HyVent von The North Face

HyVent von The North Face
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HyVent ist eine hauseigene Technologie der Marke The North Face, um Kleidung wasserdicht zu machen. Dafür kommt eine PU-Beschichtung zum Einsatz.

HyVent dürfte ähnlich populär und stark verbreitet sein wie Gore-Tex. Ich bestitze auch eine solche Jacke von The North Face und will mal meine Erfahrungen schildern.

Eigenschaften von HyVent

Im Gegensatz zu den meisten anderen vergleichbaren Funktionsmaterialien handelt es sich bei nicht um eine Membran, sondern um eine Beschichtung aus Polyurethan (PU). Es gibt zwar robuste dreilagige Varianten, wo eine Membran zum Einsatz kommt. Doch auch da erhält diese ihre Funktionalität durch eine Beschichtung.

Die Top-Variante ist das dreilagige HyVent Alpha, das in der The North Face Summit Series verarbeitet wird.

Eine umweltfreundliche Besonderheit bietet “HyVent DT EC”, wo das PU für die Beschichtung aus Naturprodukten wie Soja statt Erdöl gewonnen wird.

HyVent basiert auf dem Prinzip von Mikroporen, die kein Wasser von außen nach innen durchlassen, aber Wasserdampf (durch Schweißbildung) von innen nach außen. So ist das Kleidungsstück wasserdicht und atmungsaktiv zugleich.

HyVent ist mit einer Wassersäule von mindestens 25.000 mm absolut wasserdicht. Die Atmungsaktivität gibt The North Face mit mindestens 600 g/m²/24h an – das ist, gelinde gesagt, bescheiden im Vergleich zur Konkurrenz.

Vorteile von HyVent

Als absolute Massenware trifft man die The North Face Klamotte überall an – das führt im Ergebnis zu einem günstigen Preis. Die Neupreise für wasserdichte Jacken fangen schon bei um die 100 Euro an.

Auch was den Style angeht, ist die Marke The North Face denke ich vorn dabei und es sieht nicht alles so outdoorig aus. So kann man sich mit der Klamotte auch in der Stadt und bei der Kneipentour mit sehen lassen kann.

Die wasserdichte Eigenschaft ist absolut konkurrenzfähig und völlig ausreichend fürs Gebirge.

Das Beschichtungsprinzip hat einen großen Vorteil für den Tragekomfort. HyVent raschelt vergleichsweise sehr wenig und wirkt sich nicht negativ auf die Anschmiegsamkeit und Weichheit des Kleidungsstücks aus.

Was die Pflege angeht, ist HyVent unkompliziert – bis auf die kleine Einschränkung, dass die Beschichtung durch Waschen geringfügig abgenutzt wird. Die Kleidungsstücke können einfach mit flüssigem Feinwaschmittel im Schonwaschgang in die Maschine. Regelmäßiges Waschen empfiehlt sich sogar, damit die Mikroporen des Materials nicht von Schweiß und Schmutz in ihrer Funktionalität behindert werden.

Nachteile von HyVent

Der größte Nachteil ist seine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit. Das Material wird bei hoher Bewegungsinstensität schnell schwitzig, wie ich aus der eigenen Erfahrung bestätigen kann. Mit steigender Außentemperatur wird das Problem wie bei allen mikroporösen Materialien verstärkt. Der warme Wasserdampf des Schweißes wird nur bei vorliegendem Temperaturgefälle gut durch die Poren abtransportiert.

Schweiß und Verschmutzungen behindern die Mikroporen in ihrer Funktionsfähigkeit.

Als Beschichtung ist HyVent außer in der Laminatkonstruktion von HyVent Alpha anfällig für Abrieb und Außeneinwirkungen. Auch wenn das Material sehr robust daher kommt und einiges mitmacht, bevor Schädigungen entstehen.

Fazit

Top beim Tragekomfort, beim Preis, bei der wasserdichten Beschaffenheit und beim Stylefaktor. Hinsichtlich Atmungsaktivität und Robustheit liegt HyVent mit seiner Beschichtungstechnologie aber deutlich hinter der Konkurrenz zurück, die auf Membranen setzt. Deswegen nur eingeschränkt für sportliche Aktivitäten mit hoher Bewegungsintensität zu empfehlen. Auch wenn man als Einsteiger hier sicherlich erst mal mit einem guten und günstigen Wetterschutz versorgt ist.

Auf die oft gestellte Frage Gore-Tex versus HyVent, was ist besser? lautet meine Antwort: HyVent, weil es von der Funktionalität ähnlich abschneidet wie gleich teure (also günstige) Gore-Tex-Produkte und auch den gleichen Nachteil hat (Schwitzigkeit), aber einen viel höheren Tragekomfort. Wer bereit ist, etwas mehr Geld zu investieren, ist mit leistungsfähigen porenfreien Membranen allerdings besser beraten. Ich habe aus dieser Gattung schon Ceplex von VAUDE, Dermizax von Toray und Drilite von Mountain Equipment vorgestellt.

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