DryVent von The North Face

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The North Face Dryvent
© gipfelwelt.net

Aus HyVent wird DryVent: Mit dem neuen Namen geht eine Verbesserung der Funktionalität einher. Die entsprechenden Werte wurden mir leider nicht verraten.

Um Kleidung wasserdicht und winddicht zu machen, setzt der Hersteller The North Face bei einem Großteil seiner Kleidung auf eine hauseigene mikroporöse Beschichtung aus Polyurethan (PU). Das hieß bislang HyVent und jetzt heißt es DryVent. Was Preis/Leistung, Tragekomfort, Langlebigkeit, Styling und vor allem die Wasserdichtigkeit angeht, schnitt HyVent bereits ziemlich gut ab. Ihr Pferdefuß war die Atmungsaktivität, die sich nur auf dem Niveau der günstigsten Gore-Tex-Variante bewegte.

Mit der aktuellen Saison heißt die Beschichtungstechnologie nun also DryVent. Die positiven Aspekte bleiben, und die Atmungsaktivität ist deutlich verbessert worden. Meine Anfrage, wo die Werte für Wassersäule und Atmungsaktivität jetzt liegen und ob das Material generell einen UV-Schutz bietet, beantwortete The North Face so, dass sie diese Infos “nicht herausgeben dürfen”.

Das ist zwar grundsätzlich nichts Neues, dass Hersteller da gern ein bisschen mauern, aber jedes Mal wieder ärgerlich. Gerade wenn es sich um eine globale Marke wie The North Face handelt, könnte ja etwas Transparenz nicht schaden und die sollte sich der Hersteller auch leisten können. Ich kann also nur meine subjektiven Erfahrungswerte schildern, die ich mit der Bekleidung gesammelt habe.

Der Tragekomfort von DryVent

Das Material der wasserdichten Jacken und Hosen kommt zumindest in der reinen Kunststoffvariante haptisch wie optisch ziemlich plastikhaft daher. Es raschelt aber angenehm wenig und ist recht weich und anschmiegsam – ein Vorteil der Beschichtung gegenüber Membranen. Es gibt auch Varianten, bei denen Baumwolle beigemischt wird. Diese sind zwar recht schwer, sehen aber dann wertiger aus und rascheln eigentlich gar nicht mehr.

Wie schon vor der Namensänderung gibt es eine 2-, eine 2,5- und eine besonders robuste 3-Lagen-Variante. Besonders interessant bei den 2,5 Lagen finde ich ein neuartiges Konzept: Die Innenseite der Jacke besteht nicht aus Kunststoffnoppen, sondern aus einem speziellen Textildruck, der dafür sorgt, dass das Kleidungsstück nicht an der Haut haften bleibt.

Die Wetterfestigkeit von DryVent

Zum UV-Schutz des Funktionsmaterials kann ich mangels Auskunft nichts sagen, da muss man dann wohl auf die jeweilige Produktbeschreibung achten, ob ein Sonnenschutz ausgewiesen wird oder nicht.

Über die wasserdichte Beschaffenheit hingegen brauchen wir ja nicht groß zu reden, die war vorher schon prima und hält auch langem Starkregen problemlos stand. Außerdem sind die DryVent-Kleidungsstücke auch absolut winddicht und man ist somit vor Auskühlen durch Windböen – gerade wenn man geschwitzt hat ein leidiges Thema, das Erkältungen begünstigen kann – optimal geschützt.

Die Atmungsaktivität von DryVent

Kommen wir zum spannendsten Punkt, der Atmungsaktivität. Hat sich diese mit dem Renaming bei dem Funktionsmaterial verändert? Mein Eindruck ist ja. Ich setze eine DryVent-Jacke zum Laufen ein und damit bei sehr hoher Bewegungsintensität. Daher kann ich sagen, dass sich die Wasserdampfdurchlässigkeit auf jeden Fall merklich verbessert hat. Während man bei HyVent schon nach einer kurzen Strecke schnell im eigenen Saft stand, dringt bei DryVent der Schweiß jetzt viel besser aus der Jacke. Lediglich an Stellen, wo die Jacke auf der Haut aufliegt, bildet sich bei mir ab und zu ein kleiner Schweißfilm.

Bei hohen Außentemperaturen funktioniert das Ganze etwas schlechter. Denn die Mikroporen, aus denen die Beschichtung besteht, brauchen eine Temperaturdifferenz zwischen Luft und Körper, um den Schweiß optimal von innen nach außen zu lassen. Das macht sich aber dementsprechend erst bemerkbar, wenn die Temperatur sich der Körpertemperatur annähert. Die Funktionstüchtigkeit der Mikroporen kann außerdem durch Schweißkristalle, Schmutz und Waschmittelrückstände beeinträchtigt werden. Deshalb ist regelmäßiges Reinigen wichtig und es sollte ein Flüssigwaschmittel verwendet werden, da dieses keine Rückstände hinterlässt.

Fazit

An Top-Membranen wie Dermizax oder Sympatex kommt DryVent zwar nicht heran. Es liegt dafür preislich auch darunter und hat dank Beschichtungstechnologie einen hohen Tragekomfort.

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