Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt

Holzbrücke in Schwedt, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Holzbrücke in Schwedt, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Der Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt führt durch das herrliche, einsame Oderbruch in das Untere Odertal, den nächstgelegenen Nationalpark Berlins.

Nachdem ich letztes Jahr bereits ein Teilstück des Oder-Neiße-Radwegs geradelt bin und sehr begeistert war, wollte ich unbedingt noch ein weiteres Teilstück erkunden. Somit habe ich jetzt den gesamten Abschnitt des Oder-Neiße-Radwegs absolviert, der sich gut von Berlin aus erreichen lässt.

Bei der ersten Tour ging es in 1,5 Tagen an der deutsch-polnischen Grenze von Forst/Lausitz die Neiße entlang, zur Neißemündung bei Eisenhüttenstadt, an Frankfurt-Oder vorbei nach Küstrin-Kietz.

Die heutige zweite Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt führte an einem Tag durch den Landkreis Märkisch-Oderland östlich von Berlin, weiter entlang an der Grenze zu Polen. Die erste Hälfte führte durch die einsame und weitläufige Landschaft des Oderbruchs. Kurz vor Lunow-Stolzenhagen ging es in den Nationalpark Unteres Odertal, den nächstgelegenen Nationalpark Berlins, bis zur Nationalparkstadt Schwedt/Oder.

Vor Kienitz wurde ich wegen der Afrikanischen Schweinepest mal kurz vom Wasser weggelotst, aufgrund dessen auch ein blauer Elektrozaun entlang des Oderdamms gespannt war. Die eigentliche Route führt aber durchgängig über autofreie Straßen – und fernab von stark befahrenen Straßen – durch weitläufige Natur am Wasser entlang.

Somit war ich extrem begeistert! Auf dem ersten Abschnitt des Oder-Neiße-Radwegs gab es zwar mehr zu besichtigen, ich kam aber entsprechend auch deutlich stärker mit der Zivilisation in Berührung und es gab Abschnitte parallel zu Landstraßen. Der heutige zweite Abschnitt stand hingegen voll und ganz im Zeichen der Natur und ist damit genau das Richtige für den stadtmüden Großstädter, der für ein Mikroabenteuer einen Ausgleich sucht. Von meinen bisherigen Mikroabenteuern hat mir dieses am besten gefallen.

Dauer und Schwierigkeitsgrad

Für die knapp 90 km Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt habe ich gut fünf Stunden Fahrtzeit ohne Pausen gebraucht.

Da der Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt durchgängig auf autofreien Radwegen verläuft, handelt es sich um eine leichte Tour. Der Belag ist hie und da in die Jahre gekommen und es gibt einen kurzen unasphaltierten Abschnitt, größtenteils ist er aber in gutem Zustand.

Der Weg ist kaum zu verfehlen und sehr gut markiert.

Unterwegs gibt es diverse Möglichkeiten, einzukehren oder auch zu übernachten – zumindest nach der Pandemie.

Es ist zu empfehlen, die Route flussabwärts nach Norden zu fahren, da man dann von leichtem Gefälle profitiert.

Start und Ziel

Dieser Abschnitt auf dem Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt/Oder lässt sich aus Berlin bequem mit der Regionalbahn erreichen. In jeweils gut 1,5 Stunden bestehen Direktverbindungen mit dem RB26 von Berlin-Ostkreuz nach Küstrin-Kietz, und mit dem RE3 von Berlin-Südkreuz oder Berlin-Hauptbahnhof nach Schwedt.

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Küstrin-Kietz folgte ich der Ausschilderung der Straße zunächt nach Süd-Süd-West, die mich dann auf ruhigen Seitenwegen durch die Siedlung in einer Schleife und unter der Bundesstraße durch zur Oder lotste.

Oderdamm mit Grenzpfeiler hinter Küstrin, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Oderdamm mit Grenzpfeiler hinter Küstrin, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Sofort befand ich mich im Open Space des Oderbruchs mit seiner weitläufigen Auenlandschaft. Nun ging es die Hälfte der Strecke nord-west-wärts. Anfangs noch neben einer kaum befahrenen Straße, war es die meiste Zeit möglich, oben auf dem Oderdamm zu fahren und so den freien Blick über die Auen genießen zu können.

Van-Herlem-Blick, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Van-Herlem-Blick, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Ich überquerte die Alte Oder und radelte dann nach dem Van Herlem-Blick mit Gedenkstein zunehmend entfernt von der Zivilisation.

Nach 22 km kam ich an das Örtchen Kienitz mit kleinem Hafen und Campingmöglichkeit am Gasthof Zum Hafen.

Sogleich befand ich mich wieder in der einsamen Natur, bis ich den Kulturhafen Groß Neuendorf erreichte.

Instandsetzung der Europabrücke bei Siekierki, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Instandsetzung der Europabrücke bei Siekierki, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Weiter führte mich meine Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt auf und nebem dem Oderdamm. Gegenüber der polnischen Stadt Siekierki gab es die Großbaustelle der im Zweiten Weltkrieg gesprengten Europabrücke zu bestaunen, deren Überreste zeitnah wieder passierbar gemacht werden.

Nach einem weiteren fantastischen Stück auf dem Damm führte der Oder-Neiße-Radweg ein kurzes Stück vom Wasser weg durch den Ort. Hier wechselte die Fahrtrichtung von Nord-Nord-Ost zu Nord.

Bei der Schiffsschleuse Hohensaaten war das Oderbruch einmal komplett durchquert. Nun überquerte ich die Wriezener Alte Oder und radelte auf dem schmalen Landstreifen zwischen Alter Oder und Oder in den Nationalpark Unteres Odertal hinein. Das Landschaftsbild änderte sich im Nationalpark kaum, da es sich im Gegensatz zu den meisten Nationalparks schon um relativ stark von menschlicher Hand gestaltete Natur handelt. Allerdings war ich ja schon auf der gesamten Strecke von der herrlichen Auenlandschaft angetan, und das zog sich nun auch so fort.

Alte Oder kurz vor Küstrin, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Alte Oder kurz vor Küstrin, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Für das letzte Stück Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt folgte der Oder-Neiße-Radweg rechtsseitig der Alten Oder und damit ein Stück weg von der Oder und dem Oderdamm. Das war dann noch eine ganz nette Abwechslung, weil es nun unmittelbar am Wasser entlang ging, wo halb am, halb im Wasser Bäume wild und verschlungen wachsen.

Vor Stolpe kam ein Abschnitt mit ungeteertem Belag aus Betonplatten, der aber zum Glück nicht allzu lang war. Bei Stolpe wechselte die Fahrtrichtung noch einmal von Nord zu Nord-Ost.

Bei Zützen soll anscheinend das Flussufer kurz gewechselt werden, das entging mir aber, weil es sich auch rechtsseitig ganz prima radelt. Erst in Schwedt dann ging es über eine schöne Holzbrücke über die Alte Oder in den Ort hinein.

Uferpromenade in Schwedt, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt
Uferpromenade in Schwedt, Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt © gipfelwelt.net

Ich verließ den Oder-Neiße-Radweg und ließ mich mit den Fahrradzeichen durch Schleichweige an die kleine Hafenpromenade von Schwedt lotsten, wo ich ausgiebig rastete, bevor es mit dem Zug zurück nach Berlin ging.

GPS-Route Oder-Neiße-Radweg von Küstrin-Kietz nach Schwedt

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