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Wildnis

Wildnis im Nationalpark Huerquehue, Chile
Wildnis im Nationalpark Huerquehue, Chile © gipfelwelt.net

Die Wildnis ist per Definition eine von Menschen unbeeinflusste, ungelenkte Naturlandschaft. Der ungestörte Naturkreislauf der Ökosysteme wird hier ermöglicht.

Besiedlung, Bebauung, Verkehr, industrielle, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung, Jagd und Fischerei sind die Grundlagen unserer modernen Zivilisation, drängen jedoch den Naturraum massiv zurück. Der Erhalt der bioligischen Vielfalt und der Naturkreislauf von Entstehen und Vergehen erfordern aber den ungestörten Naturraum. Das was eigentlich die Normalität der Natur ist, bezeichnen wir heute als Wildnis: Die Landschaftszonen, wo sich die Flora und Fauna ungestört entwickeln kann.

Eine zu massive Einschränkung des Naturkreislaufs hat ihren Preis: Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, beschleunigter Klimawandel, Zoonosen, Artensterben und vieles mehr sind Folgen davon. Daher ist es fester Bestandteil der politischen Agenda, Naturräume in gewissen Anteilen zu erhalten. Umgekehrt kann und soll der zivilisatorische Fortschritt nicht aufgehalten werden.

Wie groß die Sehnsucht des Menschen nach Wildnis ist, zeigt sich im ungebrochenen Outdoorboom: Besonders wir Bergwanderer brechen auf, um das Ursprüngliche, Unberührte zu suchen, und finden Erfüllung darin. Die extremste Form ist das Wildcamping: Autark in der Natur unterwegs zu sein und dort eine Zeit lang zu leben.

Wildcamping Neuerscheinung
Wildcamping
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Das Zelt in der einsamen Bergwelt aufzuschlagen, ermöglicht die maximale Unabhängigkeit bei Bergtouren. Hol dir jetzt meinen Outdoor Ratgeber Basiswissen Wildcamping! Weniger anzeigen

Während wohl niemand von uns wieder ein Höhlenmenschendasein führen möchte und wir die Bequemlichkeiten und lebenssichernden Errungen der Zivilisation lieben, tut es unglaublich gut, sich darauf zu besinnen, wo wir herkommen und was der Ursprung allen Lebens ist.

Wildnis in Naturreservaten und Nationalparks

Um den Erhalt unserer Lebensgrundlage zu sichern, wurde schon vor über 100 Jahren damit begonnen, Schutzzonen zu definieren und vor menschlichen Eingriffen zu bewahren. Naturreservate, Nationalparks und Naturparks haben eigenes Recht und schränken die menschliche Kultivierung weitestehend oder sogar komplett ein. Sie sind heute auch zu attraktiven Standortfaktoren und damit wirtschaftlich relevant geworden, da sie Bergsportler aus aller Welt anziehen.

Diese Ausrüstung benötigst du in der Wildnis

Für die Wildnis brauchst du eine gute Ausrüstung, die deine Grundbedürfnisse erfüllt
Für die Wildnis brauchst du eine gute Ausrüstung, die deine Grundbedürfnisse erfüllt © Pixabay/TheMetalMann

Du planst eine Tour durch unberührte Natur und willst dich auf einem Outdoor-Abenteuer mehrere Tage oder sogar Wochen dort aufhalten? Das Trekking durch das Outback, egal ob zu Fuß, mit dem Paddelboot oder was auch immer deine bevorzugte Fortbewegungsart ist, beschert dir in jedem Fall das intensivste Naturerlebnis. Allerdings ist dadurch die Liste an Herausforderungen sehr lang: Hitze, Kälte, Nässe und Wind, Hunger und Durst, Müdigkeit und Körperhygiene müssen bewältigt werden, damit es dir gut geht, aber ohne dass die Wildnis darunter leidet. Dementsprechend brauchst du eine Packliste, die deine Bedürfnisse mit der Natur in Einklang bringt, und die dich gleichzeitig gewichtstechnisch nicht in die Bredouille bringt.

Die Anforderungen an deine Ausrüstung für die Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen, Waschen, Wärme und Trockenheit sind eigentlich für jede Art von Outdoor-Abenteuer gleich. Natürlich brauchst du für jede Sportart zusätzlich noch spezifische Ausrüstungsartikel. Zunächst aber einmal gilt es sicherzustellen, dass du zufrieden und ausgeruht unterwegs sein kannst.

Damit du in der Wildnis keine Spuren hinterlässt, solltest du ein besonderes Augenmerk auf deine Hygieneartikel legen. Bitte verwende ausschließlich biologisch abbaubare Artikel. Es ist kein Problem, in jeder Drogierie Seife, Zahnpasta und Deo von Naturkosmetik-Herstellern zu finden, die beispielsweise mit dem Natrue-Label zertifiziert sind. Dieses gewährleistet, dass sämtliche verwendeten Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind.

Der minimalistischste Schutz vor den Elementen mit dem geringsten Packgewicht ist ein Tarp. Eine solche aufgespannte Plane schützt dich zumindest von oben vor Niederschlag, Wind und Sonne. Ansonsten ist ein sogenanntes Trekkingzelt zu empfehlen, das auch minimalistisch gehalten ist und auf wenig Packgewicht kommt. In jedem Fall brauchst du für eine angenehme Nachtruhe auch eine gute aufblasbare Isomatte, die dich vor der Bodenkälte schützt und deinen müden Knochen ein halbwegs komfortables Bett bietet. Das Ganze dann noch kombiniert mit einem Schlafsack, der für das jeweilige Klima passt, damit du in der Nacht nicht frierst. Allrounder sind sogenannde Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke mit Komforttemperaturen um den Nullpunkt.

Deine Kleidung solltest du im Schichtprinzip zusammenstellen und darauf achten, dass sie komplett aus schnelltrocknenden Fasern besteht. So macht dir ein Regenschauer keinen Strich durch die Rechnung, und du kannst Shirts und Unterhosen zwischendurch von Hand waschen, sodass du nicht viele Wechselklamotten brauchst.

Die Versorgung erfolgt über die Outdoorküche mit einem guten Kocher und gefriergetrockneter Nahrung. Die ist quasi unbegrenzt haltbar und hat kein hohes Gewicht. Damit du dich gefahrlos mit Wasser zum Kochen und Trinken versorgen kannst, solltest du einen Kohlefilter einpacken.