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Weitwanderweg

Impression vom Berliner Höhenweg, einem der klassischen Weitwanderwege in den Alpen
Impression vom Berliner Höhenweg, einem der klassischen Weitwanderwege in den Alpen © gipfelwelt.net

Als Weitwanderweg wird gemeinhin in Abgrenzung zum Fernwanderweg eine mehrtägige, markierte Route mit fünf bis 20 Tagesetappen bezeichnet. Die Definition.

Mehrtagestouren bedeuten für die meisten Fans des Bergwanderns das größte Glück. So kann man sich am besten auf die Bergwelt und die Natur einlassen und kann sich tagelang fernab der Zivilisation über Fußpfade durch die großartige Landschaft bewegen. Das ist um ein Vielfaches eindrücklicher als Tagestouren, wo schon ein Teil des Tages für An- und Abfahrt verloren geht und sich die Gelassenheit und das Freiheitsgefühl kaum einstellen können, weil man in Gedanken schnell wieder bei der Heimreise ist.

Gute Infrastruktur und Wegbeschaffenheit

Sich ein bis drei Wochen Zeit zu nehmen für das Abenteuer Bergwandern und einen Weitwanderweg zu gehen, macht daher den Kern des Bergwanderns aus. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Bergtouristen unter einer Vielzahl an gut markierten und ausgeschilderten Weitwanderungen wählen können.

Weitwanderwege decken in der Regel auch besonders schöne Strecken einer Region ab und sind oft einsam und zivilisationsarm gelegen. Aufgrund ihrer Bedeutung für den Sommertourismus in den Bergen verfügen sie dennoch über eine gute Struktur an Stützpunkten wie Berghütten und einfachen Hotels, um die Übernachtung und Verpflegung unterwegs sicherzustellen und Freiheiten bei der Etappenplanung zu ermöglichen. So kannst du dir die Tour entsprechend deiner Bedürfnisse einteilen und längere oder kürzere Tagesetappen zurücklegen.

Außerdem sind offizielle Weitwanderwege in den staatlichen Topo-Karten eingezeichnet und machen die Orientierung mit GPS dadurch sehr einfach.

Weitwanderweg und Fernwanderweg

Der Weitwanderweg unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten vom Fernwanderweg: Er ist weniger eine Reise als ein Ausflug und bietet ein handverlesenes Bergerlebnis. Es geht nicht darum, Orte, Gebirge, Länder oder Kontinente zu verbinden oder zu durchqueren wie bei wochenlangen Fernwanderungen, sondern darum, besonders wandernswerte Regionen zu erschließen. Daher handelt es sich nach gängiger Definition um Touren mit mindestens fünf und weniger als 20 Tagesetappen.

Diese Unterteilung ist aber eher als grobe Einordnung zu verstehen, da ja schon die Gestaltung der Etappen individuell ausfällt. Somit wird mancherorts auch noch bei 30 Tagesetappen von Weitwanderungen gesprochen. Umgekehrt werden manchmal auch Wege mit weniger als 20 Etappen schon als Fernwanderwege bezeichnet. Oftmals handelt es sich bei bekannten Weitwanderwegen auch streng genommen um Teilabschnitte von Fernwanderwegen, die aber für sich vermarktet werden.

Fernwanderwege sind immer nur in Teilen für Bergsport-Fans geeignet. Hier geht es um Distanz, Abenteuer und Unabhängigkeit. Weite Teile der Strecke führen nicht durch Gebirge. Es gibt auch sehr unschöne Wegabschnitte, beispielsweise neben Autostraßen, und keine Tourismusorganisation, die den Weg als Ganzes betreut oder pflegt. Dies ist bei Strecken von 1.000 Kilometern oder mehr auch schlicht nicht mehr möglich. Du solltest hier also sehr individuell aufgestellt sein und auch Lust auf Abenteuer und Herausforderungen haben, die sich durch Wegfindung und die eigenständige Organisation von Übernachtung und Verpflegung ergeben.

Die beiden Wegarten eint aber wiederum, dass es sich um Wanderrouten von A nach B handelt und nicht um Rundwege. Für dich als Bergwanderer bedeutet das die Notwendigkeit, Anreise und Abreise zu organisieren. Bei touristisch stark beworbenenen Wegen wird dies aber in aller Regel problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich sein.

Klassische Weitwanderwege der Alpen sind beispielsweise alle bekannten Alpenüberquerungen, der Salzalpensteig, die Dolomiten-Höhenwege oder der Berliner Höhenweg. Doch nicht nur im Hochgebirge, auch im Mittelgebirge (beispielsweise der Westweg im Schwarzwald), entlang von Flüssen oder in besonderen Kulturlandschaften finden sich berühmte Weitwanderwege wie in Deutschland der Moselsteig, Rheinsteig und Donausteig, Heidschnuckenweg oder der Malerweg in der Sächsischen Schweiz.

Weitwanderweg versus Weitwanderung

Neben Weit- und Fernwanderweg solltest du auch unterscheiden zwischen Strecken, die in sich abgeschlossen sind, und Strecken, die rein durch ihre Länge in diese Kategorie fallen. Wenn du einfach nur 15 Tage am Stück wanderst, dann macht du zwar eine Weitwanderung, die aber nicht zwingend auf einer entsprechend vermarkteten und damit auch konzeptionell stimmigen Route eines Weitwanderweges stattfindet. Meine Peloponnes-Durchquerung beispielsweise war von ihrer Dauer eine Weitwanderung, ist aber der Teilabschnitt des Fernwanderwegs E4. Demtentsprechend findest du hier weder eine besonders gute Infrastruktur, noch gut gewartete Markierungen vor.