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Fernwanderweg

Wegweiser des Fernwanderwegs GR 5 in den französischen Alpen
Wegweiser des Fernwanderwegs GR 5 in den französischen Alpen © gipfelwelt.net

Als Fernwanderwege gelten Wanderwege mit mehr als 20 Tagesetappen. Fernwanderer können weltweit ein breites Netz solcher Wege nutzen. Die Definition.

Das Fernwandern als Begriff ist eine eigene Spezies unter den Wanderarten. Zunächst einmal ist eine gängige Definition, der auch der Deutsche Alpenverein folgt, dass es sich dabei um Touren mit mehr als 20 Tagesetappen handelt. Das ist die Abgrenzung zu Weitwanderwegen mit bis zu 20 Etappen.

Weltweit gibt es ein breites Fernwanderwegenetz mit Touren entsprechender Länge. Nicht immer handelt es sich dabei um eigenständige Touren, sondern oft auch um Doppelmarkierungen bekannter Routen, ergänzt um Verbindungsabschnitte zu den davor und danach gelegenen Wandergebieten.

Die meisten existierenden Fernwanderwege dürften den Meisten völlig unbekannt sein, wohingegen es einige wenige zu legendärem Kultstatus geschafft haben. In Europa wohl vor allem der Jakobsweg Camino Francés, der zum UNESCO-Welterbe gehört, wobei schon wieder Viele nicht wissen dürften, dass es daneben noch unzählige andere Jakobswege kreuz und quer durch Westeuropa gibt. Weitere Beispiele für Klassiker sind der Kungsleden in Schweden, der Annapurna Circuit in Nepal, oder Appalachial Trail und Pacific Crest Trail in den USA.

Zwei Fernwanderwegenetze sind in Europa von besonderer Bedeutung und werden in Abschnitten stark frequentiert, auch wenn es die Wanderer gar nicht unbedingt wissen. Denn sie bilden die wichtige Grundstruktur für einen grenzüberschreitend begehbaren Kontinent, auch wenn sie zum Teil nur in der Theorie existieren. Das sind zum einen die zwölf Europäischen Fernwanderwege, welche einen Großteil der Länder Europas miteinander verbinden. Und zum Anderen sind es die fünf Routen der Via Alpina, welche die Länder des Alpenbogens als wichtigstem Gebirge Europas miteinander verbinden.

Fernwanderwege sind Wanderreisen

Daraus ergibt sich die zweite Besonderheit: Fernwanderwege sind keine Highlight-Touren und nicht mal unbedingt Bergwanderungen. Sie sind eher als Passagen und Traversen aufzufassen: Das Durchschreiten von Gebirgen, Ländern oder eines ganzen Kontinents ist das entscheidende Element solcher extrem langer Touren. Dabei wird dann auch nichts ausgelassen, sodass Fernwanderungen eher den Charakter von Reisen haben als von Wanderungen im engeren Sinne. Der Reiz liegt in der Distanz und der sich daraus ergebenden Vielseitigkeit. Somit sind sie die Königsdisziplin des Trekkings, entfernen sich vom Charakter her aber teilweise oder sogar komplett vom Bergwandern.

Das stellt auch besondere Voraussetzungen an Wanderer. Neben einer hervorragenden Kondition ist auch eine sehr gute mentale Stärke von Bedeutung, um Strapazen, Wetterextreme, Durchhänger, uninspirierende Abschnitte, Ausrüstungsverschleiß, eingeschränkte Hygiene und Vieles mehr zu meistern – über einen oder auch mehrere Monate. Wer sich auf so ein Abenteuer einlässt, will und muss Abstand gewinnen von dem, was man im weitesten Sinne als Alltag versteht. Er wird dafür mit einer inneren Freiheit, sowie einem intensiven Erleben von Land, Leuten, Klima, Flora und Fauna und nicht zuletzt auch von sich selbst beschenkt.

Meine erste Fernwanderung war die Grande Traversée des Alpes, und es war mit Sicherheit nicht die letzte.

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