Darum wird der Fjällräven G-1000 UV-Schutz nicht mehr angegeben

Leider wird der Fjällräven G-1000 UV-Schutz jetzt nicht mehr ausgewiesen.
Leider wird der Fjällräven G-1000 UV-Schutz jetzt nicht mehr ausgewiesen. © gipfelwelt.net

Bis vor Kurzem hat Fjällräven bei seinem Material G-1000 UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor (UPF) angegeben, doch das ist Geschichte. Ich habe nachgefragt.

Schon seit vielen Jahren bin ich bei meinen Bergtouren und sonstigen Outdoor-Aktivitäten ein begeisterter Nutzer von Kleidung aus dem Fjällräven G-1000 Material. Der Stoff ist ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester und das wichtigste Material das schwedischen Herstellers Fjällräven. Er verwendet es für viele seiner Mützen, Kleidungsstücke, Rucksäcke und Taschen.

Outdoortauglicher Stoff G-1000

Was das Material besonders für den Outdoor-Einsatz attraktiv macht, sind seine Eigenschaften: Es trocknet schnell und trägt sich somit bei sportlicher Aktivität immer angenehm, egal ob du schwitzt oder in einen Regenschauer gerätst. Auf längeren Trekkingtouren kannst du die Klamotten so außerdem zwischendurch mit Reiseseife waschen und sie am nächsten Tag wieder anziehen. Wind wird gut abgehalten, sodass du keine Sorgen vor dem Windchill-Effekt haben musst. In der dicht gewobenen Originalvariante schützt G-1000 außerdem vor Mückenstichen. Die Variante G-1000 Air ist luftiger gewoben und damit bei heißen Temperaturen angenehm zu tragen. Der G-1000 Stoff hat sich des Weiteren als langlebig und robust erwiesen.

Außer dass das Material etwas schwer ist und kein Stretch für mehr Bewegungsfreiheit verarbeitet wird, war ich da also immer sehr zufrieden. Somit habe ich aktuell die Fjällräven Helags Schirmmütze und die Fjällräven Traveller Zip-Off Trousers auf meiner Packliste.

Plötzlich kein G-1000 UV-Schutz mehr?

Ein weiteres überzeugendes Argument für diese Produkte war für mich bisher der beworbene sehr hohe G-1000 UV-Schutz. Der Lichtschutzfaktor als Schutz vor der in den Höhenlagen besonders intensiven Sonnenstrahlung wurde in der dichteren Originalvariante mit UPF 50+ angegeben und bei G-1000 Air mit UPF 45+. Das entspricht den momentan sehr guten Sonnenschutzmitteln wie meinem Garnier UV-Water. Und plötzlich wird der UV-Schutz von Fjällräven nicht mehr beworben und taucht auch nicht mehr auf den Etiketten auf. Was ist passiert?

Ich habe Fjällräven um ein Statement dazu gebeten und folgende Antwort erhalten:

“Im April 2018 trat die neue PSA Verordnung (EU) 2016/425 der Europäischen Union in Kraft, die seit dem April 2019 uneingeschränkt gilt. Diese beschäftigt sich mit der Schutzeigenschaft von persönlicher Schutzkleidung gegen ultraviolette Strahlung. Die PSA Verordnung löst eine ältere Richtlinie ab und verschärft die bis dahin geltenden gesetzlichen UV-Schutz-Richtlinien für Textilien. (…) Unsere Produkte schützen auch weiterhin vor Sonne, allerdings werden sie nicht als Schutzausrüstung gegen UV-Strahlen eingestuft. Deswegen verzichten wir mittlerweile bei all unseren Produkten auf die Angabe des UPFs.”

Persönliche Erfahrung versus offiziellem Test

Der verschärften Prüfung, die mit der neuen Richtlinie einhergeht, wenn Hersteller bei ihrer Kleidung einen UV-Schutz bewerben, hält das G-1000 Material also offenbar leider nicht stand. Somit ist der G-1000 UV-Schutz für den Outdoor-Einsatz eigentlich nicht verlässlich genug. Das ist sehr bedauerlich und bringt mich in einen gewissen Zwiespalt. Denn einerseits habe ich die Produkte schätzen gelernt und meine persönliche Erfahrung ist, dass meine Haut darunter ausreichend vor Sonne geschützt wird. Andererseits ist es natürlich besonders wenn man auf Touren unterwegs ist wichtig, Kleidung und Materialien dabei zu haben, auf die man sich zu 100 Prozent verlassen kann – und das ist hier nicht der Fall, wenn sie durch den Test fällt.

Da ist es auch ein bisschen schade, dass Fjällräven das Thema G-1000 UV-Schutz unter den Tisch fallen lässt. Von einem Outdoor-Hersteller würde man sich natürlich wünschen, dass Produkte bei verschärften Richtlinen eben entsprechend verbessert werden, wenn sie ihnen nicht standhalten. Die Klamotten sind ja jetzt auch nicht gerade billig.

Ich kann beim Bergwandern oder sonstigen Tages- und Mehrtagestouren nicht bestimmen, wie lange ich der Sonne ausgesetzt bin. Wenn diese sehr intensiv scheint und ich da ein paar Stunden unterwegs bin, hätte ich schon gern die Gewissheit, dass möglichst wenig UV-Strahlung durch die Kleidung dringen kann. Sonst kann ich ja irgendwas anziehen nach dem Motto, jeder Stoff schützt vor UV-Strahlung, was ja auch grundsätzlich stimmt. Aber ich brauche sichere Kleidung und ein sicheres Sonnenschutzmittel.

Persönliche Erfahrung ist natürlich viel wert, und wenn ich in den vielen Jahren Nutzung die Erfahrung gemacht habe, dass der Fjälllräven G-1000 UV-Schutz ausreichend vor der Sonne geschützt hat, dürfte sich das durch eine schärfere Richtlinie für UV-Schutz-Kleidung nicht ändern. Auf der anderen Seite will ich aber hier auf meinem Blog Produkte vorstellen, die auch unabhängig von meiner persönlichen Erfahrung als zuverlässig gelten. Deswegen werde ich mich wohl mittelfristig nach Alternativen umsehen.

Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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2 Gedanken zu „Darum wird der Fjällräven G-1000 UV-Schutz nicht mehr angegeben

  1. Ich denke das liegt ein wenig am Mehrheitseigner Fenix. Ein gutes Beispiel dafür ist der Niedergang der Deutschen Globetrotter Outdoor Kette. Es muss halt gewinn erzielt werden und die Anleger mögen es so gar nicht wen ein Negativ Trend zu erwarten ist.

    Der Hype umd Fjällräven ist genauso überflüssig wie der um Apple und Co.
    Andere unbekannte Marken machen sehr gute Kleidung zu akzeptablen Preisen.

    1. Hallo Marco,
      auch wenn ich nicht weiß, ob es da einen direkten Zusammenhang zu dieser Geschichte gibt, dürfte es zumindest für die Authentizität eines Markenkerns nicht förderlich sein, von einem internationalen Konzern wie Fenix Outdoor aufgekauft zu werden. Auf der anderen Seite müsste doch gerade ein solcher Konzern alle Möglichkeiten haben, Produkte an verschärfte EU-Richtlinien anzupassen. Bedauerlich bleibt das Ganze auf jeden Fall. Mit deinem letzten Satz gebe ich dir absolut Recht und stelle entsprechende Marken ja auch gern hier vor, wenn sie mir unterkommen:-)
      Gruß
      Raffaele

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