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Höhenweg

Unterwegs auf dem Berliner Höhenweg
Unterwegs auf dem Berliner Höhenweg © gipfelwelt.net

Ein Höhenweg ist ein Fahrweg oder Fußweg entlang des Gebirgskamms. Viele haben sich historisch entwickelt und sind heute schöne Wanderwege. Die Definition.

Wenn du in den Alpen wandern gehen willst, ist dir sicher schon mal aufgefallen, dass viele der offiziellen Routen den Beinamen “Höhenweg” tragen. In anderen Hochgebirgen ist diese Bezeichnung nicht so verbreitet. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Alpen in unserer gemäßigten Klimazone liegen. Somit erhalten Wanderwege erst ab einer deutlichen Anzahl von Höhenmetern ihre typische alpine Charakteristik mit unwegsamem, kargem Gelände, Moränen und Gletschern, wenig Baumbestand bis hin zum regelmäßigen Überschreiten der Baumgrenze.

Gebirge, die näher an den Polen liegen, weisen eine solche Charakteristik schon bei deutlich weniger Höhenmetern auf. In Richtung Äquator hingegen sind Permafrost-Regionen erst auf Höhen zu finden, welche die Alpen um deutlich überragen. In unseren Breitengraden hat sich jedenfalls mit dem Höhenweg ein Synonym für eine Wanderroute in typisch alpinem und sehr forderndem Terrain etabliert.

Historische versus neu angelegte Höhenwege

Die Routenverläufe der Höhenwege sind in vielen Fällen historisch gewachsen. Gebirgskämme und die darauf liegenden Pässe waren für Menschen lange Zeit bis ins 18. Jahrhundert hinein wichtige geographische Orientierungspunkte für das Anlegen von Verkehrswegen. Während die Pässe die niedrigste Möglichkeit und damit das geringste geologische Hindernis waren, um von einem Tal ins andere zu kommen, stellten die Kämme wiederum die direkteste Verbindungslinie zwischen ihnen dar.

Talwege führen durch die Wasserläufe und werden somit stark von der Witterung, dem Wasserstand, Erdrutsch und Ähnlichem in Mitleidenschaft gezogen. Der Weg entlang des Kammes stellte im Gegensatz dazu eine Möglichkeit dar, bei widrigen Wetterbedingungen trockenen Fußes ans Ziel zu kommen.

Ein weiterer Vorteil für Wegverläufe oberhalb der Bergtäler, der dann ab dem 19. Jahrhundert verstärkt zum Tragen kam, ist die aussichtsreiche Lage des Höhenwegs bzw. Kammwegs, der ihn touristisch äußerst interessant macht. Während die verkehrspolitische Bedeutung mit dem modernen Straßenbau und Asphalt schwand, begannen Alpenvereine solche Wege als Verbindungen zwischen dem ebenfalls entstehenden Netz an Schutzhütten anzulegen. Somit war einer der Grundsteine für das Weitwandern und generell das mehrtägige Bergwandern gelegt, wie wir es heute kennen.

Viele dieser Höhenwege haben eine große Berühmtheit erlangt und sind heute von Bergwandereren stark frequentiert. Da wären zum Beispiel der Berliner Höhenweg oder die Dolomiten-Höhenwege zu nennen. Daneben gibt es aber noch unzählige solcher Wege, die für das Weitwandern eine große Bedeutung haben. Teilweise sind sie auch eher unter ihren Eigennamen bekannt, wie der Rennsteig im Thüringer Wald, der Jubiläumsweg im Allgäu oder der Weisshornweg in der Schweiz. In Italien werden sie “Alta Via” genannt.

Umgekehrt sind die Täler in den dicht besiedelten Alpen in den seltensten Fällen attraktiv für das Bergwandern. Denn sie sind die heutigen Verkehrsadern mit Schnellstraßen, Schienentrassen und riesigen Tunnelanlagen. Daneben finden sich hier auch die wirtschaftlichen Zentren des Alpenraumes mit Industriegebieten und Bürokomplexen. Als Wanderer hat für dich daher die Höhe den großen Reiz und stillt die Bergsehnsucht, und du möchtest die lärmigen Täler schnell hinter dir lassen. Somit sind Bergwanderer und Bergsteiger eigentlich immer auf der Suche nach den schönsten und besten Höhenwegen in den Alpen. Idealerweise findet sich neben der überlaufenen Klassiker noch ein etwas einsamerer Höhenweg.

Auch die Tourismusvereine versuchen, diesem Bedürfnis gereicht zu werden. So werden auch regelmäßig neue Höhenwege geplant und strukturell erschlossen. Bei den Dolomiten-Höhenwegen beispielsweise sind in den letzten Jahrzehnten mehrere neue Routen dazu gekommen.

Unterschiedlichste Beschaffenheit

Es lässt sich allerdings nicht verallgemeinern, was einen dort erwartet. Manche der traditionell entstandenen Wege sind heute breite Autostraßen, die meisten aber eher einfache Wanderpfade. Die später von den alpinen Vereinigungen angelegten Wege hingegen, die ausschließlich touristischen Zwecken dienen, sollen auch für etwas Nervenkitzel sorgen und haben nicht selten mittelschwere Kletterpassagen mit Klettersteigen.