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Octa von Teijin

Das isolierende Fleecematerial Octa in der Nahaufnahme
Das isolierende Fleecematerial Octa in der Nahaufnahme © gipfelwelt.net

Das Highloft-Fleece Octa vom japanischen Hersteller Teijin kommt bei Funktionskleidung als robustes wärmendes Futter zum Einsatz. Alles zu den Eigenschaften.

Isolationsstarke Highloft-Faser im Achteck

Die mit dem Namen Octa geschützte Highloft-Faser des japanischen Textilspezialisten Teijin ist ein hochfunktionales Isolationsmaterial aus Polyester, das speziell für Outdoor-Aktivitäten wie Bergwandern und Bergsteigen entwickelt wurde. Es findet in den letzten Jahren starke Verbreitung als Isolationsmaterial in Sportkleidung, vor allem durch Premium-Hersteller wie Arcteryx oder Mountain Hardwear.

Das Besondere daran ist die patentierte Fasergeometrie, die maximale Wärmeleistung bei minimalem Gewicht garantiert: Die Fasern sind in der Mitte hohl und haben rings um den Hohlkörper acht abgehende Arme wie kleine Tintenfische. Davon leitet sich der Produktname ab.

Auch die Anordnung der Fasern verläuft oktogonal: Um einen ausgesparten Kern sind die Fasern in acht Armen angenäht, wovon sich der Produktname ableitet. Die genähten Achtecke haben einen sehr geringen Durchmesser von nur ein paar Millimetern.

Sowohl der Hohlraum im Inneren der Achtecke und der Fasern, als auch die Zwischenräume der acht genähten Arme und der acht Faserarme schließen stehende Luft ein. So schafft Octa als Futtermaterial von Funktionskleidung unendlich viele Luftkammern, die rasend schnell die Körperwärme annehmen und zurück geben. Dadurch bleibt der Träger auch bei frostigen Temperaturen stets wohlig warm.

Starke Vorteile der Technologie

Im Wesentlichen ist Octa für mich eine Weiterentwicklung von Polartec Alpha. Die hohle Faser braucht nochmals weniger Wärme und hat quasi überhaupt kein Volumen mehr, um trotzdem für Wärme am Körper zu sorgen. Dadurch befinden sich entsprechende Kleidungsstücke im Ultraleicht-Bereich und unterbieten sowohl beim Gewicht, als auch beim Volumen klassische Fleece-Jacken deutlich.

Besser als Polartec Alpha ist bei Octa auch die Abriebfestigkeit. Denn da die Fasern hier nicht abstehen, sondern flach in den Achtecken vernäht sind, dürfte es bei sachgemäßem Verbrauch kaum zu Verlusten kommen.

Die hohlen Polyester-Fasern, die noch dazu mit reichlich Hohlräumen vernäht sind, trocknen entsprechend schnell und sorgen für eine exzellente Atmungsaktivität. Das schafft keine klassische Füllung. Hitzestau ist hier ein Fremdwort und Schweiß sammelt sich auch bei starkem Schwitzen nicht an.

Wie die meisten zeitgemäßen Kunstfaser-Isolationen behält auch Octa seine wärmende Funktion, wenn es nass wird. In Kombination mit seiner extrem schnell trocknenden Eigenschaft kannst du dann durch deine eigene Körperwärme quasi den Trockner anwärmen, indem du durch etwas Bewegung die Fasern damit auffüllst. So lässt es sich fast schon zusehen, wie eine entsprechend ausgestattete Jacke wieder trocken wird.

Optimaler Einsatz und Grenzen von Octa

Du findest Octa häufig als Futterstoff in leichten Windjacken, Hybridjacken oder als eigenständigen, hochatmungsaktiven Fleece-Midlayer. Es ist eine gute Wahl für das Zwiebelprinzip bei dynamischen Stop-and-Go-Aktivitäten, wenn du abwechselnd schwitzt und in den Pausen nicht auskühlen möchtest.

Dabei eint es mit anderen Highloft-Materialien, dass eine wohlige Wärme nur dann erzeugt wird, wenn eine gewisse Körperaktivität gegeben ist. Denn durch die offene Konstruktionsweise dauert es ein bisschen, bis die Fasern die Körperwärme gespeichert haben. An ein Limit kommt die Isolationswirkung dann entsprechend auch bei langen Ruhephasen, also etwa beim Wildcamping in der kalten Gebirgsnacht, oder wenn du wegen schlechten Wetters lange in einer zugigen Berghütte ausharren musst.

Für Einsätze mit langen Aufenthalten in der Kälte ohne Bewegung solltest du Octa also mindestens durch einen Midlayer aus klassischem Fleece ergänzen. Und aus diesen Gründen ist es für Schlafsäcke oder Handschuhe kein geeignetes Isolationsmaterial, sondern hier sollte eine gute Kunstfaser-Füllung wie Primaloft verwendet werden.

Doch was schon Polartec Alpha gelungen ist, weiß Octa nochmals zu toppen: Die extrem schnelle und effektive Wirkweise beim Aufnehmen von Körperwärme, und diese durch die geschickte Faserkonstruktion zu vervielfältigen, sodass dein Jackeninneres schon bei sehr geringer Körperintensität regelrecht aufgeladen wird und für wohlige Wärme sorgt.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 24.09.2026 von Raffaele