahme von Haustieren verboten sind. Die Fortbewegung ist also nur zu Fuß auf markierten Wegen möglich. Des Weiteren darf nichts aus den Parks mitgenommen und auch nichts hinterlassen werden. Besiedlung und Bebauungen sind weitestgehend verboten und landwirtschaftliche Nutzung ist nicht gestattet. Somit finden sich hier in der Regel nur Schutzhütten und wenige Unterkünfte für Besucher. Auf das Brechen der Regeln stehen drakonische Strafen, und ihre Einhaltung wird von Rangern zumindest rudimentär überwacht.

Bedeutung für das Bergwandern

Auf Bergtouren bewegst du dich zu einem großen Teil in Nationalparks. Denn sie können und sollen nicht nur die Natur schützen, sondern auch der Erholung dienen und zu touristischen Zwecken genutzt werden. Da das grundsätzlich ein Widerspruch ist, geht das meist einher mit Konzepten von sanftem Tourismus, dem man das Bergwandern zuordnen kann. Es ergänzt sich auch ganz hervorragend mit der Tatsache, dass es sich bei den Parks fast immer um einsame Regionen handelt, die nur zu Fuß bereist werden dürfen. Des Weiteren sind es gerade die einsamen Bergregionen, deren Schutz im nationalen Interesse liegt – sofern sie nicht für den Skitourismus nutzbar gemacht wurden -, und die entsprechend zu Naturschutzzonen umgewidmet wurden.

Umgekehrt bieten die Parks auch genau das, was den schönsten Rahmen für Wanderungen bietet, nämlich unberührte Natur mit wenig Zeichen menschlicher Zivilisation – und nicht zuletzt die Berggipfel.

Für Wanderer gibt es also in der Regel insbesondere in den alpinen Parks eine entsprechende Infrastruktur mit einfachen Übernachtungsmöglichkeiten. Wildcamping ist mit Auflagen – wie zum Beispiel dem Verbot offenen Feuers und aufeinanderfolgender Übernachtungen am selben Platz – auch sehr oft gestattet. Nur in Europa ist diesbezüglich die Situation durchwachsen: In Ländern wie Frankreich und Spanien hat Wildcamping eine große Tradition und ist somit auch in fast allen Nationalparks möglich, während es im deutschsprachigen Raum eher kategorisch abgelehnt wird.

Hier findest du alle meine bisherigen Touren durch Nationalparks >>