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Ausgesetzter Pfad in den Pyrenäen: Kein wirklicher Weg zu erkennen, Wegführung mit Steinmännchen
Ausgesetzter Pfad in den Pyrenäen: Kein wirklicher Weg zu erkennen, Wegführung mit Steinmännchen © gipfelwelt.net

Auf einer Bergwanderung ist gelegentlich sehr steiles und wegloses Gelände zu passieren. Es wird als ausgesetzt oder exponiert bezeichnet. Die Definition.

In Wanderführern ist diese Formulierung öfters zu finden: Wird der Abschnitt eines Wanderwegs in einer Routenbeschreibung als ausgesetzt oder exponiert bezeichnet, so handelt es sich um sehr steiles Gelände. Es besteht Absturzgefahr mit großer Fallhöhe. Hier ist der Weg nicht als solcher erkennbar. Auf Bergwanderungen kommt das schon gelegentlich mal vor. Diese Abschnitte entlang des Wanderwegs sind zwar in der Regel nicht sehr lang, benötigen aber schon etwas Erfahrung.

Manchmal, aber nicht immer, sind solche Wegabschnitte in Wanderkarten markiert. Zumindest kannst du erkennen, dass du dich auf einer Route befindest, wo damit zu rechnen ist. Dann wird der Wanderweg nämlich nicht als durchgezogene Linie in der Wanderkarte eingezeichnet, sondern mit Punkten oder kurzen Strichen dargestellt.

Vor Ort ist es manchmal schwierig, lange währende Markierungen anzubringen, wenn die Wanderroute hauptsächlich durch Geröll führt. Deswegen erfolgt die Markierung dann häufig mit Steinmännchen.

Ausgesetzt” oder “exponiert” ist auch immer ein Stück weit eine individuelle Einschätzung. Es gibt keine allgemeinen Kriterien, um einen Weg so zu definieren. Bei den Routenbeschreibungen gängiger Wanderführer kann man jedoch davon ausgehen: Hier liegt ein schwerer Streckenabschnitt am Steilhang vor, bei dem es keinen wirklichen Wanderweg gibt.

Für das Bergwandern bedeuten ausgesetzte, exponierte Stellen eine große Bereicherung. Vielleicht sind sie am Anfang erst mal etwas beängstigend. Allerdings werden die Routenverläufe von Wanderwegen ja von erfahrenen Mitarbeitern der Alpenvereine und ähnlicher Vereinigungen angelegt und im Laufe der Jahre stetig optimiert. Somit ist sichergestellt, dass diese grundsätzlich ohne technische Hilfsmittel passierbar sind. Zumindest sofern die Witterung dir keinen Strich durch die Rechnung macht. Denn wenn eine ausgesetzte Stelle auch noch verschneit oder vereist ist, dann kann es hier auch schnell lebensgefährlich werden. Bei guter Witterung ist es aber in der Regel kein Problem, wenn du ein paar Dinge beherzigst.

Wenn du dann etwas souveräner im Begehen entsprechender Abschnitte geworden bist, wird auf dich sicherlich auch die Begeisterung überspringen. Denn diese enorm wilden Passagen zeigen die Natur von ihrer ursprünglichsten Seite, bieten oft sensationelle Ausblicke über ganze Gebirgszüge und sind einfach schon durch ihre einsame Lage und Unberührtheit wunderschön.

So kannst du ausgesetzte Stellen gut meistern

Um solche etwas herausfordernden Abschnitte eines Wanderwegs im Fels zu überwinden, sind vor allem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig. Das lässt sich ein Stück weit antrainieren: Je öfter du im felsigen Gelände unterwegs bist, desto leichter wird es dir fallen. Hier sollte natürlich erst mal etwas Erfahrung mit Felsuntergrund auf einfacheren Touren gesammelt werden, bevor du dich in schwierigeres Terrain begibst.

Technische Hilfsmittel brauchst du nicht, dies ist erst in einer höhern Schwierigkeitsstufe im Rahmen von Bergsteigertouren notwendig. Es ist aber oftmals der Einsatz der Hände erforderlich. Stelle dich also darauf ein, dass es vorkommen kann, auf einem ausgesetzten Abschnitt mehr oder weniger auf allen Vieren zu gehen. Durch die Steilheit des Geländes ist es aber nicht wirklich so, dass du auf dem Boden kriechst. Eher stützt du dich seitlich oder vor dem Oberkörper ab, um mehr Trittsicherheit für die Füße zu erreichen.

Der Weg ist wie erwähnt bei einer ausgesetzten Stelle nicht unbedingt als solcher erkennbar. Daher sollte es dir nicht an Orientierungssinn mangeln. Auf offiziellen Wanderwegen wirst du aber auch viele Orientierungshilfen finden. Wenn die Situation es möglich macht, sind Markierungen auf dem Gestein aufgepinselt. Bei sehr wildem Gelände, Geröllfeldern und Ähnlichem sind es meist Steinmännchen, die dich sicher durch die Szenerie lotsen.

Ansonsten wäre nur noch wichtig, dass du natürlich auch Schuhe dabei hast, die für den Untergrund ausgesetzter Stellen geeignet sind. Neben einer guten Dämpfung, die vor allem deine Gelenke beim Kraxeln über das Gestein schont, ist noch viel wichtiger eine wirklich rutschfeste Sohle mit gutem Profil.