Unter den Moränen eines Gletschers versteht man seine Ablagerungen. Das Wort leitet sich von dem französischen Wort moraine (dt: Geröll) ab.

Das Eis von Gletschern ist – ungeachtet seines festen Aggregatszustandes – in seiner Gesamtheit ständig in Bewegung. Es fließt somit im Schneckentempo ins Tal, während von oben her neues Eis nachwächst. Das Eis am Ende des Gletschers schmilzt ab und bildet nicht selten einen See. Beim langsamen Voranschreiten des Eises schleppt der Gletscher eine ganze Menge an Gestein unterschiedlichster Größe (Sand, Kies, Geröll, Felsbrocken …) aus dem Gebirge hinab. Um nicht zu sagen reißt er alles, was ihm in die Quere kommt, im Zeitlupentempo mit.

Dieses abtransportierte Material ist vor allem auf der Oberfläche des Gletschers (Obermoräne), an seinen Seiten (Seitenmoräne) und an dessen Ende (Endmoräne) sichtbar. Allerdings schleift der Gletscher auch im und unter dem Eis eine ganze Menge Material mit, das mit der Zeit abgelagert wird.

Obermoränen können aus solchen Massen an Geröll bestehen, dass das Eis kaum bis gar nicht mehr darunter zu sehen ist. Seitenmoränen können sich zu riesigen Geröllhängen aufhäufen, die den Gletscher weit überragen. Gletscherseen im Schmelzbereich des Eises sind meist von den riesigen Mengen des Gerölls der Endmoräne umsäumt.

Durch diesen Prozess formt der Gletscher sein Tal über die Jahrhunderte. Er schleift den Fels glatt und schneidet Rillen und andere Formatierungen in den Beghang hinein. So lässt sich anhand der Felswand erkennen, welche Dimension ein Gletscher einmal hatte.

Für Bergsteiger ist in der Moränenregion höchste Vorsicht geboten. Es bestehen Gefahren des Steinschlags und Steinrutsches. Wenn Moränen begangen werden, dann nur auf eindeutig markierten Wegen. Meist sind diese mit neonfarbenen Markierungsstäben abgesteckt.