Werder

Beispiel für einen Werder: Die Rheininsel Nonnenwerth
Beispiel für einen Werder: Die Rheininsel Nonnenwerth © Pixabay/David Mark

Der Werder bezeichnet in der Topografie eine Insel in einem Fluss oder einem stehenden Gewässer. Als Namensbestandteil existieren viele regionale Wortvarianten.

In der Topografie geht es unter anderem darum, Landschaftsformationen detailliert zu erfassen. Diese werden zu einem wesentlichen Teil von Gewässern und ihren Fließrichtungen bestimmt, womit sich die Orographie beschäftigt. Der oder das Werder ist hier Definition für Flussinseln oder auch Inseln in Seen, also allgemein für Binneninseln. Des Weiteren können damit auch ehemalige Moorlandschaften gemeint sein, die durch Deiche entwässert oder Trockenlegung urbar gemacht worden sind.

Regionale Unterschiede für das Wort Werder

In meiner Heimat, in der flachen Landschaft Berlins und Brandenburgs, sind etliche solche Flussinseln zu finden, die das Wort auch im Namen tragen. Viele von ihnen sind beliebte Naherholungsgebiete, die zu ausgedehnten Spaziergängen und kleinen Wanderungen einladen. Berlin hat gleich zwei davon, die eine davon nahezu unbewohnt. Das berühmteste Beispiel aus der Region ist aber sicher die Stadt, für die es gleichsam der Eigenname ist, und deren Altstadt auf einer schönen Havelinsel errichtet wurde, die von zahlreichen Ausflugsschiffen angesteuert wird.

Im deutschen Sprachraum sind daneben weitere, regional unterschiedliche Bezeichnungen für Binneninseln entstanden. Häufig sind auch diese Varianten Teil der Namensgebung oder gar der Name selbst. Die gängigste Variante ist -werth, daneben existieren auch -wörth und -warth.

Mit -werth im Namen wiederum wurden viele Rheininseln benannt, beispielsweise Nonnenwerth bei Bad Honnef. Vielen bekannt dürfte auch die von Strudeln und Stromschnellen umflossene Donauinsel Wörth in Österreich sein, und in Bayern gibt es gleich drei Inseln mit dem Eigennamen Wörth.