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Highloft

Highloft Futterstoff
Highloft Futterstoff © gipfelwelt.net

Isolierende Highloft-Futterstoffe werden ohne Innenlage direkt an der Innenseite der Kleidung angebracht. Das ist trageangenehm und spart Gewicht. Die Definition.

Der Markt für Kunstfaser-Isolationsmaterialien ist seit langer Zeit dominiert von Kunstdaunen wie Primaloft. Zwischen Innen- und Außenlage des Kleidungsstücks oder des Schlafsacks befinden sich gesteppte Kammern mit Isolationsmaterial. Kunstdaunen imitieren dabei die tierische Daune und schaffen durch ihre Bauschkraft kleinste Luftkammern. Diese nehmen extrem schnell die eigene Körperwärme und speichern die warme Luft sehr gut. So bleibt das Mikroklima des Körpers auch bei eisigen Temperaturen behaglich.

Für den Bergsport im Winter, aber auch wegen der im Sommer sehr kalten Nächte und der Gefahr des Auskühlens durch kalte Winde, gehört eine Isolationsjacke mit Kunstdaune daher auf jede Packliste. Die Kunstdaune ist im Gegensatz zur tierischen Daune auch sehr pflegeleicht, hydrophob und wärmt selbst noch im nassen Zustand.

Hier findest du meine stetig aktualisierte Ultraleicht-Trekking-Packliste >>

Highloft Futter imitieren Felle

Nun hält eine neue Generation von Kunstfasern Einzug in den Massenmarkt der Outdoor-Bekleidung. Mit dem Begriff Highloft werden Futterstoffe bezeichnet, die das wärmespendende Prinzip von tierischen Fellen imitieren. Somit hast du zur Kunstdaune also auch das Kunstfell als mögliche Alternative.

Die Bezeichnung Highloft lässt sich am ehesten mit Hochspeicher übersetzen: Die Wärme wird in der hochstehenden Faser gespeichert. Nicht nur optisch erinnern die abstehenden Kunstfasern an Tierfelle, sondern sie haben auch das gleiche Isolationsprinzip. Dies beruht im Wesentlichen darauf, dass die Infrarotstrahlung am Körper gehalten wird. Dies reduziert den Wärmeverlust enorm, ohne dass es geschlossene Luftkammern gibt wie bei einer Füllung mit Daunen.

Die Highloft-Fasern werden direkt auf der Innenseite des Kleidungsstücks aufgetragen und benötigen so auch keine Innenlage. Im Prinzip vereinen sie die Eigenschaften von Fleece-Stoffen mit den Eigenschaften von Kunstdaunen. Die offenen Mesh-Gewebe sind in der Regel rautenförmig gewoben, um möglichst viele Luftkammern zu schaffen und damit die Isolationskraft zu erhöhen.

Jede Menge Vorteile gegenüber Daune

Highloft-Futter als Isolationsmaterial bringen eine Reihe von Vorteilen mit sich gegenüber der Wattierung mit Kunstdaune. Allen voran sinkt das Gewicht der Kleidungsstücke, da sie mit einer Lage weniger auskommen. Somit sind sie gerade für Ultraleicht-Trekking-Fans äußerst interessant. Das Futter ist extrem dünn, sodass solche Jacken kaum auftragen und sich gut im Rucksack verstauen lassen. Beim Tragen entstehen durch das Weglassen einer Innenlage weniger Raschelgeräusche.

Ebenfalls erhöht das Mesh die Atmungsaktivität der Kleidung. Schweiß dringt leichter vom Körper weg und setzt sich kaum im Futter fest. Die flauschige Futterstoff-Innenseite der mit Higloft isolierten Kleidung hat einen deutlich höheren Tragekomfort als eine glatte Innenschicht. Bei erhöhter Aktivität ist außerdem kein Hitzestau zu befürchten, da die offenen Kammern die Wärme auch sehr schnell wieder abgeben können. Leichtes Öffnen des Hauptreißverschlusses genügt.

Ein großer Nachteil

Dieser letzte Vorteil ist allerdings auch gleichzeitig ein großer Nachteil gegenüber einer Daunenfütterung. Damit Highloft-Fasern ihre Isolationskraft entfalten können, ist nämlich Bewegung und damit das Erzeugen von Körperwärme erforderlich. Daunen hingegen nehmen die Körperwärme in reinen Ruhephasen auch sehr gut auf und spenden in diesen Situationen deutlich mehr Wärme als die Hochfasern.

Das prominenteste unter den Highloft-Isolationsmaterialien dürfte derzeit Polartec Alpha sein. Es wurde ursprünglich für den militärischen Einsatz entwickelt, um ohne Gewicht für Wärme zu sorgen. Dieses Bedürfnis eind Soldaten mit Bergsportlern, sodass es inzwischen auch den Einzug in den Outdoor-Markt gefunden hat. Haglöfs bietet mit QuadFusion eine hauseigene Lösung an. Weitere Hersteller dürften bald folgen.

Für das Bergwandern bin ich nicht ganz von Highloft-Isolation überzeugt. Dies liegt einfach daran, dass diese Sportart mit vielen Ruhepausen verbunden ist. Der Gipfelstopp, die Mittagspause und vor allem auch der Abend auf dem Zeltplatz oder in der (zugigen) Berghütte gehen ohne körperliche Aktivität einher und benötigen daher ein Isolationsmaterial, das allein durch die Körperwärme für ausreichend Isolation sorgt.