
Schöne Runde vom U-Bahnhof Haselhorst den Grützmachergraben entlang, via Rohrbruchteich am Schifffahrtskanal zur Havel und über Eiswerder wieder zum Startpunkt.
Inhalt
Charakteristik
Kennst du die Berliner Insel Eiswerder? Den meisten dürfte sie kein Begriff sein, zumindest noch nicht. Das hochdynamische Umfeld vor den Toren der Altstadt Spandaus in ausladender Uferszenerie ist ein Bereich, wo Berlin wächst, um nicht zu sagen explodiert. Großflächige Wohnanlagen wie die Spandauer Wasserstadt beidseitig der Havel und Gartenfeld östlich davon werden flankiert von großen Infrastrukturprojekten wie der Siemensbahn und sorgen für einen Aufschwung von Kunst, Gewerbe und allem was dazu gehört.
Mittendrin der große Eiswerder. Bevor hier also bald alles zu spät ist, möchte ich die Insel im Rahmen einer kleinen selbst entwickelten Wanderung vorstellen. Andererseits: Dass es hier so rasant voran geht, hat die Laufwege fast durchgehend am Wasser entlang überhaupt erst geschaffen, die ich für diese Rundtour verbunden habe.
Tatsächlich war die wunderschöne Naturszenerie nämlich jahrhundertelang von der militärischen Nutzung zur Waffenproduktion geprägt, mit großer Chemiefabrik für die Munitionsherstellung. Deswegen ist Eiswerder auch mit zwei massiven Brücken zu beiden Uferseiten verbunden, die von Güterzügen genutzt wurden.
Zum Glück sind diese Zeiten vorbei, und die verbliebenen Industriegebäude haben durchaus ihren Reiz. Sie erfuhren in der Umnutzung für Wohnen, Gewerbe, Kunst, Film- und Fernsehstudios ein zweites Leben. Die Insel selbst ist derzeit nicht komplett zu Fuß zu umrunden, das ist aber wohl geplant. Für meine Eiswerder-Wanderung habe ich einen Grünzug im oberen Drittel zur Querung genutzt.
Natürlich habe ich diese spannende Region auf Berliner Stadtgebiet auch schon auf mehreren anderen Touren erkundet:
Dauer und Schwierigkeitsgrad
Für die 8,5 Kilometer meiner Eiswerder-Wanderung benötigst du in gemütlichem Tempo 2 Stunden Gehzeit. Dabei geht es die ganze Zeit flach über gute Wege, teilweise Naturwege und sonst geteert.
Start und Ziel
Meine Wanderung ist als Rundtour ausgelegt. Start und Ziel befinden sich an der U-Bahn-Station Haselhorst (U7).
Tourenbericht

Der U-Bahnhof Haselhorst hat eine lange Tunnelanlage, deswegen ist es wichtig, den Hauptausgang am Westende zu nehmen. Sodann lässt sich das verkehrslastige Industriegebiet zügig verlassen. Ich folgte der Daumstraße nach Norden und konnte an der nächsten Kreuzung bereits in die Aue des Grützmachergrabens gehen, die sich hier überraschend wild in der nicht gerade idyllischen Gegend behauptet.

Ich musste eine Straße überqueren, dann ging es weiter dem Wasserlauf folgend durch den Erlenbruch an Sümpfen vorbei. Nach dem Überqueren einer weiteren Straße hatte ich bereits den Rohrbruchteich erreicht, den Quellfluss des Grützmachergrabens, der aufgrund des stark bewachsenen Ufers nur stellenweise zu sehen ist. Er ist sehr fischreich, baden würde ich hier eher nicht, auch wenn es schöne Liegewiesen gibt.
Nach einem kurzen Weg durch das Dickicht hatte ich bereits das nächste Gewässer erreicht: den Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, dessen Schleife die künstliche Insel Gartenfeld am gegenüberliegenden Ufer geschaffen hat, wo sich die Baukräne aneinander reihten. Auf dieser Uferseite hingegen fand ich ein schönes Naturparadies vor, zumindest nachdem ich ein paar Anglervereine passiert hatte.

Auf Naturweg spazierte ich zur Mündung und des alten Kanals in den Hauptkanal, und hier ist der Weg besonders schön zu gehen. So passierte ich den Saatwinkler Steg, der als einzige Fußgängerbrücke den Übergang in Richtung Tegeler See ermöglicht. Im Rahmen des Wohnungsbaus sollen weitere Fußgängerbrücken entstehen.
So konnte ich bis zur Kanalmündung in die Havel weiter flanieren, wo sich ein fantastischer Weitblick übers Wasser bietet. Hier gibt es eine kleine Siedlung, die wie ein paar andere auch Haveleck genannt wurde (Bushaltestelle). Das Havelufer ist durchgängig frei begehbar und teilweise schön umgestaltet worden, teilweise noch Bauland.
So führte mich der nun überwiegend geteerte Weg unter der Wasserstadtbrücke hindurch ins weitestgehend fertiggestellte Waterkant-Quartier mit Marina (Einkehrmöglichkeit).
Alsbald rückte der Eiswerder ins Blickfeld zusammen mit der kleinen vorgelagerten Pionierinsel. Ich betrat den Eiswerder über die Östliche Eiswerderbrücke und musste jetzt ein Stück auf der Straße an ein paar Gebäuden vorbei gehen. Doch bald konnte ich wieder einem Fußweg an einer kleinen Badestelle vorbei folgen, der mich nun an schönen historischen Fabrikhallen vorbei, die jetzt eine Wohnsiedlung sind, über die Insel queren ließ. Am Westufer befindet sich eine große Freifläche mit Wiese und Badestellen, die den Blick auf die monströse Eiswerderbrücke und den Altstadthafen Spandau freigibt.
Auch das Südufer ist frei zugänglich, wenngleich es fast komplett mit Neubauwohnungen bestückt wurde, und bietet Bademöglichkeiten und eine Einkehrmöglichkeit. Immer am Wasser entlang erreichte ich wieder die Östliche Eiswerderbrücke und musste jetzt eine Brachfläche umgehen. Es besteht Hoffnung, dass hier auch das Ufer instandgesetzt wird.

Dann gelangte ich in den tollen Krienicke-Park, der mit einem kleinen Strand, mehreren Senken, wildem Schilf und einem langen Steck für den Spadau-Blick aufwartet. Auch Eiswerder kannst du von hier aus nochmal gut sehen.
Über mehrere Schleichwege gelangte ich wieder zurück zum Grützmachergraben und schließlich zum U-Bahnhof Haselhorst.
Karte und GPS-Route Eiswerder-Wanderung
Beitrag zuletzt aktualisiert am 22.05.2026 von Raffaele





