
Mit Windschutz und Kälteschutz hat der Arcteryx Delta Hybrid Hoody das Zeug zum Allrounder am Berg wie im in der Stadt. Im Test fordere ich ihn heraus.
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Der neue Star auf der Packliste?
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir dieser Neuzugang im Sortiment von Arcteryx untergekommen ist. Denn diese Jacke darf sich zurecht als Alleskönner bezeichnen, wenn es um den Schutz vor Auskühlen und Kälte beim Bergwandern geht. Natürlich heißt das auch immer, dass ein paar Kompromisse zu machen sind. Aber in der Kombination aus ultraleichten 255 Gramm in Größe M (nachdem ich das wie bei Arcteryx inzwischen standardmäßig leicht zu entferndende Etikett abgeschnitten habe) und den extrem gut durchdachten Ausstattungsmerkmalen hat der Arcteryx Delta Hybrid Hoody das Potenzial zur eierlegenden Wollmilchsau.
Kurz zur Vorgeschichte: Seit ein, zwei Jahren habe ich auf meiner Ultraleicht-Trekking-Packliste als Isolationsschicht einen Hoody mit Daumenschlaufen dabei. Das erspart beim Bergwandern und Trekking die Mitnahme von Mütze und Handschuhe, sofern ich mich nicht gerade in super extremen Klimata aufhalte. Dieser Hoody liefert also jederzeit Wärme, wenn es nötig ist. Allerdings bietet er keinen Windschutz, sodass ich oft die Regenjacke überziehe. Ich muss sie ja sowieso mitnehmen und die meiste Zeit liegt sie ungenutzt im Rucksack, sodass es ihre Daseinsberechtigung stärkt. Aber am komfortabelsten ist es beim Sport natürlich, gar keine Hardshell zu tragen, da dann die Atmungsaktivität merklich steigt.
Davor hatte ich einen klassischen Hoody aus Kunstdaune dabei. Der hat aber mit dem komplett winddichten Material regelmäßig überhitzt, war für Innenräume zu viel und auch sonst nicht so komfortabel zu tragen mit den typischen Plastiklagen.
Nun fiel mir also der Arcteryx Delta Hybrid Hoody in die Hände, der all die Merkmale meiner aktuellen Isolationsjacke vereint, zusätzlich aber auch noch Windschutz bietet, ohne stickig zu sein, und dabei 15 Gramm weniger wiegt! Klarer Fall für einen Test, und so habe ich ihn jetzt gründlich auf Herz und Nieren geprüft.
Hightech-Isolation des Arcteyx Delta Hybrid Hoody

Der Arcteryx Delta Hybrid Hoody ist auf meiner Packliste ja vor allem für die Isolation zuständig. Dafür sorgt die Funktionsfaser Octa aus schnelltrocknendem Polyester, die seit einigen Jahren den Outdoor-Markt erobert. Wenn du dir die Jacke so anschaust, ist es erst mal wenig überzeugend, dass diese dünnen achteckigen Waben an der Innenseite wirklich Wärme spenden sollen. Doch wenn du sie einmal anziehst, wirst du schnell davon überzeugt sein. Die Waben bestehen aus minikleinsten Hohlräumen, die sich schon bei geringster Körperbewegung sofort mit Körperwärme füllen und diese als wohlige Temperatur zurückspielen.
So etwas wie Hitzestau gibt es bei offenen Konstruktionen eigentlich nicht: Zunächst hat Schweiß eine Chance, irgendwo haften zu bleiben. Des Weiteren kannst du die Innentemperatur sofort herunter regulieren, wenn du den Hauptreißverschluss ein bisschen öffnest. Dann vermischt sich in den Hohlkörpern die warme Luft mit der kühleren Außenluft.
Ein Highloft-Futterstoff kommt immer dann an Grenzen, wenn du sehr lange ohne Bewegung in der Kälte ausharren musst. Deswegen ist der Arcteryx Delta Hybrid Hoody je nach geplanter Tour, oder wenn du wetterbedingt mal einen Tag in einer eisigen Berghütte oder im Zelt ausharren musst, nicht ausreichend. Wenn du so etwas mit einkalkulieren musst, nimm also auf jeden Fall noch eine dünne Fleece-Jacke wie die Norrona Lyngen Alpha90 als extra Schicht mit. Dann hast du deutlich mehr Flexibilität im Lagensystem und immer noch ein lächerlich geringes Packgewicht für deine Isolationsschichten.
Kritik an der Kapuze

Arcteryx hat trotz des geringen Gewichts der Jacke nicht mit Futter an Körper und Armen gespart. Leider ist aber die Kapuze nicht isoliert! Das sorgte im Test gleich für einen Downer. Andererseits besteht sie aber im Gegensatz zu meinem aktuellen Hoody aus winddichtem Material und bewahrt so den Kopf zumindest vor Auskühlen. Ich friere auch nicht schnell am Kopf und empfinde jede Form von Isolationsmaterial eher als störend, sodass ich mich jetzt erst mal darauf einlasse und vertraue, dass mir der Windschutz im Normalfall als Kopfschutz reicht.
Die Kapuze des Arcteryx Delta Hybrid Hoody gibt weiteren Anlass zur Kritik: Schon rein optisch finde ich den fetten Arcteryx-Schriftzug nicht sehr elegant. Und da die Kapuze komplett aus dem etwas festeren winddichten Material ist, fällt sie etwas schwer und schlackert ein bisschen rum.
Toll ist hingegen der Kordelzug, sodass du leicht einen festen Sitz am Kopf einstellen kannst. Die Kapuze ist vollständig geöffnet so groß, dass sogar ein Helm drunter passt. Das habe ich allerdings noch nie verstanden, wieso man eine Kapuze über den Helm ziehen sollte. Drunter ist es doch viel bequemer und molliger.
Windschutz nach dem Bodymapping-Prinzip

Wie schon angedeutet, besteht der Arcteryx Delta Hybrid Hoody im Wesentlichen aus zwei Materialien: Die weiche und sehr trageangenehme Polyester-Lage hat Einsätze aus einem winddichten Nylon-Material im Bodymapping-Design. Beide Lagen sind außer in der Kapuze durchgängig mit Octa gefüttert. Auf der Rückseite des Hoody kannst du die zwei Lagen gut erkennen: Dort, wo du auskühlst (Kapuze, Schultern, Nacken), wirst du vor Wind geschützt. Dort, wo viele Schweißdrüsen sitzen, kann der Schweiz gut entweichen. Das schützt dich vor Überhitzen beim Sport, macht aber gleichzeitig eine Windshell unnötig.
Hier gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt: Wie es Nylon so mit sich bringt, raschelt die winddichte Schicht etwas und hat eine eher harte Außenseite. Das macht den Hoody nicht ganz so kuschelig wie einen reinen Polyester-Hoody, ist den kleinen Komfortverlust aber allemal wert für den Windschutz.
Sehr gute Ausstattung

Neben der sehr praktisch konstruierten größenverstellbaren Kapuze sind auch die anderen Ausstattungsmerkmale des Arcteryx Delta Hybrid Hoody sehr gut durchdacht worden. Dank der Daumenschlaufen (und der im Gegensatz zur Kapuze gefütterten Ärmel) umschließt der Ärmelabschluss bei Bedarf weite Teile der Hand und spendet Wärme. Außerdem hat die Jacke noch eine großzügige Brusttasche, in die locker ein Smartphone passt, und zwei Seitentaschen. Alle drei Taschen verfügen über Reißverschlüsse, sodass beim Sport nichts verloren geht, wenn es mal hektischer wird. Nicht zuletzt wurde auch ein einen Aufhänger gedacht, wenn die Jacke mal an die Garderobe darf.
Testergebnis auf einen Blick
Keine Frage: Der Arcteryx Delta Hybrid Hoody wandert sofort auf meine Packliste und kommt ab sofort mit ins Gebirge sowie bei Wanderungen und Trekkingtouren aller Art als Wärme- und Windschutz mit. Dass die Kapuze nicht isoliert ist und das Highloft-Futter bei langen Ruhephasen an ein Limit kommt, erfordert je nach Tourenvorhaben allerdings eventuell eine weitere Isolationsjacke, oder eine Mütze. Damit ist dieser Hoody nicht ganz perfekt für das Bergwandern, aber sehr nah dran. Ob ich da künftig die Regenjacke überhaupt noch mitnehme, deren Existenzberechtigung ich in den letzten Jahren regelmäßig angezweifelt habe, ist fraglich. Als Windschutz hat sie ausgedient.
Doch der Arcteryx Delta Hybrid Hoody kommt nicht nur mit beim Wandern. Er wird mein neues Heavy-Use-Teil bei allen Reisen und auch in der Stadt, da habe ich keine Zweifel. Er kann Windjacke sein, die nie stickig wird, Übergangsjacke, die schön warm hält, ja sogar als Skijacke dienen in Kombination mit anderen Lagen.
Beitrag zuletzt aktualisiert am 25.09.2026 von Raffaele






