Mein Einstieg in die GPS-Navigation

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Meine Technik zur GPS-Navigation: Laptop, Smartphone, Smartwatch, Powerbank und Ladekabel
Meine Technik zur GPS-Navigation: Laptop, Smartphone, Smartwatch, Powerbank und Ladekabel © gipfelwelt.net

Ab jetzt heißt es GPS-Navigation mit Smartwatch und Karten-App statt Papierkarte und Kompass. Die Umstellung ist allerdings herausfordernd.

Ich habe lange gebraucht, um an diesen Punkt zu kommen. Doch die Zeit ist überreif für meinen Einstieg – oder besser gesagt Umstieg – in das ganze Themenfeld der GPS-Navigation. Dies bedeutet, dass ich mich in wesentlichen Teilen von der Welt der Papierkarten und Kompassnavigation verabschiede. Spätestens seit der verdammt beschissenen Situation in den Pyrenäen diesen Sommer, wo ich nicht nur den Weg verloren habe, sondern auch meine Papierkarte, ist mir noch einmal sehr klar geworden, dass ich mich wohl so langsam damit auseinandersetzen sollte. Das Wetter schaue ich ja auch auf der App nach und beschränke mich nicht darauf, morgens in den Himmel zu gucken.

Es war ja ganz nett (nein, war es nicht), sich mit Papierkarten durchs Gebirge zu schlagen. Sie bedeuten nicht nur ein gewisses Packgewicht, sondern sie reißen auch gern, verkleben oder lösen sich auf bei Nässekontakt. Man muss ständig anhalten, um sie umständlich und hoffentlich windgeschützt aufzufalten und sich anhand des Landschaftsbildes und mit Kompass zu orientieren.

Der erste Schritt in Richtung papierlos ist schon vor einiger Zeit erfolgt, als ich mir den ersten eReader zugelegt habe. Da hat nicht nur unendlich viel Lesestoff drauf Platz. Auch Wanderführer können gewichtsneutral und unzerstörbar drauf gepackt werden.

Mein Orientierungssinn ist sicher ganz ok, aber ich bin da jetzt auch kein Genie. Schlecht markierte Wege, Schneeverwehungen, Nebel und so weiter machen mir dann doch auch mal einen Strich durch die Rechnung. Dann muss ich suchen, umkehren zur letzen Markierung, neu suchen. Nichts finde ich auf Bergtouren strapazierender, als wenn ich nicht genau weiß, wie und wo es weiter geht.

Viele technische Möglichkeiten

Derweil ist die Technik schon längst so weit, dass sich jeder mit GPS-Navigation orientieren kann, der das auch möchte. Entsprechende Geräte sind im Massenmarkt angekommen und damit erschwinglich geworden. Es gibt genügend Apps, mit denen du dir Kartenmaterial zusammenstellen und auch offline verfügbar machen kannst. GPS-Navigation via Satellitensignal ist sicherer, sie funktioniert bei Tag und Nacht, bei jedem Wetter und unabhängig von deinem Orientierungssinn und deinem Internetempfang.

Ok – dass es völlig unkompliziert wäre, stimmt natürlich nicht ganz. Die Navigation mit GPS erfordert schon erst mal eine recht intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Und das ist auch der Grund, warum ich mich bisher davor gedrückt habe. Du brauchst nicht nur ein entsprechendes Satelliten-GPS-fähiges Gerät, das du dann einigermaßen souverän bedienen kannst. Sondern du musst auch imstande sein, für die Tourenvorbereitung ein Programm zur Erstellung und Wiedergabe von GPS-Tracks bedienen zu können. Das sollte dann auch noch auf allen Geräten synchron einsehbar sein, Laptop, Handy, Smartwatch. Und dann sollte dich das Ganze nicht in die Armutsfalle treiben mit teurem Kartenmaterial. Die entsprechenden Geräte und Programme wollen also erst mal gefunden und erprobt sein.

Tourenplanung und Navigation mit ViewRanger

Als erstes habe ich mir ein Programm für die Routenplanung, GPS-Track-Erstellung sowie für die Live-Navigation und eventuelle Live-Trackaufzeichnung gesucht. Es sollte plattform- und geräteunabhängig online und offline funktionieren, und auf kostenfreiem Open Source-Kartenmaterial basieren. Geworden ist es ViewRanger, das als autarke App auf Smartphone, Smartwatch und seit Neuestem auch eReader installiert werden kann und am PC browserbasiert funktioniert. Mit dem kostenlosen “ViewRanger Landscpape”-Kartenmaterial kannst du dir weltweit deine Routen zusammenstellen und für die Offline-Navigation auf deine Geräte laden. Möchtest du besser aufbereitetes Kartenmaterial, kannst du das für die jeweilige Region kaufen.

Neuer Helfer: Smartwatch

Standortbestimmung und Navigation über das us-amerikanische GPS kriegt grundsätzlich jedes Smartphone hin. Allerdings saugt das extrem am Akku und du bist ständig damit beschäftigt, dein Gerät rauszuholen und wieder wegzupacken. Deswegen habe ich mich entschieden, ein neues Gerät in den Reigen meiner Technik-Ausstattung aufzunehmen, das alles deutlich nutzerfreundlicher macht, ohne ins Gewicht zu fallen, nämlich eine Smartwatch. Die zeigt mir am Handgelenk mit Pfeil oder Miniaturkarte, wo es lang geht. Sie kann außerdem auf andere Satellitensysteme wie GALILEO zugreifen, falls GPS mal nicht zur Verfügung stehen sollte. Möchte ich zwischendurch mal ein größeres Display, rufe ich die App mit meinem Samsung Galaxy S8 auf.

Auch hier wollte ich ein Gerät haben, auf dem sich plattformunabhängig Apps installieren lassen, insbesondere ViewRanger. Das lief dann auf eine Uhr mit dem Android-Ableger “Wear OS” als Betriebssystem hinaus. Außerdem habe ich die Smartwatch mit der längsten Akkulaufzeit gesucht, die ich finden konnte. Überzeugt hat mich schließlich die Mobvoi TicWatch Pro, die automatisch zwischen dem normalen “Smartmodus” und einem “Wesentlichen Modus” hin und her schaltet. Sie verspricht eine Akkulaufzeit von mindestens zwei (bei reinem Smartmodus) und bis zu 30 Tagen.

… und ein paar Nachteile der GPS-Navigation

Auf Internetempfang bist du zwar nicht angewiesen, aber das Satellitensignal ist nicht überall verfügbar. Es kommt nicht durch Fels durch, sodass du etwa in Schluchten das Signal verlieren kannst. Außerdem brauchen die Geräte unter Umständen bis zu einer halben Minute, um sich ins System einzubuchen.

Was du auch unbedingt brauchst, ist genügend Akkulaufzeit auf deinen Geräten. Wenn dir da der Saft ausgeht und du papierlos unterwegs bist, hast du außer Wegmarkierungen natürlich gar keine Orientierungsmöglichkeit mehr. Somit macht dich die Technik auch abhängig, was aber eben in erster Linie deiner Sicherheit dient. Auf jeden Fall ist eine vernünftige Powerbank unabdingbar, um deine Geräte ohne Steckdose nachladen zu können.

Leider bedeutet das Ganze auch Kabelsalat. Ich muss zwei Ladekabel unterwegs brauche. Eins für die Smartwatch und eines für Micro-USB-Geräte. Außerdem brauche ich auch noch einen Adapter für neuere Geräte wie mein Smartphone, die in der Regel den besseren USB-C-Anschluss verbaut haben.

Und nicht zuletzt, wenn du einmal damit angefangen hast, bist du wohl auch in einem gewissen Zugzwang, dich immer mit der neuesten Technik vertraut zu machen. Welche Geräte brauchst du, was ist überflüssig geworden, was für neue Entwicklungen gibt es? Never ending story.

Für mich hat die Story jetzt erst einmal begonnen und ich bin noch am Lernen. Doch so viel ist mir jetzt schon klar: Das Papier vermisse ich bestimmt nicht mehr, und die GPS-Navigation gibt mir ganz neue Souveränität bei der Orientierung, die wirklich überfällig war.

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