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Wassersäule

Bei Regenwetter schützt dich Kleidung nur, wenn sie eine hohe Wassersäule hat
Bei Regenwetter schützt dich Kleidung nur, wenn sie eine hohe Wassersäule hat © Pixabay/Fotoauge

Die Wassersäule gibt an, wie viel Nässe ein Funktionsmaterial abkann, also wie wasserdicht es ist. Sie wird in Millimetern angegeben. Die Definition.

Regenjacken und -hosen werden mit diversen Beschichtungs- und Membrantechnologien ausgestattet, damit sie Wasser von außen abhalten. Um zu bemessen, wie wasserdicht ein Funktionsmaterial ist, geht es natürlich darum, welcher Wassermenge es standhält. Also benötigt man eine Maßangabe, ab welcher Menge Wasser nach innen durchsuppt. Dieses Maß wird mit diesem Begriff bezeichnet.

Entscheidend ist neben der Menge an Wasser auch der Druck, mit dem das Wasser aufprasselt – und der kann etwa bei einem Platzregen mit großen Tropfen ganz schön hoch sein. Daher hat man sich auf ein Maß verständigt, was (zumindest abstrakt) Menge und Druck vereint, und sich die “Wassersäule” erdacht.

Interpretation der Wassersäule

Ein Wert von 1.000 mm bedeutet, dass der Wassereinbruch erfolgt, wenn ein Meter hohes Wasser auf dem Stoff steht. Das ist natürlich eine abstrakte Annahme, wir gehen ja wandern und nicht tauchen. Außerdem hängt die Dichte – und damit der erzeugte Druck – des Wassers von dessen Temperatur ab. Aber da mensch vergleichen möchte und prasselnder Regen schnell einen vergleichbaren Druck wie stehendes Wasser aufbaut, kann man sich mit der Wassersäule arrangieren und seine Erfahrungswerte sammeln. So braucht das Material eine Wassersäule von einigen Tausend Millimetern, um dicht genug für eine Bergtour zu sein.

Üblich sind bei modernen Wanderjacken Wassersäulen von 10.000 mm und höher, und drunter sollte man auch nicht gehen. Wird die Wassersäule eines Materials nicht angegeben, dann lieber Hände weg. Denn mit dem Begriff “wasserdicht” wird sehr inflationär umgegangen und der garantiert erst mal nix.

Außerdem sollte man auf ein weiteres ganz wichtiges Merkmal beim Kauf achten – die Atmungsaktivität. Sie wird als MVTR-Wert oder RET-Wert angegeben und steht für die Menge an Wasserdampf, der von innen durch das Funktionsmaterial entweichen kann. Gerade beim Sport schwitzt man recht schnell, und wenn der Schweiß nicht abweichen kann, nützt die beste Regenjacke nichts – denn dann wird man von innen nass und steht buchstäblich im eigenen Saft. Gar nicht schön!

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