Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch im Test

Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit Schwarzweiß-Display
Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit Schwarzweiß-Display © gipfelwelt.net

Die Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch ist das neueste Modell der Casio Pro Trek Smart Reihe. Eine Akkuladung reicht für bis zu 20 Stunden GPS-Navigation.

Mit der Casio Pro Trek Smart-Reihe mischt der Uhrenhersteller ordentlich auf dem Markt für Smartwatches mit. Dabei liegt die Zielgruppe klar bei Andwendern im Sport- und Outdoorsegment. Da die Casio Smartwatches als Betriebssystem das Google Wer OS haben, ist der Verbraucher ziemlich unabhängig davon, welche Anwendungen er mit der Uhr verwenden möchte. Für das Bergwandern ist das ein großer Vorteil. Denn so muss ich für die Navigation keine teuren Karten-Apps verwenden, sondern kann auf Open Source Lösungen setzen und mir nur bei Bedarf für bestimmte Reiseziele die Premiumkarten holen.

Der zweite Grund, warum ich auf diese Uhren aufmerksam geworden bin, ist die sehr gute Akkulaufzeit bei aktiviertem GPS-Modul. Denn ich brauche die Smartwatch eigentlich fast nur dafür, seit ichmich von gedruckten Karten verabschiedet und auf GPS-Navigation umgestellt habe.

Drittens: Das Gewicht der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch beträgt 80 Gramm, das Packgewicht inklusive dem erforderlichen Ladekabel liegt dann bei 100 Gramm. Das sind genau die gleichen Werte wie bei der Mobvoi Ticwatch, die bisher mitkam. Für ein Navigationsgerät absoluter Ultraleicht-Trekking-Bereich.

Herausragende technische Ausstattung

Die Originalpreis der Casio Pro Trek WSD-F21HR liegt bei 499 Euro. Sie liegt damit in der Mitte der aktuell drei Smartwatch-Modelle. Es ist das einzige Modell mit Pulsmessung. Das günstigste Modell ist schwerer und bietet keine so genaue Navigation, hat allerdings eine etwas längere GPS-Akkulaufzeit. Die längste Laufzeit bietet das dritte, teuerste Modell.

Sensoren der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch
Sensoren der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch © gipfelwelt.net

Wie bei Elektronik üblich sollte man unbedingt einen Preisvergleich machen, da Händler diverse Rabatte auf den Originalpreis anbieten. Für den stolzen Preis kriegt man dann zumindest eine Uhr mit herausragender technischer Ausstattung, mit der die Bedürfnisse diverser Outdoor-Aktivitäten gedeckt werden sollten.

Für die Navigation kann die Uhr natürlich über GPS-Signale die Koordinaten abrufen. Auch mit dem Konkurrenzsystem GLONASS und dem neuesten QZSS kommt sie zurecht.

Die Sensoren für Herzfrequenz, Luftdruck, Höhe, Geschwindigkeit, Kompass und Drehbewegungen helfen bei der Navigation und überwachen bei Bedarf die körperliche Verfassung. Dafür lassen sich die vielen installierten Casio-Apps nutzen oder über den Google Play-Store die Apps anderer Anbieter.

Die Uhr ist wasserdicht und kann somit auch beim Schwimmen getragen werden. In jedem Fall ist das auch für das Bergwandern ein entscheidendes Kriterium, damit sie Regen und den Bergbach beim Nachfüllen der Trinkflasche problemlos übersteht. Sie hält Temperaturen bis -10 Grad aus und das Gehäuse macht einen extrem robusten Eindruck.

Die Uhr verfügt über WLAN, Bluetooth und Mikrofon. Ihr Betriebssystem Wear OS von Google ist natürlich mit Android kompatibel und funktioniert eingeschränkt mit iOS. Ein Koppeln der Uhr mit dem Smartphone ist sinnvoll, da so das Google-Konto mit allen Einstellungen wie WLAN-Zugang und App-Zugangsdaten gespiegelt wird. Dann können, wenn gewünscht, Benachrichtigungen und eingehende Nachrichten auf der Uhr angezeigt und Anrufe getätigt werden. Die Uhr funktioniert aber auch autark ohne Smartphone.

Sehr sportive Optik, gutes Handling

Die nicht gerade dezente Sportoptik der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch muss man mögen. Das Plastikarmband sieht nicht sehr wertig aus.

Entscheidender ist aber natürlich die Anwendung und das Handling beim Sport. Und das passt. Mit dem Armband sitzt die etwas klobige Uhr rutschfest am Handgelenk und dank der vielen Aussparungen wird es nicht so schnell schwitzig.

Für das Anschalten braucht man ein bisschen Geduld, bis dann auch alle Apps betriebsbereit sind. Insbesondere des Abrufen der Koordinaten nach dem Starten der Uhr dauert manchmal etwas. Wenn die Uhr mit dem Handy gekoppelt ist, geht es ein bisschen schneller. Wenn das Signal zwischendurch abbricht, dauert es etwa eine halbe Minute, bis die Uhr sich wieder eingebucht hat – sobald sie an einem Ort mit Empfang ist.

Der Touchscreen spricht sehr gut an und reagiert schnell. Auch wenn man in Bewegung ist, lässt er sich so gut bedienen.

Die Smartwacht hat drei Knöpfe: Der mittlere Power-Knopf dient zum Ein- und Ausschalten der Uhr (langes Drücken), zum Ein- und Ausschalten des Farbdisplays (kurzes Drücken) und zum Aufruf der Einstellungen (zweimal kurzes Drücken). Der obere MAP-Kopf ist mit der Casio Kartenapp verknüpft, das lässt sich aber ändern. Ich habe Google Maps drauf gelegt, das ich für die Navigation im Straßenverkehr nutze. Der unter APP-Knopf lässt sich ebenfalls wunschgemäß belegen, hier wird bei mir ViewRanger als wichtigste und hauptsächliche Anwendung der Uhr gestartet.

Alle drei Knöpfe sprechen genauso wie das Touchscreen in der Regel sehr gut an. So lässt sich alles beim Laufen, auf dem Rad oder wo auch immer steuern, ohne dass man anhalten muss.

Aufladen der Uhr

Magnetisches Ladekabel der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch
Magnetisches Ladekabel der Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch © gipfelwelt.net

Das Aufladen funktioniert mit einem speziellen Ladekabel, das sich über einen Magneten andockt, also nicht fest fixiert wird. Das schont zwar sicherlich die Uhr. Allerdings finde ich den Magneten recht schwach. Wenn man nicht aufpasst, löst er sich, wenn die Uhr nicht im optimalen Winkel liegt. Da das Armband recht starr ist und sich die Uhr nur seitlich hinlegen lässt, kann das ein bisschen nervig sein.

Auch hier ist wieder mal schade, dass ein Spezialanschluss verbaut wurde und kein USB-C-Anschuss wie bei neuen Smartphones. So gibt es leider etwas Kabelsalat im Rucksack, weil neben diesem Ladekabel ja auf jeden Fall ein USB-C-Kabel für das Smartphone mitmuss, und dann noch ein Mini-USB-Kabel für Stirnlampe, eReader und Powerbank.

Die Ladezeit des Akkus beträgt etwa 2,5 Stunden, mit Powerbank etwas länger, also knapp drei Stunden. Das ist relativ lang, aber da der Akku sehr lang durchhält, für mich keine große Sache.

Akkulaufzeit der Casio Pro Trek WSD-F21HR

Deswegen jetzt die spannendste Frage: Wie lang schafft die Uhr? Da ich sie hauptsächlich zur Navigation verwende, ist die normale Akkulaufzeit ohne akkufressendes GPS-Modul nicht wirklich relevant für mich. Die war schon bei der Mobvoi Ticwatch Pro mit einem Monat extrem lang, aber das GPS hat den Akku im Gegensatz dazu in fünf Stunden leergesaugt. Diese maximale Akkulaufzeit bei Verwendung von lediglich Uhrzeit und Sensoren wird von Casio ebenfalls mit einem Monat angegeben.

Mit den normalen Werkseinstellungen verbraucht die Uhr etwa 10 Prozent Akku pro Stunde für die GPS-Navigation. Casio gibt ein paar Tipps, um die Akkulaufzeit zu verlängern. Einige davon habe ich übernommen.

Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit "Digitale Elemente"-Zifferblatt
Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit “Digitale Elemente”-Zifferblatt © gipfelwelt.net

Ich habe ein reduziertes Zifferblatt namens “Digitale Elemente” gewählt, das keine akkufressenden Sensordaten abfragt und anzeigt. Die vier möglichen Widgets zusätzlich zur Uhrzeit lassen sich bei diesem Zifferblatt auch noch anpassen oder ausblenden. Jetzt sehe ich neben der Zeit nur das Datum und den Akkuladestand, das reicht mir als Informationen auch. Das entspricht auch den Informationen, die bei ausgeschaltetem Farbdisplay auf dem Scchwarz-Weiß-Display angezeigt werden. Mir würde sogar dieses Display schon reichen, da es im Gegensatz zum Farbdisplay bestens im Sonnenlicht ablesbar ist. Allerdings lässt sich das farbige Zifferblatt nicht deaktivieren.

In der ViewRanger-App habe ich “Herzfrequenz aufzeichnen” deaktiviert, das brauche ich eh nicht.

Unter Aktivität->Einstellungen->Routenverfolgung (Aktivität) habe ich “Vorrang Batterie” ausgewählt, was die Genauigkeit bei der GPS-Navigation verringert zugunsten des Akkus verringert. Ehrlich gesagt weiß ich aber nicht genau, ob das dann auch für die ViewRanger-App gilt.

Außerdem habe ich noch die Bildschirmhelligkeit auf die unterste Stufe eingestellt, was ich auch als absolut ausreichend empfinde.

Die GPS-Navigation funktioniert im Gegensatz zur Mobvoi Ticwatch auch im Flugmodus. Daher schalte ich den Flugmodus vor Tourenstart ein. Somit sind auch WLAN und Bluetooth deaktiviert und knabbern mit ihren Signalen oder der Signalsuche nicht am Akku. Ob die Uhr mit dem Smartphone via Bluetooth gekoppelt ist oder nicht, hat für mich allerdings keinen merklichen Einfluss auf den Akkuverbrauch.

Diese Einstellungen haben sich sehr deutlich auf die Akkkulaufzeit ausgewirkt. Nun verbraucht sie bei der GPS-Navigation nur noch die Hälfte, also etwa fünf Prozent pro Stunde. Das entspricht den Herstellerangaben, wonach die Uhr bis zu 20 Stunden GPS-Navigation durchhalten soll.

Gute GPS-Navigation mit ViewRanger

Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit ViewRanger-Navigationspfeil
Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit ViewRanger-Navigationspfeil © gipfelwelt.net

Ich nutze ja fast ausschließlich die ViewRanger-App auf der Smartwatch. Da ViewRanger mit gängigen Open Source-Karten funktioniert, kannst du die App kostenfrei nutzen. Dir steht für die Offline-Navigation beispielsweise das hauseigene “ViewRanger Landscape” zur Verfügung, das auf Open Street Map basiert. Für Radtouren empfiehlt sich Open Cycle Map, da hier radtaugliche Straßen deutlich gekennzeichnet sind.

Die komfortabelste Art der Navigation bietet der Navigationsmodus der ViewRanger-App. Wenn du eine GPS-Route in deinem Account gespeichert hast, kannst du sie über die Smartphone-App oder auch direkt über die Uhr-App von ViewRanger für die Offline-Nutzung auf der Casio speichern. Dann startest du die Route, und ein Pfeil zeigt dir an, wo du langlaufen musst. Wenn du das ausgeschaltete Display antippst oder die App-Taste drückst, ist der Pfeil sofort zu sehen. Wenn du dich zu weit von deiner Route entfernst, vibriert die Uhr als Warnung.

Dein GPS-Track wird automatisch gespeichert, das lässt sich leider nicht abstellen. Aber du kannst ihn dann natürlich später im ViewRanger-Account löschen, wenn du ihn nicht brauchst.

Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit ViewRanger-Kartenansicht
Casio Pro Trek WSD-F21HR Smartwatch mit ViewRanger-Kartenansicht © gipfelwelt.net

Akkusparender, und mit Eigenleistung bei der Orientierung verbunden, kannst du dir in der Kartenansicht von ViewRanger immer deinen aktuellen Standort anzeigen lassen und dann so schauen, in welche Richtung du gehen musst. Durch Streichen mit dem Finger von oben nach unten zoomst du in die Karte hinein, und durch Streichen nach oben wird der Kartenausschnitt größer.

Damit das offline funktioniert, brauchst du entweder eine GPS-Route in der App, die du für die Offline-Nutzung auf die Uhr geladen hast. Oder du lädtst dir vor Tourenstart mit WLAN den gewünschten Kartenausschnitt ohne Route herunter. Das klappt prima direkt aus der Uhr-App heraus über die Funktion “Karte herunter laden”. Du definierst mit einem roten Rahmen einfach den gewünschten Ausschnitt und schon wird er auf der Uhr offline verfügbar gemacht.

Ab auf die Packliste

Mit ihrem ultraleichten Packgewicht, der langlebigen GPS-Akkulaufzeit und dem guten und verlässlichen Handling schafft es die Casio Pro Trek WSD-F21HR auf die Packliste der Gipfelwelt.

Hinweis: Der Hersteller hat mir das Produkt zum Testen zur Verfügung gestellt.

Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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