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The North Face Bolt Power Grid Jacket im Test

The North Face Bolt Power Grid Jacket im Test
The North Face Bolt Power Grid Jacket im Test © gipfelwelt.net

Die The North Face Bolt Power Grid Jacket ist sehr interessant für das Ultraleicht-Trekking. Dank Daumenschlaufen bleiben sogar die Hände warm. Der Test.

Seit ich jetzt schon über viele Jahre meine Ultraleicht-Trekking-Packliste regelmäßig optimiere und jedes Jahr noch eine Reduktion des Packgewichts und Packvolumens erreichen kann, bin ich hier mittlerweile in einer sehr luxuriösen Situation. Im Vergleich zu dem, was ich vor zehn Jahre auf meinen Bergwanderungen durchs Hochgebirge geschleppt habe, ist mein aktuelles Wandergepäck ein Witz. Daher habe ich mir inzwischen schon einige Artikel wie ein aufblasbares Kopfkissen für das Biwakieren gegönnt, die nicht unbedingt nötig sind, aber den Komfort unterwegs deutlich erhöhen.

Teilweise stelle ich auch einfach vor Ort fest, dass ich möglichwerweise auch etwas übertrieben habe mit dem radikalen Streichen von Artikeln auf der Packliste. So hatte ich für die Isolation bei den letzten Touren eigentlich nur noch eine Kunstfaser-Isolationsjacke dabei. Die ist mollig warm und macht mit ihrer Kapuze auch gleich noch die Mitnahme einer Mütze überflüssig.

Es ist allerdings so, dass ich mich auf meinen Bergwanderungen öfters mal in Innenräumen aufhalte. Ich übernachte ja nicht immer im Zelt, sondern auch viel in Berghütten und Herbergen. Und erst mal muss ich ja auch zum Wanderziel kommen und verwende hier in der Regel öffentliche Verkehrsmittel, wo ich dann auch sehr lange in geschlossenen Räumen bin.

In geschlossenen Räumen ist mir die Isolationsjacke zu warm, und ohne Isolationsjacke ist mir nicht warm genug. Auch unterwegs beim Wandern erzeugt die Jacke durch die Bewegungsenergie öfters zu viel Wärme, ohne Jacke wäre es aber zu kalt zu wandern.

Bei der The North Face Bolt Power Grid Jacket sind Handwärmer inklusive

Daumenschlaufe als Handwärmer am Ärmel der The North Face Bolt Power Grid Jacket
Daumenschlaufe als Handwärmer am Ärmel der The North Face Bolt Power Grid Jacket © gipfelwelt.net

Daher habe ich eingesehen, dass ich für das Schichtsystem auch noch eine dünne Fleecejacke brauche. Auf dem Albsteig war ich so genervt von dem Wärmeüberschuss, dass ich mir dann einfach vor Ort im Outdoorladen eine Fleecejacke geholt habe, und somit zufällig auf die The North Face Bolt Power Grid Jacket gestoßen bin. Denn das war die mit Abstand leichteste Jacke, die ich dort finden konnte.

Besonders überzeugt hat mich auch, dass sie Daumenschlaufen hat. Da ich auf dem Albsteig in Schneewetter geraten bin, war das äußerst angenehm, auch die Hände schützen zu können. Somit ersetzt die The North Face Bolt Power Grid Jacket auch gleich noch die Mitnahme von Handschuhen.

Viel Wärme und wenig Gewicht

Außentaschen mit Reißverschluss und Polartec-Emblem an der The North Face Bolt Power Grid Jacket
Außentaschen mit Reißverschluss und Polartec-Emblem an der The North Face Bolt Power Grid Jacket © gipfelwelt.net

Der nächste große Pluspunkt ist das Gewicht von etwa 250 Gramm. Fleecejacken haben ein deutlich schlechteres Wärme-Gewicht-Verhältnis als Kunstfaserjacken und sind daher häufig entweder sehr schwer, oder sie wärmen nicht richtig. Die The North Face Bolt Power Grid Jacket ist hier ein idealer Kompromiss. Mit deutlich unter 300 Gramm ist sie leichter als die allermeisten Fleecejacken und das sehe ich schon im Ultraleicht-Trekking-Bereich.

Gleichzeitig wärmt das Polartec-Futter sehr schön und ist hoch atmungsaktiv. Es wurde in einer sehr leichten Wabenkonstruktion an der Innenseite der Jacke aufgetragen, die wärmt und gleichzeitig Schweiß problemlos ableitet. Das zeigt ser gut die größten Stärken und Schwächen von Fleece: Der Tragekomfort ist dank Kuschelfaktor sehr angenehm und die Atmungsaktivität ist viel höher als bei Kunstdaune. Allerdings ist das Material weder winddicht noch behält es die Wärme wirklich am Körper.

Somit ist der ideale Einsatzbereich der The North Face Bolt Power Grid Jacket genau das, was ich gesucht habe: Eine Jacke für Innenräume, wenn es ohne Isolationsschicht zu kalt ist. Und eine Jacke, die du als leichte Isolationsschicht unter die wasserdichte Regenjacke ziehen kannst, wenn es ohne Isolationsschicht zu kalt wäre, aber eine Kunstfaserjacke zu schwitzig ist.

Umfangreiche Ausstattung mit Taschen und Reißverschlüssen

Die The North Face Bolt Power Grid Jacket hat zwei robuste Innentaschen
Die The North Face Bolt Power Grid Jacket hat zwei robuste Innentaschen © gipfelwelt.net

Was die Ausstattung der The North Face Bolt Power Grid Jacket angeht, so finde ich, dass der Hersteller es fast etwas zu gut mit dir meint. Denn es gibt zwei Außentaschen mit Reißverschluss, sowie zwei robuste offene Innentaschen. Was willst du da alles in deiner Fleecejacke verstauen. Somit hätte ich hier weniger Taschen zugunsten von weniger Gewicht besser gefunden.

Der Front-Reißverschluss und die Reißverschlüsse der Außentaschen machen einen sehr guten Eindruck und sind leichtgängig. Bei The North Face habe ich starke Qualitätsunterschiede festgestellt, aber bei dieser Jacke finde ich die Qualität der Reißverschlüsse überzeugend.

Im Einsatz recht überzeugend

Auf dem Albsteig konnte ich die The North Face Bolt Power Grid Jacket direkt sehr umfangreich im Einsatz testen. Aufgrund des Schneefalls im April habe ich sie die meiste Zeit unter der Regenjacke getragen. Außerdem war sie dann abends im Hotel meine sehr bequeme und gemütliche Isolationsjacke bei den unfreundlichen Außentemperaturen. Hierbei konnte sie mich weitestgehend überzeugen.

Das schnelltrocknende Polyester-Elasthan-Gemisch sorgt dafür, dass sich zu keinem Zeitpunkt Schweiß festsetzt. Auch habe ich die The North Face Bolt Power Grid Jacket zwischendurch von Hand gewaschen, und sie war am nächsten Morgen immer vollständig trocken. Das war aber nicht ganz freiwillig, denn ein großer Nachteil von Fleece ist, dass er Gerüche schnell annimmt. Somit war es dann einfach erforderlich, sie ein, zweimal durchzuwaschen. Wenigstens hat das dann mit dem Trocknen auch sehr gut geklappt.

Durch das verarbeitete Elasthan finde ich die The North Face Bolt Power Grid Jacket sehr angenehm zu tragen. Sie passt sich sehr gut dem Körper an und ist sehr nachgiebig, sodass ich sie auch auf Tour überhaupt nicht als störend empfunden habe.

Die Daumenschlaufen haben sich auch schon direkt bewährt: Beim Schneefall auf der Schwäbischen Alb war ich sehr dankbar, meine Hände fast komplett mit den Bündchen bedecken zu können.

Insgesamt gefällt mir die The North Face Bolt Power Grid Jacket als Spontankauf so gut, dass sie jetzt auf meine Packliste kommt. Ich glaube nicht, dass ich so einfach eine leichtere Fleecejacke mit ähnlicher Isolationskraft und dazu noch Daumenschlaufen finde. Sie hat sich also im Einsatz als das bewährt, was ich bei den letzten Touren vermisst habe: Eine schöne Mittelschicht für chillige Abende und etwas kühlere Außentemperaturen, wo die Kunstfaserjacke einfach zu warm ist.

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