Arcteryx Alpha IS Jacke im Langzeittest

Vorderseite der Arcteryx Alpha IS Jacke
Vorderseite der Arcteryx Alpha IS Jacke © gipfelwelt.net

Die Arcteryx Alpha IS Jacke ist sehr teuer. Aber sie überzeugt als stadttaugliche, skitaugliche, wasserdichte, ultraleichte Winterjacke mit wenigen Schwächen.

Viele Teile in meinem Kleiderschrank kommen und gehen. Es ist irgendwas nicht so optimal, es findet sich einfach ein besseres oder bequemeres Teil. Als Ultraleicht-Trekking-Fan bin ich ja außerdem recht fixiert auf das Gewicht des Kleidungsstücks, und wenn ich dann ein leichteres finde, verliere ich die Lust am Tragen des schwereren Artikel. Somit wird dann regelmäßig verschenkt oder die Sachen in gutem Zustand auch weiter verkauft.

Wenn sich eine Winterjacke über viele Jahre im Schrank halten kann wie die Arcteryx Alpha IS Jacke, dann ist das schon eher die Ausnahme. Es liegt dann nicht nur daran, dass ich mit dem Artikel zufrieden bin und dass er robust und langlebig ist. Sondern natürlich auch daran, dass ich bislang einfach keine Winterjacke gefunden habe, die mich mehr überzeugen würde. Der extrem hohe Originalpreis von 800 Euro hat natürlich auch den Effekt, dass ich sie gern lange nutzen möchte.

Warum ich überhaupt so viel Geld für eine Winterjacke ausgegeben habe, liegt daran, dass mir die allermeisten Winterjacken nicht zusagen. Zwar gibt es gefütterte und wasserdichte Jacken wie Sand am Meer. Aber die sind oft dick, schwer und unhandlich. Weite Ärmelbünde mit Klettverschluss finde ich auch nervig, und krawallig-sportives Design genauso. Da lichtet sich dann schon die Auswahl erheblich. Eine Jacke zu finden, die schön, leicht, wasserdicht, sehr warm, sporttauglich und stadttauglich ist, finde ich da gar nicht so einfach. Und deswegen habe ich damals zu dieser sehr teuren Jacke gegriffen.

Rückseite der Arcteryx Alpha IS Jacke
Rückseite der Arcteryx Alpha IS Jacke © gipfelwelt.net

Geringes Gewicht und pflegeleichtes Material der Arcteryx Alpha IS Jacket

Das überzeugendste Argument, so viel Geld für eine Jacke auf den Tisch zu legen, ist das geringe Gewicht der Arcteryx Alpha IS Jacke. In meiner Größe S wiegt sie etwa 580 Gramm. Das ist für sich genommen nicht wenig, aber wenn man die enorme Isolationskraft berücksichtigt und die Ausstattung als vollwertige Wintersport- und Skijacke, dann sehe ich das im Ultraleicht-Bereich. Zumindest in dem Sinne, dass ich kein vergleichbares Produkt mit so wenig Gewicht kenne.

Wer es noch leichter und trotzdem wasserdicht und wärmespendend möchte, kann höchstens auf die recht neuen Gore-Tex Shakedry Jacken mit Highloft-Fütterungen zurückgreifen. Die Jacke, die ich meist zum Ski fahren verwende, ist ein solches Exemplar. Allerdings gibt es da deutliche Abstriche bei der Robustheit und den Ausstattungsmöglichkeiten, da das Material eher empfindlich ist. Und für den Alltag in der Stadt sind die wegen ihrer Optik meiner Meinung nach auch nicht unbedingt geeignet.

Gewaschen werden kann die Arcteryx Alpha IS Jacke im Normalwaschgang mit normalem Waschmittel. Sie trocknet extrem schnell und ist am nächsten Tag schon wieder einsatzbereit.

Doppelte Fütterung gegen eisige Temperaturen

Denn dieses Gewicht beinhaltet eine doppelte Fütterung, die dich auch bei eisigsten Temperaturen schützt. Eine dünne Thermatek-Fütterungsschicht aus Nylon mit stark wasserabweisenden Eigenschaften wurde direkt ins Obermaterial eingearbeitet, wo sich auch die wasserdichte Gore-Tex-Membran befindet. Somit hält diese Schicht nicht nur Wasser, sondern auch Kälte schon mal gut davon ab, an den Körper zu gelangen.

Die zweite Lage der Arcteryx Alpha IS Jacket besteht aus einer 65 Gramm/m2 Coreloft-Fütterung. Hier verarbeitet Arcteryx eine silikonisierte Polyesterfaser als Wärmespender. Diese Kunstfaser hat es wirklich in sich und ich finde das Wärme-Gewicht-Verhältnis sehr beeindruckend.

Im Arcteryx Alpha IS Jacket Test konnte ich feststellen: Ich komme bis deutlich in den Minusbereich mit dieser Jacke zurecht. Wenn ich dann noch eine Isolationsjacke darunter trage, ist auch minus 15 bis minus 20 Grad noch drin. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es mir oberhalb von etwa 7 Grad dann allerdings zu warm wird. Das ist eine Winterjacke für eisige Temperaturen, und so sollte sie auch eingesetzt werden, sonst wird es schwitzig.

Skitauglich und stadttauglich mit wenigen Einschränkungen

Bündchen der Arcteryx Alpha IS Jacke
Bündchen der Arcteryx Alpha IS Jacke © gipfelwelt.net

Die Jacke war schon bei vielen Skiurlauben dabei, bevor sie von einer sehr sportiven Shakedry-Jacke abgelöst wurde, die dafür noch besser geeignet ist, aber sich wiederum nicht so gut in der Stadt macht. Die Arcteryx Alpha IS Jacke lässt sich für beides gut einsetzen. Der wichtigste Grund: Trotz der doppelten Fütterung träg die Arcteryx Alpha IS Jacke kaum auf. Da sie auch noch eher körperbetont geschnitten ist, finde ich den Sitz sehr gut und sie engt die Bewegungsfreiheit nicht wirklich ein.

Gut für Beides ist auch der Grad der Fütterung. Sowohl beim Skifahren als auch im Alltag wechselt man ja häufig zwischen draußen und drinnen, und die Außentemperaturen können sehr variieren, mal scheint dann noch die Sonne, mal schneit oder regnet es. Damit es bei den Wechseln nicht zu übertriebener Wärme kommt, darf die Jacke nicht zu dick gefüttert sein. Aber sie soll auch noch bei Minusgraden ausreichen. Das kriegt die Arcteryx Alpha IS Jacke meiner Meinung nach sehr gut hin. Die nicht so extreme Fütterung hat auch den Vorteil, dass die Jacke zügig Wärme abgibt, wenn sie es soll, also bei beheizten Innenräumen zum Beispiel. Einfach den Frontreißverschluss komplett aufgemacht, schon entweicht die im Isolationsmaterial gespeicherte Wärme schnell.

Eine sehr große Kapuze macht es möglich, einen Skihelm darunter zu tragen, damit es bei sehr kalten Pistentagen etwas erträglicher wird. Die Größe der Kapuze lässt sich mit einem Kordelzug anpassen. Im Stadtalltag wirkt sie allerdings ein bisschen überdimensioniert.

Durch die Gore-Tex-Membran ist das Material extrem wasserdicht und winddicht. Das Rascheln, was die Membran mit sich bringt, fällt hier relativ gering aus – vielleicht wegen der dünnen Futterlage, die über der Membran eingearbeitet ist.

Ein sehr schönes Detail finde ich die Bündchen. Sie bestehen aus Stretchmaterial und legen sich fest um das Handgelenk, sodass keine kalte Luft eindringen kann. Beim Sport – oder auch sonst nach Bedarf – lassen sich Handsche sehr gut über die Bündchen anlegen, da deren Material sehr dünn ist. Ein unschöner Klettverschluss, wie ihn viele Winterjacken haben, ist mit solchen Bündchen komplett überflüssig.

Auch insgesamt war für mich ein wesentlicher Grund für den Kauf der Jacke die Optik. Sie ist weitestgehend dezent und minimalistisch gehalten. Das macht sich gerade in den Details bemerkbar, etwa dezente Kunststoffabdeckungen für die Druckknöpfe oder Reißverschlusslaschen aus unauffälligem Kunststoff statt Metall. Das reflektierende Logo mit Arcteryx-Schriftzug ist in einem unauffälligem Farbton gestaltet und wenn es nicht reflektiert, kaum zu sehen.

Leider hat die Jacke auf dem linken Ärmel einen “Gore Tex“-Schriftzug, aber wenigstens auch in Schwarz und damit sehr unauffällig.

Einzig störend an der Optik finde ich den Reißverschluss der Brusttasche, der wie Klebeband aussieht.

Gefütterter Kragen der Arcteryx Alpha IS Jacke
Gefütterter Kragen der Arcteryx Alpha IS Jacke © gipfelwelt.net

Der Kragen ist auf der rechten Seite gefüttert, sodass bei komplett geschlossenem Frontreißverschluss die Jacke nicht am Kinn kratzt.

Neben zwei Seitentaschen gibt es noch eine Brusttasche an der Außenseite der Jacke. Diese ist groß genug für das Smartphone. Ich verstehe allerdings nicht, wieso man sich nicht die Mühe gemacht hat, ihr ein schwarzes Futter zu verleihen. Das ungefärbte, weiße Plastikmaterial sieht schon etwas hässlich aus.

Brusttasche der Arcteryx Alpha IS Jacke
Brusttasche der Arcteryx Alpha IS Jacke © gipfelwelt.net

Kleiner Kritikpunkt: Reißverschlüsse

Bei den Reißverschlüssen der Jacke bin ich nicht ganz glücklich. Der Hersteller weist darauf hin, dass die Reißverschlüsse der Arcteryx Alpha IS Jacke nicht komplett wasserdicht sind. Das ist in Anbetracht des Preises natürlich schon etwas schwach. Aber zumindest habe ich es noch nie erlebt, dass Wasser durchgedrungen ist.

Wie schon angesprochen, finde ich auch das Design des Brusttaschen-Reißverschlusses eher unschön und es durchbricht das ansonsten eher edle Design der Jacke.

Der Hauptreißverschluss ist am Ende leicht ausgefranst
Der Hauptreißverschluss ist am Ende leicht ausgefranst © gipfelwelt.net

Die Reißverschlüsse sind auch so das ziemlich einzige Element, wo ich nach vielen Wintern Gebrauchsspuren an der Jacke habe. Die Lackierung ist an den Schiebergriffen ist hie und da schon etwas abgegangen. Und am unteren Ende des Frontreißverschlusses, das man beim Verschließen im Schlitten einführt, ist der Kunststoff ein kleines bisschen ausgefranst.

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