G-1000 Air von Fjällräven im Test

Fjällräven hat in diesem Sommer eine weitere Variante seines traditionsreichen Funktionsmaterials lanciert: “G-1000 Air” speziell für warmes Klima. Wie es sich im Test schlägt.

G-1000 Air
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Bisherige Varianten: G-1000 und G-1000 Lite

Die Grundbeschaffenheit des Mischgewebes G-1000 ist bei allen Varianten gleich: Der Materialmix aus 65 % Polyester und 35 % Baumwolle möchte das Beste aus der Welt der Kunstfaser und der Welt der Naturfaser vereinen. Ergebnis ist ein optisch ansprechendes, knitterfreies, schnelltrocknendes und robustes Textil, das überdies hervorragend vor Wind und UV-Strahlung (UPF 50+) schützt. Die Originalvariante ist außerdem mückendicht gewoben.

Für zusätzlichen wasserabweisenden Wetterschutz wird die Kleidung mit einer Beschichtung aus dem hauseigenen Grönlandwachs versehen, was ich persönlich jedoch recht fragwürdig – um nicht zu sagen gestrig – finde. Sie macht das schwere Material noch schwerer und wäscht sich schnell aus, das Nachimprägnieren dauert zudem ewig. Besser ist eine Imprägnierung mit dem umweltfreundlichen Nikwax-Spray.

Das dicke original G-1000 ist zwar unkaputtbar, kommt aber auch eher schwerfällig daher, auch weil kein Stretch verarbeitet wird, sodass der Tragekomfort der Bekleidung da schon eingeschränkt ist. Bei lauen Temperaturen wird es dann schnell mal etwas schwitzig, weil die heiße Luft nicht gut entweichen kann – Hitzestau.

Daher hat Fjällräven vor einiger Zeit die dünnere Variante “G-1000 Lite” eingeführt, die nicht mückendicht ist, dafür um Einiges leichter und etwas luftdurchlässiger als das Original. Hosen aus G-1000 Lite habe ich schon ausprobiert, sie eignen sich meiner Meinung nach definitiv nicht für den Hochsommer. Das Material verursacht immer noch zu schnell Hitzestau und ist noch etwas zu schwerfällig.

Die Eigenschaften von G-1000 Air

In dieser Saison legt Fjällräven mit dem “G-1000 Air” also nochmals einen oben drauf. Abermals deutlich dünner als “G-1000 Lite”, ohne Mückenschutz und mit etwas geringerem, aber immer noch sehr hohem UV-Schutz UPF 45+. Die Luftdurchlässigkeit wird weiter erhöht, sodass sich diese Bekleidung für heiße Klimata eignen soll. Umgekehrt schützt sie dann natürlich nicht so gut vor kalten Winden – ein Material für den Sommer eben. Auf die Wachsbeschichtung wird im Übrigen gleich von Haus aus verzichtet. Ansonsten besteht auch hier der Materialmix aus 65 % Polyester – Umweltfans wird freuen, dass es sich um recycelte Kunstfaser handelt – und 35 % Baumwolle.

G-1000 Air im Einsatz

Ich war also sehr neugierig auf das G-1000 Air. Da ich keinen Testbericht finden konnte, habe ich mir die “Travellers Trousers” aus der aktuellen Kollektion gezogen und einfach mal selbst getestet.

Tatsächlich: Das Material ist spürbar wesentlich dünner und leichter gewoben als das originale G-1000 und auch als G-1000 Air. Das zeigt sich auch optisch: Hält man es gegen das Licht, schimmert es durch. Beim Tragen fällt das Material merklich weicher und gibt besser nach als die anderen Varianten. Da allerdings auch bei dieser Variante kein Stretch verarbeitet wird, macht es Bewegungen nur eingeschränkt mit und hat immer noch eine gewisse Steifheit. Alles in allem trägt es sich in etwa so wie Leinenhosen, würde ich sagen.

Unterwegs in der heißen Stadt zeigt sich: Die Luftzirkulation und die Durchlässigkeit sind merklich höher. Wenn ein Lüftchen weht, so spüre ich dies abgeschwächt durch das Material durch auf der Haut. Steht die Luft und knallt die Sonne, so wird es mir allerdings auch mit dem G-1000 Air etwas schwitzig. Das Problem des Hitzestaus ist hier also noch nicht vollständig behoben.

Positiv ist, dass dafür die Robustheit kaum geringer zu sein scheint, als bei den dickeren Varianten. Die Hose steckt alles gut weg, Kontakt mit Stein, Zweigen etc. macht ihr rein gar nichts aus. Ansonsten gibt es hier ja keine wasserabweisende Imprägnierung, aber das Material trocknet rucki-zucki, wenn man mal einen Regenschauer abgekriegt hat. Viel schneller als das originale G-1000, wo eine Hose auch mal ein paar Tage auf der Leine hängen muss nach dem Waschen. Die Air-Hose ist schon nach ein paar Stunden trocken.

Fazit

Also grundsätzlich gefällt mit G-1000 Air als eine weitere Variante des optisch schönen und robusten Materials von Fjällräven. Endlich mal ein Verzicht auf das olle Wachs, und die merkliche Luftdurchlässigkeit bei hohem UV-Schutz macht im Einsatz bei warmem Wetter Freude.

Allerdings gehe ich mit Fjällräven nicht ganz mit, dass es wirklich ein optimales Material “für Hitze und Sonne” sei. Klar, die Variante ist deutlich hitzefreundlicher als die dickeren, aber mir noch nicht luftig genug für ein prädestiniertes Sommermaterial. Deswegen wünsche ich mir für die nächste Saison als Vervollständigung der Produktpallette noch “G-1000 Ultra” 🙂

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