Was mich an Autovermietungen nervt

Sie sind zwar praktisch, um in die Berge zu kommen. Aber es gibt auch einiges, was mich an Autovermietungen nervt
Sie sind zwar praktisch, um in die Berge zu kommen. Aber es gibt auch einiges, was mich an Autovermietungen nervt © gipfelwelt.net

Gerne nutze ich manchmal Mietwagen, um für meine Bergtouren unabhängig überall hin zu kommen. Allerdings gibt es auch einiges, was mich an Autovermietungen nervt.

Zur Freiheit und Unabhängigkeit bei Bergtouren gehört manchmal auch, mit einem Mietwagen unterwegs zu sein. Nur so kommst du auch in das entlegenste Bergtal als Ausgangspunkt für eine Tour, da das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln manchmal eher utopisch ist. Gern möchte ich aber heute wieder mal auf hohem Niveau rumjammern zum Thema was mich an Autovermietungen nervt, das hat seinerzeit schon bei den Outdoorhersteller-Webseiten viel Spaß gemacht.

Viel geht auch prima mit Bus und Zug

Natürlich bevorzuge ich es, Bergtouren zu machen, die sich mit Zug und Bus machen lassen – und da habe ich schon viele tolle Abenteuer erlebt. Beispielsweise meine erste Alpenüberquerung, die meisten meiner Mikroabenteuer von Berlin aus, die fantastische Königsseerunde in Berchdesgaden, die Wildstrubelrunde in der Schweiz, die Trockenmauerroute auf Mallorca, der West Highland Way in Schottland oder meine Tour durchs Piringebirge in Bulgarien. Denn man spart ganz nebenbei auch noch eine Menge Geld, wenn man keinen Mietwagen braucht. Unabhängiger ist man auch, denn da muss man sich keine Gedanken machen, wo man den Wagen ein paar Tage gut abstellen kann und wenn die Wanderung keine Rundtour ist, wie man wieder zum Auto zurück kommt. Da komme ich außerdem auch nicht damit in Berührung, was mich an Autovermietungen nervt.

Manchmal braucht es den Mietwagen für die Bergtour

Es wäre jetzt aber auch unehrlich zu sagen, dass es manchmal ein Segen ist und eine andere Art der Unabhängigkeit, wenn man mit einem Mietwagen unterwegs sein kann. In dünn besiedelten Regionen ohne wirklichen öffentlichen Nahverkehr, auf vielen Inseln, und generell überall fernab des Mainstreams warten besondere Abenteuer und man findet nicht ganz so ausgetretene Pfade. Wenn man eine Region ein bisschen erkunden will, dann wird das ohne Auto auch recht schwierig.

Ich besitze kein Auto, da ich mitten in der größten Stadt Deutschlands lebe und es im Alltag überhaupt nicht brauche. Also hole ich mir dann manchmal direkt im Wandergebiet einen Mietwagen und gehe auf Entdeckungstour. Und das klappt auch oft ganz wunderbar und ohne Probleme. Aber es gibt jedes Mal wieder die Konfrontation damit, was mich an Autovermietungen nervt. Dinge, die einem zumindest einige Fallstricke in den Weg legen, bevor man mit gutem Gefühl losbrausen kann.

Und das ist es, was mich an Autovermietungen nervt

Ich bin grundsätzlich ein zufriedener Mietwagenkunde. Deswegen sind im Folgenden Dramatisierungen und Zuspitzungen bei dem, was mich an Autovermietungen nervt, natürlich nicht ausgeschlossen. Es ist halt nur so, dass Autos zu mieten ein recht teurer Spaß ist, wodurch man dann relativ empfindlich ist, was nervende Dinge angeht. Besonders wenn sich daran seit Ewigkeiten nichts verbessert.

Voucher und Abholung: Zettelwirtschaft und Dokumentenchaos

Das wirklich Ätzendste, was mich an Autovermietungen nervt, ist die Zettelwirtschaft mit den Vouchern. Ich meine, wie kann es sein, dass die Digitalisierung diese Hürde noch nicht überwunden hat, dass ich tatsächlich immer noch einen “Gutschein” ausdrucken muss, wenn ich einen Mietwagen gebucht habe. Der ist dann auch gern mal sechs Seiten lang, und der einzige Zweck scheint zu sein, dass der Mitarbeiter an der Abholstation dann mal kurz draufguckt und mir wieder gibt. Aber wehe, ich habe den nicht ausgedruckt dabei! Dann wird die Herausgabe des Mietwagens verweigert. Zwar verzichten einige Autovermietungen mittlerweile auf dieses seltsame Ritual, und es gibt vereinzelt schon Anbieter mit Apps, wo sich der Voucher elektronisch anzeigen lässt. Da man aber in der Regel nicht weiß, welche das sind, muss man den Voucher eigentlich immer noch überall hin ausgedruckt mitbringen.

Ich meine, so ziemlich jedes Unternehmen im Reisesektor hat es mittlerweile geschafft, den Checkin komplett elektronisch zu gestalten. Wann ich das letzte Mal einen Hotelvoucher in Händen hielt, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Sogar beim Staatskonzern Deutsche Bahn mit seinen x Subunternehmen ist die Ticket-App mittlerweile so weit, dass man das Allermeiste damit erledigen kann – außer dass es manchmal am Kleinklein der regionalen Verkehrsbetriebe scheitert. Und die ganzen Carsharing-Anbieter sind da auch auf einem ganz anderen Level. Und jetzt kann ich vom Buchen bis zum Abholen und Öffnen des Autos alles mit der jeweiligen App machen, auch Personalausweis, Führerschein und Kreditkartendaten lassen sich hinterlegen. Es benötigt so noch nicht einmal mehr den direkten Kontakt mit Mitarbeitern bei der Fahrzeugabholung. Die relativ neuen Carsharingfirmen haben natürlich den Vorteil, keine Altlasten mitzuschleppen und in einer Zeit entstanden zu sein, als wir alle schon unser Smartphone in der Tasche hatten. Dennoch könnten sich hier die klassischen Autovermietungen hier einiges abgucken.

Bei denen hingegen ist da irgendwie noch die Zeit stehen geblieben, die Abholprozedur hat sich in den letzten Jahrzehnten kein bisschen vereinfacht. Und das ist im Prinzip das zweite, was mich an Autovermietungen nervt, der nahtlos an den Voucher-Nerv anschließt. Auch bei den ganzen Dokumenten nix mit digital. Kreditkarte, Pass und Führerschein werden teilweise kopiert und abgeheftet. Der ganze Akt der Abholung dauert dadurch dann irgendwie 20 Minuten, bis ich endlich den Schlüssel in der Hand halte. Und dann brauche ich nochmal 20 Minuten, bis ich das richtige Auto gefunden und aus dem Parkhaus manövriert habe.

Buchung: Vermietung, Vermittler, Vergleichsportal, Versicherungen, hilfe!

Im Prinzip geht es schon vorher bei der Buchung los mit dem, was mich an Autovermietungen nervt. Hier hat sich vieles verändert, aber im Sinne von zunehmener Intransparenz. Letzten Endes wirst du nämlich im Normalfall drei (!) Vertragspartner haben. Viel Spaß dabei, was zu klären, wenn es zum Beispiel mit der Endabrechnung Probleme gibt.

Es gab mal eine Zeit, wo nur ein paar Anbieter existierten, bei denen man die Preise verglich und gut. Neben den großen globalen Marken wie Avis, Europcar, Hertz, Sixt etc. dann in manchen Gegenden noch regionale Mietwagenfirmen mit meist günstigeren Angeboten. Das war jetzt auch nicht ohne Aufwand, das alles herauszukriegen, aber zumindest hatte man dann Endpreise, die man direkt vergleichen konnte.

Heutzutage ist das ungefähr die teuerste Variante, direkt bei den Marken zu buchen, die am Ende tatsächlich das Fahrzeug stellen – also zu deren Abholstation du schlussendlich gehst. Denn es ist ein völlig intransparenter Markt an Autovermietungen entstanden, die gar keine Fahrzeuge haben! Sie heißen “Global”, “Car del Mar” oder “Auto Europe” und treten also als Fahrzeugvermittler auf, präsentieren sich nach außen aber wie eine klassische Autovermietung. Über Franchiseverträge arbeiten sie mit den lokalen Anbietern zusammen und können die Fahrzeuge dann anscheindend günstiger anbieten.

Auf dem Voucher steht dann deren Name und irgendwo kannst du bei sehr genauem Hinsehen hoffentlich erkennen, wo du dein Auto tatsächlich kriegst. Nur der dir ausgehändigte Mietvertrag trägt dann den Namen des eigentlichen Vermieters. Manchmal findest du neben dem Logo der großen Marke an der Abholstation einen Aufkleber mit dem Namen deines Vertragspartners, also der Autovermietung ohne Fahrzeuge, manchmal auch nicht. Denn diese Kooperationen scheinen alle eher kurzfristig zu sein, die Namen kommen und gehen.

Aber auch über diese Vermittler ein Fahrzeug zu buchen, ist eigentlich keine Option. Zum einen kannst du gar nicht wissen, welche an deinem Reiseort überhaupt Angebote machen. Zum anderen ändern sich die Preise ständig je nach Nachfrage, das ist da im Prinzip genau so wie etwa bei Flugtickets.

Also brauchst du ein Vergleichsportal, um Preise zu checken, und vergleichst am besten auch mehrmals, bevor die Reise losgeht. Durch Stornieren und neu buchen, teilwse beim selben (!) Vermittler, sind die Mietwagen manchmal Hunderte Euro (!) günstiger.

Letzten Endes wirst du also höchstwahrscheinlich deine Buchung über ein Vergleichsportal wie Check24, Happycar oder billiger-mietwagen.de abwickeln, das dich hoffentlich auch gut von Anfang bis Ende unterstützt, wenn es vor Ort oder im Nachhinein zu Problemen kommt. Die Buchung selbst findet hingegen bei einem Vermittler statt, und den Mietwagen kriegst du wiederum von einem Vermieter.

Aus dem vorangegangenen Sachverhalt ergibt sich weitere Intransparenz, was deine Versicherungen angeht. Und damit der nächste Punkt, was mich an Autovermietungen nervt. Zunächst einmal durch die verschiedenen Bereiche: Du wirst mindestens eine Haftpflichtversicherung, eine Diebstahlversicherung und eine Teilkaskoversicherung haben. Dringend anzuraten ist Buchung eines Pakets mit Vollkaskoversicherung, das aber teilweise mit Rückerstatung (warum ??????) arbeitet, das heißt erst musst du bei Schäden einen “Selbstbehalt” bezahlen und dir dann dieses Geld zurückholen. Auch das deckt aber nicht Glas-, Reifen- und Unterbodenschäden ab (warum???????????????), sodass du darauf achten solltest, dass dafür in deinem Buchungspaket auch Absicherungen bestehen.

So und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass die unterschiedlichen Versicherungen nur zum Teil über den Vermieter abgeschlossen sind und zum Teil über den Vermittler. Das hat regelmäßig zur Folge, dass der Vermieter dir ergänzende Versicherungen andrehen will, auch weil er vo tatsächlichen Versicherungsschutz keine Kenntnis hat. Eine wirklich sehr verzichtbare Diskussion. Sollte es zum Schadensfall kommen, kannst du hoffentlich alles über das Vergleichsportal regeln, sonst hast du eine nicht enden wollende Bürokratie.

Fahrzeugklassen und Extras: extra umständlich und teuer

Ein letzter Bereich an Dingen, was mich an Autovermietungen nervt, ist das Gehabe mit Fahrzeugklassen und Extras. Hier hast du vor Ort kaum Optionen und die Intransparenz setzt sich fort. Denn mit ihrer Geheimwissenschaft der vierstelligen ACRISS-Codes sind die Fahrzeugklassen der einzelnen Unternehmen theoretisch vergleichbar, praktisch aber arge Auslegungssache. Du siehst im Buchungsprozess auch oft gar nicht, welcher Code nachher auf deinem Voucher steht. Die Fahrzeugbauer tun ihr Übriges, um dann noch bei ihren Modellen die Trennschärfe von Mini, Kompakt, Mittelklasse und Oberklasse aufzuweichen. “Mini-Van”, “Kompakt-SUV”, “untere Mittelklasse”, Oxymoron. Spezielle Marken oder Modelle kannst du eh nicht buchen, sondern letzten Endes entscheidet der Mitarbeiter vor Ort, welchen Schlüssel er dir überreicht. Oft mag es nicht so eine große Rolle spielen. Aber wenn du beispielsweise wegen Ausrüstung auf einen großen Kofferraum angewiesen bist, oder ein Auto willst, das die anspruchsvollen Bergfahrten auch gut und verlässlich hinkriegt, kann das sehr tricky werden, auch das passende Auto zu kriegen.

Ein Endpreis ist deine Buchung übrigens nur bedingt: Schneeketten, Grenzübertritte, Einwegfahrten, Fährfahrten, für alles, was vom Standard abweicht, darfst du häufig vor Ort noch extra zahlen. Oder es ist für bestimmte Marken und Modelle einfach nicht möglich, Pech gehabt. Auch wenn du dir einen Strafzettel einfängst oder Ähnliches, kriegt du bald einen Brief vom Mietwagen-Vermieter, dass dir leider noch absurde “Bearbeitungsgebühren” berechnet werden müssen.

Am schlimmsten ist aber, wenn die freundlichen Mitarbeiter am Abholschalter noch möglichst viel Extrakosten in deinen Vertrag packen wollen. Denn den eigentlichen Mietvertrag schließt du erst im letzten Moment mit deiner Unterschrift bei der Abholung ab. Und das ist eine fiese Gelegenheit, da noch Dinge reinzumogeln, die du gar nicht haben willst. Der Klassiker sind die oben schon angesprochenen Extraversicherungen, die du aber möglicherweise schon vom Veranstalter hast. Gern auch noch irgend ein Quatsch zu Mobilitätsgarantie und Ähnlichem im Fall einer Panne, weil da unter Umständen sonst viele Gebühren anfallen können. Das Dreisteste habe ich gerade erlebt: Mir wurde eine Extragebühr für das fest verbaute (!) Navigationsgerät im Auto abgebucht. Die Gebühr ist übrigens fast so hoch wie der Mietpreis! Klärung läuft noch.

Das sind so die wichtigsten Dinge, was mich an Autovermietungen nervt. Ich denke, man könnte es auch zusammenfassen als mangelnde Vereinheitlichung und Trasparenz. Im Prinzip würde ich die Chancen und auch Anforderungen am ehesten bei den Vergleichsportalen sehen, hier etwas zu ändern. Denn über sie wird ja alles organisiert und abgewickelt, und es müsste doch möglich sein, Apps zu entwickeln, die viele der genannten Punkte einfacher machen. Wenn das einzelne Anbieter und die Carsharingkonkurrenz schon hinkriegen, fehlt offenbar nur der strategische Ansatz, das konsequent über Firmen- und Ländergrenzen hinweg weiterzutreiben.

Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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