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Geldwechsel der Reisebank im Test

Filial- und Automatensuche der Reisebank
Filial- und Automatensuche der Reisebank © gipfelwelt.net

Im Urlaub und auf Reisen brauchst du immer noch oft Bargeld, gerade in abgelegenen Regionen wie auf Bergtouren. Der Geldwechselservice der Reisebank im Test.

Das beste Zahlungsmittel bei Auslansreisen ist heutzutage sicherlich die Kreditkarte. Als Besitzer einer Premium-Kreditkarte bezahle ich keine Fremdwährungsgebühren, wenn ich die Karte in Nicht-Euro-Ländern verwende. Die Akzeptanz von Kreditkarten wird immer besser, mit den kontaktlosen NFC-Zahlungsmöglichkeiten über Handy und Smartwatch hat das nochmals mächtig Auftrieb bekommen. Selbst kleinste Lädchen haben NFC-Terminals. Während ich in Berlin im Einzelhandel regelmäßig Probleme habe, mit Karte zu zahlen, ist mir das am Ende der Welt in irgendwelchen Dorfläden oder Eisdielen ohne Weiteres möglich gewesen.

Wie im Bargeld-versessenen Deutschland gibt es dennoch auch alle möglichen anderen Länder und Regionen, wo das mit der Kartenzahlung noch hapert. Gerade beim Bergwandern ist sehr oft die Mitnahme von Bargeld erforderlich. Auf Berghütten und in sehr entlegenen Hochgebirgsregionen ist das regelmäßig der Fall.

Gerade bereite ich mich auf den Lykischen Weg in der Türkei vor, und ähnlich wie bei uns scheint es auch da noch nicht flächendeckend Möglichkeiten der Kartenzahlung zu geben und eine große Bargeld-Mentalität vorzuherrschen. Oder in Chile beispielsweise war es so, dass zwar jedes Geschäft und selbst die Stände auf den Märkten so gut wie immer Kartenzahlung akzeptiert haben. Ausgerechnet Unterkünfte, die wir online gebucht hatten, konnten aber weder mit Karte noch über die Buchungsportale bezahlt werden, sondern man wollte Cash.

Auch Akzeptanzprobleme sind keine Seltenheit: Obwohl es mit Mastercard und Visa eigentlich nur zwei wesentliche globale Kartenzahlungs-Systeme gibt, passiert es ständig, dass eine Zahlung aus diffusen Gründen nicht durchgeführt werden kann.

Kurzum: Mein Traum von einer bargeldlosen Welt ohne das Hickhack mit Geld wechseln und abheben wird wohl vorerst noch ein Traum bleiben. Also brauche ich für meine Bergtouren und Auslandsreisen immer auch einen Bargeldbestand im Portemonnaie.

Probleme mit Geldautomaten im Ausland

Die Versorgung mit Bargeld ist grundsätzlich über jede gute Kreditkarte lösbar: Bargeld kann ich mit meiner Premium-Kreditkarte weltweit abheben, ohne dass mir meine Bank dafür Gebühren berechnet. Wichtig: Hierbei sollte die Abhebung immer in der Landeswährung erfolgen, denn sonst stellen die Automatenbetreiber ominöse Wechselkurse in Rechnung. Also wenn du am Automaten gefragt wirst, ob du in Landeswährung oder Euro abrechnen möchstest, unbedingt immer die Landeswährung auswählen. Das ist der erste Fallstrick von Geldautomaten.

Der zweite Fallstrick ist, dass verstärkt Automaten-Gebühren fällig werden, auch wenn dir deine Kreditkarten-Bank für das Abheben keine Gebühren berechnet. Das geht bei ein paar Euro los und manchmal ist die Höchstsumme sogar gedeckelt, sodass du mehrere Abhebungen tätigen musst und mehrmals die Gebühr zahlen darfst. Gerade am Flughafen und anderen Touristen-Hotspots sind die Automatenbetreiber hier besonders dreist.

Ein dritter Fallstrick sind wie beim Bezahlen auch beim Abheben Akzeptanzprobleme: Nicht jeder Automat akzeptiert jede Karte. So kriegst du dann mit deiner Visa oder Mastercard bei manchen Banken im Ausland einfach kein Bargeld. Da hatte ich auch beispielsweise in Chile große Probleme und konnte nur bei ein, zwei der chilenischen Geldinstitute Cash kriegen.

Der Test: Reisebank

Damit du also nicht hektisch in den Urlaub startest und vor Ort panisch Geld auftreiben musst, ist es doch wesentlich entspannter, bereits vor dem Urlaub die Auslandswährung zu besorgen. Der größte Player dafür ist in Deutschland die Reisebank. Streng genommen ist es eher eine Wechselstuben-Kette als eine Bank, da sie keine klassischen Bankdienstleistungen anbietet. Unzählige Automaten, SB-Filialen und normale Filialen offerieren an Bahnhöfen, Flughäfen und in Einkaufsstraßen ihre Dienste.

Daher habe ich den Test mit der Reisebank gemacht und für meine Türkei-Reise türkische Lire hier vor Ort in Berlin am Bahnhof Friedrichstraße gekauft. Das hat schnell und einfach geklappt und bezahlen konnte ich mit meiner Kreditkarte. Das Geld bekam ich in einem Umschlag ausgehändigt.

Ist Geld wechseln bei der Reisebank günstig? Ich würde sagen, eher nicht. Das Preis- und Entgeltverzeichnis der Reisebank ist etwas auf der Homepage versteckt. Neben 3 Euro Festbetrag fallen 4 Prozent Gebühren an, maximal 10 Euro insgesamt. Die 10 Euro sind jedoch auch bei kleinen Beträgen schon erreicht. Es wäre auch nett gewesen, wenn der Herr am Schalter der Reisebank gesagt hätte, was es kostet. Ich habe es dann erst der Quittung entnehmen können.

Neben den ausgewiesenen Gebühren verdient die Reisebank natürlich auch an dem Wechselkurs. Dieser liegt bei fast allen Banken und erst recht bei Wechselstuben unter dem aktuellen Devisenkurs, wodurch sich deren Gewinnspanne ergibt. Der Devisenkurs der Reisebank ist für dich aber in der Regel etwas günstiger als der deiner Hausbank.

Immerhin gibt es ein großes Plus: Innerhalb von 60 Tagen kannst du nicht verwendetes Bargeld in Fremdwährung (nur Scheine) gebührenfrei zum Ankaufskurs des Kauftages bei der Reisebank in Euro zurücktauschen. Die einzigen Kosten entstehen aus der Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis. Wenn du also im Urlaub nicht alles ausgegeben hast, bringst du es einfach wieder zur Reisebank zurück. Ganz wichtig: Quittung vom Kauftag dafür unbedingt aufbewahren!

Guter Service, der aber seinen Preis hat

Neben der Möglichkeit, übriges Geld nach dem Urlaub (fast) kostenlos zurückzutauschen, gefällt mir an der Reisebank der gute und unkomplizierte Service. Die Filialen haben sehr lange Öffnungszeiten an sechs oder teilweise sogar sieben Tagen in der Woche. Die gängigsten Währungen sind vorrätig, müssen also nicht vorbestellt werden. Ansonsten kannst du so gut wie jede Währung online bei der Reisebank vorbestellen oder dir sogar nach Hause liefern lassen, wofür die Gebühren ein bisschen höher als in der Filiale sind.

Sehr praktisch sind auch die Geldautomaten und SB-Filialen der Reisebank, wo du rund um die Uhr die gängigsten Währungen wie Dollar oder britische Pfund abheben kannst. Manche SB-Filialen bieten darüber hinaus auch den Ankauf von Fremdwährungen an. Mit der Standortsuche kannst du nachgucken, wo es in deiner Nähe welche Automaten und Filialen mit welchen angebotenen Services gibt.

Somit finde ich die hohen Gebühren grundsätzlich okay, zumal es für mich nur alle ein, zwei Jahre erforderlich ist, Bargeld in Fremdwährungen zu beziehen. Dass ist das bei der Reisebank bequem vor der Reise erledigen kann und nicht vor Ort hektisch Bargeld organisieren muss sowie nach der Reise übriges Bargeld zurückbringen kann, darf dann auch ein bisschen was kosten. Sparfüchse sollten sich allerdings andere Wege suchen, an Bargeld zu gelangen, und müssen dafür etwas Rechercheaufwand in Kauf nehmen.

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