Samsung Galaxy S20 FE im Test

Samsung Galaxy S20 FE mit Samsung-Silikon-Cover
Samsung Galaxy S20 FE mit Samsung-Silikon-Cover © gipfelwelt.net

Das Samsung Galaxy S20 FE ist als “Fan Edition” günstiger, aber technisch gleichauf wie das normale S20. Es hat außerdem noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile.

Das Smartphone übernimmt immer mehr Aufgaben beim Bergwandern

Outdooractive-Kartenansicht auf dem Samsung Galaxy S20 FE
Outdooractive-Kartenansicht auf dem Samsung Galaxy S20 FE © gipfelwelt.net

Die Liste der Funktionen, die das Smartphone auf meinen Touren und den Reisen im Zusammenhang damit übernimmt, wird immer länger. Telefonieren und im Notfall die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen, sind schon lange eher noch unter ferner liefen. Denn die meiste Zeit dient es anderen Dingen und hat so alle möglichen Gegenstände auf meiner Packliste überflüssig gemacht.

Am wichtigsten ist die GPS-Navigation mit Outdooractive, die Papierkarten und Wanderführer ersetzt. Dazu verwende ich wegen der Akkupower und der einfacheren Handhabung die Smartwatch, aktuell die Mobvoi Ticwatch Pro 3, das Smartphone setze ich ergänzend für die Kartenansicht der Outdooractive-App ein.

Am zweitwichtigsten ist die Kamerafunktion, wo das Smartphone mit immer besserer Ausstattung schon lange den Fotoapparat abgelöst hat.

Ansonsten ist das Smartphone auch mein Wecker, meine Taschenlampe, mein eReader zum Bücher lesen, mein Schreibwerkzeug für Blog- und andere Texte mit entsprechenden Apps, meine Wettervorhersage, meine Auskunft und elektronisches Ticket für Bahn, Bus und Flugzeug. Und wenn es mal kein WLAN gibt, kommt es auch als mobiler Hotspot zum Einsatz. Außerdem verwende ich es mittlerweile zum Bezahlen, da Smartphones ja mittlerweile standardmäßig mit NFC ausgestattet werden, sodass ich dank der immer stärkeren Verbreitung des mobilen Bezahlens oft nicht mal mehr das Portemonnaie mitnehmen muss.

Vor- und Nachteile der Galaxy S-Reihe

Mit dieser länger werdenden Liste an Einsatzbereichen steigen auch die Anforderungen an das Gerät. Die Gründe, warum ich schon seit geraumer Zeit Anhänger der Galaxy S-Reihe bin, sind hauptsächlich diese:

  • wasserdichtes Gehäuse mit IP68-Zertifizierung
  • sensationelle Kamera mit mittlerweile drei Objektiven: Tele, Weitwinkel und Ultraweitwinkel
  • Vorgängermodelle vergleichsweise günstig
  • die leichtesten Gehäuse unter den Premium-Smartphones
  • sehr lange Akkulaufzeiten, die sich durch Energiesparmodi noch ausweiten lassen

Die Nachteile haben sich bislang allerdings leider auch kaum verändert:

  • sehr empfindliche Gehäuse, die keinen Sturz verzeihen
  • Preise der neuesten Modelle verhältnislos
  • Akkulaufzeit lässt nach etwa einem Jahr merklich nach

Der Akku und ein Sturz (nicht beim Wandern, sondern im Alltag) waren auch die wesentlichen Gründe, warum mein Samsung Galaxy S10 bereits wieder ins Rentenalter gekommen ist. Schon das S8 hatte sich mit einem Sturz vom Tisch nach einem Jahr aus dem Leben verabschiedet.

Warum ich das Samsung Galaxy S20 FE gewählt habe

Rückseite Samsung Galaxy S20 FE ohne Cover
Rückseite Samsung Galaxy S20 FE ohne Cover © gipfelwelt.net

Was das FE am attraktivsten aus der S20er-Reihe macht, ist der Preis. So liegt es etwa 30 Prozent unter dem S20 ohne “FE” im Namen, das jedoch mehr oder weniger die gleiche Technik verbaut hat. Denn das steht für “Fan Edition” und soll so also eine Art preisliches Zugeständnis sein.

Das Display ist sogar größer als beim normalen S 20, was mir sehr entgegen kommt. Gerade Karten und Bücher lesen oder Texte tippen kann bei den Standard-Displays schon fummelig werden.

Beim Gehäuse des Samsung Galaxy S20 FE kommt es mir des Weiteren sehr entgegen, dass Kunststoff verwendet wurde. Das dürfte doch unempfindlicher sein als das sonst verwendete Glas. Es sieht nicht so edel aus, ist aber eh nicht zu sehen, weil ich seit dem Schrotten meines vorletzten Samsung Galaxy S immer die hauseigenen Silikon-Cover verwende – die im Übrigen auch nicht besonders schön sind, aber wertvollen Zusatzschutz leisten.

Rückseite Samsung Galaxy S20 FE mit Samsung-Silikon-Cover
Rückseite Samsung Galaxy S20 FE mit Samsung-Silikon-Cover © gipfelwelt.net

Auch dass das Samsung Galaxy S20 FE keine abgerundeten Kanten hat, ist für viele Tester ein Kritikpunkt. Allerdings hatte ich ein Gerät geschrottet, weil es genau auf diese Kante gefallen und so das Display komplett zersprungen ist. Die glatten Kanten finde ich daher für den Outdoor-Einsatz also wesentlich besser.

Die Akkulaufzeit ist auch hier wieder sehr überzeugend und länger als beim Vorgänger S10. Da sich das je nach Nutzung und Lebensalter des Akkus extrem unterscheidet, ist es schwierig, hier Angaben zu machen. Im Energiesparmodus und Flugmodus, wenn ich Internet und Telefon nicht benötige, mit gelegentlichem Fotografieren und Nutzen der Outdooractive-App reicht eine Akkuladung aber durchaus ein paar Tage.

Wer etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte, kann das Samsung Galaxy S20 FE 5G kaufen, da es einen akkuschonenderen Qualcomm-Prozessor verbaut hat. Ich finde aber, ich gebe eh schon viel zu viel Geld für die Teile aus und sie halten kaum länger als ein Jahr durch, also habe ich lieber das günstigere Modell gewählt.

Sehr kompakt, mehr Gewicht, aber auch viel mehr Display

Die Galaxys scheinen generell immer mehr Gewicht zu bekommen, und das Samsung Galaxy S20 FE wiegt dann nochmals knapp 30 Gramm mehr als das S20, hat allerdings auch ein viel größeres Display (6,5 Zoll zu 6,2 Zoll). Das hört sich vielleicht nicht nach einem großen Unterschied an, aber beim Samsung Galaxy S20 FE Test macht sich das für mich von Anfang an in einer deutlich höheren Benutzerfreundlichkeit bemerkbar. Ich nutze das Smartphone ja für immer mehr Dinge bis hin zum lesen und schreiben, und brauche daneben mittlerweile als einziges elektronisches Gerät beim Bergwanderung nur noch meine Smartwatch. Dementsprechend ist es schon angenehm, wenn man mehr Fläche zum Hantieren hat.

Mit den Maßen von 160 x 75 mm ist das S20 FE ein bisschen größer als das S20, aber immer noch kompakt genug, dass es problemlos in die Hosentasche passt. Ein bisschen dicker ist es auch. Ich finde es gerade so noch kompakt genug, um das Smartphone mit einer Hand zu bedienen.

Das Gewicht liegt bei 190 Gramm, hinzu kommt noch das Gewicht des Silikon-Covers von Samsung, macht ingesamt 218 Gramm. Das ist zum Vorgänger Samsung Galaxy S10 inklusive dessen Silikon-Cover ein Mehrgewicht von 43 Gramm. Ich denke aber, das kann auch ein Ultraleicht-Trekking-Fan wie ich verschmerzen. Und auch diese schwerere Version der Galaxy S-Reihe ist gewichtsmäßig noch konkurrenzlos, das es von anderen Herstellern eigentlich keine Premium-Smartphones unter 200 Gramm gibt. In der Hand macht sich das Mehrgewicht allerdings schon bemerkbar, und auch in der Hosentasche schlackert das Gerät merklich stärker als das S10.

Verbessertes Handling, aber kein Klinkenstecker mehr

Schon seit Längerem macht es Samsung leicht, von einem Gerät zum nächsten zu wechseln. Mit Smart Switch wurde das neue Telefon fast voll automatisch wie das alte eingerichtet, das verkürzt den Prozess der Instandnahme doch schon mal immens.

Mit der 20er Reihe hat sich das Handling der Galaxy Handys verbessert. Hier gibt es nur noch zwei Tasten, An/Aus und Lautstärke, die jetzt beide rechts oben sitzen. Das macht das Handling einfacher und man kommt nicht mehr so leicht versehentlich auf eine Taste. Auch ist es besser mit einer Hand zu bedienenen, weil beide Tasten schön übereinander liegen.

Screenshots lassen sich durch gleichzeitiges Drücken des Power und es Power Down Buttons erstellen.

Der “maximale Energiesparmodus” wurde leider abgeschafft. Es gibt nur noch einen Modus zum Energie sparen, der hauptsächlich durch Begrenzung des Prozessors auf 70 Prozent ein paar Stunden mehr rausholt.

Akut vom Aussterben bedroht sind Klinkenstecker für Kopfhörer und Headsets, und sie sind auch am Samsung Galaxy S20 FE nicht mehr zu finden. Sie nehmen Platz weg und die mittlerweile standardmäßig verbauten USB-C-Buchsen können das genauso gut. Da es jedoch noch keine einheitlichen USB-C-Kopfhörer gibt, benötigt man derzeit noch einen Adapter für Kopfhörer bzw. Headset. Ein bisschen mickrig fand ich, dass der nicht zum Lieferumfang gehört, und musste ihn mir daher noch extra dazu kaufen. Auch Kopfhörer wie bislang üblich liegen nicht mehr bei.

Natürlich kann man auch Bluetooth-Kopfhörer verwenden. Das ist zum Bergwandern allerdings überhaupt keine Option, da die ja auch immer wieder aufgeladen werden müssen.

Teleobjektiv, Weitwinkelobjektiv und Ultraweitwinkelobjektiv

Galaxy S20 FE Motiv Mit Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Teleobjektiv
Galaxy S20 FE Motiv Mit Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Teleobjektiv © gipfelwelt.net

Seit dem S10-Modell sind die Samsung Galaxy S-Modelle mit drei Objektiven ausgestattet, die das Fotografieren zu einem wahren Vergnügen machen. Auch beim Samsung Galaxy S10 FE kannst du für ein Motiv zwischen Teleobjektiv für Details, Weitwinkelobjektiv für normale Landschaftsaufnahmen und dem neuesten Ultraweitwinkelmotiv wählen, das einen extrem breiten Ausschnitt erfasst. Dieser wölbt das Motiv allerdings in der horizontalen Bildachse etwas. Es braucht ein bisschen Übung, um die Kamera im besten Winkel zu positionieren, damit das Motiv nicht zu sehr verzerrt wird. Dann ist der Ultraweitwinkel aber gerade für Panoramablicke einfach toll.

Ein bisschen ungünstig finde ich die Platzierung der Objektive am oberen Gehäuserand. Dadurch kommt man beim Fotografieren schnell mit dem Finger vor die Linse.

Somit wandert das Samsung Galaxy S20 FE jetzt auf die Packliste und ich würde mir sehr wünschen, wieder mal ein Smartphone zu haben, was auch nach einem Jahr noch zuverlässig funktioniert. Das wird dann aber erst die Zeit zeigen.

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