
Die Montura Ritmo Light Pants bietet ultraleichten Schutz vor den Elementen beim Wintersport. Im Test überzeugt sie als Skihose, kann aber ans Limit kommen.
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Start ins ultraleichte Skivergnügen
Jetzt ist die Zeit reif, meine bald schon jahrzehntelange Erfahrung im Ultraleicht-Trekking endlich auch konsequent auf den Wintersport und speziell das Skifahren zu übertragen. So habe ich inzwischen extrem leichte Skijacke und Skistrümpfe. Die Montura Ritmo Light Pants macht mein ultraleichtes Ski-Outfit komplett, nachdem ich meine lang-lang-lang-jährige Skihose von Kjus einfach nicht mehr sehen konnte. Der Grund ist nicht die Hose an sich, sondern das Konzept von klassischen Skihosen. Sie sind im Normalfall wasserdicht und stark isoliert und das macht sie tendenziell dick, unförmig und etwas schwitzig.
Mir war deswegen beispielsweise in den letzten Jahren ständig zu warm in der Gondel, und nach ein paar flotten Kurven über die Hänge hatte ich immer gleich merkliche Schweißbildung an den Beinen. Nicht vom Sport, sondern von der zu starken Isolation, und das ist halt schon unangenehm. Generell haben sich natürlich auch über die Jahre die Durchschnittstemperaturen im Alpenraum immer weiter nach oben verändert, und so richtig eisige Skitage sind mittlerweile fast die Ausnahme.
In so einer Mischung aus „haben wir immer schon so gemacht“ und Erwartungshaltung der Kaufenden hat bei Skibekleidung diesbezüglich offensichtlich noch keine wirkliche Anpassung stattgefunden. Wenn es den Traumwinter nur noch mit etwas Glück und in immer kürzer werdenden Skisaisons gibt, so suggeriert uns wenigstens die Skibekleidung noch, wie es sein sollte oder früher einmal war.
Neben zu viel Isolation ist auch zu viel Nässeschutz ein Thema für mich. Nicht nur, dass wasserdichte Kleidung natürlich immer etwas träge ist, was das Entweichen von Schweiß angeht. An den Beinen brauchst du auch gar nicht unbedingt vollständig wasserdichte Hosen, wenn du nicht mehr Anfänger bist, der regelmäßig Schneekontakt hat. Schneefall und gelegentlicher Schneekontakt werden ausreichend von einer wasserabweisenden Beschichtung abgehalten. Und wenn doch mal Nässe durch die Kleidung dringt, verdunstet sie beim Sport dank der schnelltrocknenden Fasern von Sportbekleidung sehr schnell wieder.
Deswegen hatte ich meinen Lebtag noch nie eine wasserdichte Wanderhose dabei. Ich fand es an der Zeit, mich auch beim Skifahren von dem Gedankenkorsett einer wasserdichten Hose zu lösen, genauso wie Langläufer oder Skitourengeher da eigentlich keinen Wert drauf legen. So sind die Montura Ritmo Light Pants meine neuen ultraleichten und hochatmungsaktiven Begleiter im Winter geworden. Beim Einsatz solltest du allerdings ein paar Dinge beachten für ungetrübten Pistenspaß, wie ich dir in diesem Testbericht erläutere.
Schickes Design stößt bei der Montura Ritmo Light Pants auf wenig Gewicht

Erst mal ein paar Worte zur italienischen Marke Montura. Denn sie gehört zu den wenigen Marken, die mir als schlaksigem Menschen schon bei den Standardgrößen Hosenbeine mit ausreichender Länge bieten. Sonst muss ich immer auf Langgrößen hoffen, die viele Hersteller dann aber nur bei ausgewählten Produkten überhaupt produzieren und die dann oft auch etwas zu lang sind. Hier hingegen passen und sitzen die Hosen optimal.
Des Weiteren schätze ich an dem Hersteller, dass er seine Sportkleidung mit sehr guter Funktionalität auf mindestens marktüblichem Niveau ausstattet und mich wie etwa bei meiner Wanderhose mit sehr robuster, abriebresistenter und langlebiger Verarbeitung überzeugen kann. Das Sahnehäubchen sind dann noch die taillierten Schnitte mit dezentem Design, die nicht gleich nach Sportkleidung schreien.
Auch bei der Montura Ritmo Light Pants mag ich das Design ganz gerne, das zwar schon sportiv ist, aber eher wie eine Jogginghose wirkt. In Größe M wiegt die Hose gerade mal 317 Gramm, was der Hälfte oder weniger einer normalen Skihose entspricht.
Skitaugliche Ausstattung für Erfahrene

Die Montura Ritmo Light Pants wird als Hose für Skitourengeher vermarktet und ist damit ganz klar keine klassische Skihose. Sie ist auf körperliche Aktivität bei winterlichen Temperaturen ausgelegt und holt daher auch nur eher performanceorientierte Skifahrer ab. Die skitaugliche und wintertaugliche Ausstattung fällt entsprechend minimalistisch aus.
Das ist zunächst das winddichte Material, laut Hersteller versehen außerdem mit einer wasserabweisenden Beschichtung. Noch so eisige Winde können dir also schon mal nichts anhaben. Leider ließ sich nicht herausfinden, ob der Wasserschutz wirklich eine feste Beschichtung ist oder nur eine Imprägnierung, die sich auswäscht und dann (am besten mit Nikwax) erneuert werden muss. Das wird also erst die Zeit zeigen. Es ist aber nicht kriegsentscheidend, da der Materialmix des Außenstoffes aus Spandex-Elasthan und Polyamid sowieso kein Wasser speichert und rasend schnell trocknet. Es ist der typische Mix für Badebekleidung.
Neben Windschutz und Nässeresistenz brauchst du beim Skisport natürlich auch Wärme. Die kriegst du bei dieser Hose, aber wie auch beim Wasserschutz nur teilweise: Der vordere obere Bereich ist mit dem großartigen Octa-Futter ausgestattet, das dich dort am meisten vor Kälte schützt, wo du ihr auf der Piste am meisten ausgesetzt bist. Der Rest der Innenseite besteht vollständig aus einem dünnen Polyester-Futter, das für einen gewissen Kuschelfaktor und eine Grundwärme sorgt. Allerdings brauchst du mindestens noch ordentliche Kniestrümpfe, damit du auch an den Unterschenkeln vor Kälte sicher bist.

Unverzichtbar für eine Skisport-Hose ist schließlich der Schutz vor Kanten und Schnee am Beinabschluss. Dafür verfügen die Montura Ritmo Light Pants über sehr gut verarbeitete Gamaschen, die sich geschlossen fest über den Skischuh legen. An der Innenseite haben sie einen breiten Gummirand, sodass Schnee keine Chance hat, in den Schuh zu dringen. An der Außenseite schützt zudem eine sehr robust wirkende Materialverstärkung dafür, dass der fast unvermeidbare Kontakt mit Skiern und vor allem Skikanten dem Hosenbein nichts anhaben kann.
Kordelzug und Reißverschluss für die Sicherheit
Gemäß dem ultraleichten Konzept der Montura Ritmo Light Pants benötigt sie keinen richtigen Gürtel. Der integrierte Gummizug sorgt bereits für einen straffen Sitz auf der Hüfte, den du zusätzlich mit einem Kordelzug fixieren kannst.
Leider gibt es eine Verschwörung der Skibekleidungsindustrie gegen Gesäßtaschen. Das ist auch bei der Montura Ritmo Light Pants nicht anders. Deswegen kannst du dein Portemonnaie nicht an gewohnter Stelle unterbringen, sondern musst es in der Skijacke oder einer der Seitentaschen der Hose verwahren. Die haben immerhin sehr fest verschließende Reißverschlüsse, sodass du nichts unterwegs am Hang verlierst.
Etwas seltsam finde ich die offene Netztasche am rechten Hosenbein. Da kannst du vielleicht benutzte Taschentücher oder Schokoriegel-Verpackungen reinmachen bis du den nächsten Abfalleimer erreichst. Ansonsten wüsste ich dafür keinen Verwendungszweck. Sie ist aber so extrem unauffällig angebracht, dass sie sich auch prominent ignorieren lässt.
Tragekomfort mit kleinen Kompromissen
Beim Tragekomfort ist kritisch anzumerken, dass die Montura Ritmo Light Pants durch die winddichte Lage ziemlich raschelt. Sicher nicht so laut wie eine Regenjacke, aber es mag den einen oder anderen etwas stören.
Da sie im oberen vorderen Bereich deutlich dicker gefüttert ist, führt das dort auch zum größten Gewicht der ansonsten extrem leichten Hose. Das kann dann so wirken, dass die Beine etwas schlackern.
Für mich überwiegen aber ganz klar die positiven Aspekte: Da sie so leicht ist, trägt sie sich auch so bequem wie eine Jogginghose und du bleibst entsprechend agil und ungestört bei deinen Bewegungsabläufen. Sie trägt null auf und hat doch ein vollständiges Innenfutter, das sich auf der Haut flauschig anfühlt.
Ganz ehrlich, diese Hose werde ich für weit mehr als die Skipiste verwenden. Im Winter darf sie gerne mit auf lange Spaziergänge. Auch für die Anreise ins Skigebiet finde ich sie eigentlich ganz klasse, sodass ich meinen Ultraleicht-Fetisch auf die Spitze treiben und ohne zweite Hose in den Skiurlaub fahren kann. Mit einer normalen unförmigen sowie schwitzigen Skihose wäre es für mich undenkbar, im Zug oder Flieger zu sitzen.
Testergebnis auf einen Blick
Die Montura Ritmo Light Pants bestätigte im Test, dass sie nur mit ein paar Einschränkungen ihre wintersporttaugliche Wirkung entfaltet. Warm genug ist sie für die meisten wahrscheinlich nur mit Kniestrümpfen, und der Wasserschutz funktioniert nur im Zusammenspiel mit körperlicher Aktivität befriedigend. Damit eignet sie sich weder für Anfänger auf der Skipiste noch für Menschen, die mit ultraleichter Ausstattung noch nie was am Hut hatten. Für mich als passionierten Minimalisten hingegen hat sie sich als die neue Winterhose einen festen Platz im Kleiderschrank gesichert und mein ultraleichtes Skioutfit gekonnt vervollständigt.
Beitrag zuletzt aktualisiert am 09.10.2026 von Raffaele






