Augen auf beim Brillenkauf!

Du bist Outdoorfan und wie ich Brillenträger? Dann habe ich ein paar Tipps für dich, was du beim nächsten Brillenkauf beachten solltest.

Brille mit selbsttönenden Gläsern
Brille mit selbsttönenden Gläsern. © gipfelwelt.net

Gerade ist bei mir wieder die Anschaffung einer neuen Brille notwendig, und da will ich mal etwas über meine Erfahrungen beim Tragen einer Brille beim Sport berichten. Ich bin schon seit über 20 Jahren Brillenträger und verbringe seit jeher viel Zeit bei Outdoor-Aktivitäten. Da haben sich ein paar Dinge bewährt, die man beim Kauf beachten sollte. Mit Kontaktlinsen bin ich im Übrigen nie zurecht gekommen, und gegen das Augenlasern sprechen für mich vor allem medizinsche Gründe/Risiken, die ich hier jetzt mal außen vor lasse.

Also wird es dabei bleiben: Ich trage Brille. Genauer gesagt drei Brillen, eine für den Alltag, eine Sonnenbrille für den Alltag, und eine Brille für den Sport.

Grundsätzlich hat sich da in den letzten 20 Jahren technologisch nicht besonders viel getan. Die Moden wechseln, die Beschaffenheit der Gläser hat sich geringfügig verbessert bzw. ehemals sehr teure Extras wie Entspiegelung sind zum Standard geworden.

Diese Dinge würde ich dir beim Kauf einer Brille für den Sport empfehlen:

Kunststoff-Gläser

Gläser aus Kunststoff haben gegenüber mineralischen Gläsern eine Menge Vorteile. Vor allem sind sie deutlich leichter und bruchsicherer. Wenn sie doch kaputt gehen sollten – ist mir noch nicht passiert im Gegensatz zu mineralischen Gläsern – gibt es natürlich auch eine viel geringere Verletzungsgefahr. Beim Wechsel zwischen Kalt und Warm beschlagen sie außerdem merklich kürzer.

Leider gibt es auch einen ganz großen Nachteil: Sie verkratzen sehr leicht. Beim Putzen, wenn die Brille mal runter fällt etc. kommt es schnell zu kleinen Kratzspuren, die den nervtötenden Effekt haben, dass sie das Licht brechen. Da denkt man ständig die Brille sei dreckig, bzw. das Sichtfelt ist einfach gestört. Entsprechende Beschichtungen, die das verhindern sollen, helfen kaum. Bei mir halten Kunststoff-Gläser so drei bis vier Jahre, bis ich sie wegen zu vieler Kratzer austausche. Dennoch sind sie beim Sport unbedingt die bessere Wahl.

Selbsttönende Gläser

Du brauchst gerade im Hochgebirge UV-Schutz für die Augen und Schutz vor der manchmal extrem blendenden Sonne. Deswegen ist eine Sonnenbrille Pflicht auf deiner Packliste. Wenn du aber eh die ganze Zeit eine Brille auf der Nase hast, ist es wenig sinnvoll, eine zweite mitzuschleppen. Denn dafür gibt es die selbsttönenden Gläser, die sich den Lichtverhältnissen anpassen und bei zunehmender UV-Strahlung dunkler werden. Das ist zwar etwas träge, meine braucht etwa 30 Sekunden, um von komplett hell auf komplett dunkel umzuswitchen. Aber immer noch besser als eine extra Sonnenbrille.

So, und jetzt der Nachteil: Die Gläser trüben auch ein, wenn keine Sonne scheint, sind an Sommertagen also dauerhaft leicht eingefärbt. Denn UV-Strahlung ist ja auch bei bewölktem Himmel vorhanden. Zum einen macht das die Augen durch den Gewöhnungseffekt sehr empfindlich gegenüber Sonnenlicht, und zum anderen sehen diese leicht eingefärbten Gläser irgendwie echt panne aus … Also im Alltag geht das für mich gar nicht, weswegen ich da eine Brille ohne Selbsttönung und eine normale Sonnenbrille in Sehstärke nutze. Aber auf Tour ist die Funktion halt schon unschlagbar, du musst nicht ständig die Brille wechseln, und Packgewicht sparst du auch.

Vollentspiegelung

Dein Optiker wird dir einen ganzen Reigen an möglichen Beschichtungen für deine Brillengläser präsentieren. Absolut unverzichtbar ist eine vollständige Entspiegelung, damit es keine Lichtreflexe gibt, denn sonst siehst du bei viel Sonnenschein gar nix außer große helle Flecken. Ist aber eh mittlerweile oft schon inklusive.

Bruch-, Kratz-, schmutz- und wasserabweisende sowie kontraststeigernde Beschichtungen haben nach meiner Erfahrung nur sehr geringe Verbesserungseffekte, das wäre also ein Punkt, wo man evtl. etwasGeld sparen kann. Das gilt auch für “polarisierende” Gläser, die bei starkem Sonnenlicht, Schnee und spiegelnden Wasseroberflächen für noch mehr Kontrast und weniger Blendung sorgen sollen. Hab ich im Schee ausprobiert – geringer Effekt.

Große Gläser ohne Krümmung

Du brauchst vor allem beim Sport ein möglichst ungestörtes Sichtfeld, das dir Rundumsicht ermöglicht, und wo dich auch die Sonne nicht von oben oder von der Seite an der Brille vorbei blendet. Daher empfiehlt es sich, ein Gestell zu wählen, das Platz für die größtmöglichen Gläser hergibt, die bei deinem Gesicht passen und OK aussehen.

Gerade viele Sonnenbrillenmodelle sind der Gesichtsform entsprechend halbrund gekrümmt. Das reduziert zwar die Gefahr, dass du von der Seite geblendet wirst. Allerdings haben die gekrümmten Gläser, die dafür benötigt werden, einen verzerrenden Effekt. So ein bisschen wie wenn einem schwindlig ist, das kann sehr unangenehm sein, vor allem wenn du verschiedende Brillen im Wechsel trägst. Deswegen besser ein gerades Modell wählen.

Kunststoff-Gestell

Sehr bewährt haben sich für mich Rahmen aus Kunststoff. Denn sie sind leicht, unempfindlich, und das Beste: sie liegen direkt auf der Nase auf. Die haben also keine Nasenpads, die ich noch nie mochte, weil sie – gerade wenn man schwitzt – für Juckreiz und Druckstellen sorgen. Die Drähte, mit denen diese Pads eingestellt werden, gehen außerdem sehr schnell kaputt.

 

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