Primaloft

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Die Kunstfaser Primaloft der gleichnamigen US-amerikanischen Firma kommt bei zahlreichen Outdoor-Herstellern als Isolationsmaterial zum Einsatz. Wo liegen die Vorteile gegenüber Daune und Fleece?

Von A wie Adidas bis Z wie Ziener, fast alle Outdoormarken setzen bei einigen ihrer Produkte Primaloft ein. Dabei handelt es sich um eine Kunstfaser in Form von kleinsten Luftkissen, die sich als Alternative zur Daune tierischen Ursprungs versteht und zur wärmespendenden Isolation von Jacken, Hosen, Handschuhen und Schlafsäcken eingesetzt wird.

Künftig dürfte für sprachliche Verwirrung sorgen, dass der Hersteller seit diesem Jahr ins Segment der Fleecebekleidung und der nicht isolierten Funktionskleidung vordringt und Primaloft nun nicht mehr das Synonym für seine isolierende Kunstfaser ist.

Gleichzeitig hat der Hersteller die Kategorien seiner Kunstdaune neu benannt. Die (teuerste) Topvariante mit der höchsten Bauschkraft und Atmungsaktivität, dem geringsten Gewicht und wasserabweisender Ausrüstung heißt “Primaloft Gold“. In der “Eco”-Variante besteht es zu 90 % aus recyceltem Material. Neu ist auch “Down Blend”, ein Hybridprodukt aus Primaloft und Daune, das ich noch nicht getestet habe. Das Folgende bezieht sich also auf die reinen Primaloft-Produkte.

Produkte sind ab hauchdünnen 40 Gramm (für Temperaturen über 5 Grad) bis flauschigen 100 Gramm (reicht bis etwa -10 Grad) gefüttert. Ich habe eine Jacke mit 60 Gramm, die mich bis in den leichten Minusbereich mit ausreichend Wärme versorgt.

Vorteile von Primaloft

Die Polyesterfasern haben gegenüber Enten- oder Gänsedaunen einige Vorteile. Zunächst einmal natürlich, dass dafür keine Tiere herhalten müssen. Außerdem können für die Herstellung recycelte Materialien (Abfälle) verwendet werden.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie im Gegensatz zur Daune auch in nassem Zustand ihre Wärmewirkung nicht einbüsst; die Daune hingegen verklumpt.

Insgesamt ist das Material sehr pflegeleicht. Es lässt sich ganz normal in der Maschine waschen, trocknet rasend schnell und muss nicht aufgebauscht werden, wohingegen Daunenprodukte beim Trocknen immer mal wieder aufgeschüttelt werden sollten. Auch ist keine luftige Lagerung wie bei der Daune nötig; auch längeres Komprimieren beeinträchtigt das Material nicht in seiner Funktionsweise, während Daune sich davon immer erst erholen muss.

Fleece kann es hinsichtlich Wärme-Gewicht-Verhältnis, Komprimierbarkeit und Wärmeleistung locker ausstechen.

Nachteile

Gewichtsmäßig ist es der Daune (noch) unterlegen, denn die Bauschkraft der Feder wird nicht erreicht. So muss für die selbe Isolationswirkung mehr Material als bei Daunen verwendet werden und Primaloft lässt sich nicht ganz so stark beim Verstauen komprimieren.

Außerdem schmiegt sich das Material nicht ganz so schön am Körper an wie die Daune.

Auch wenn die Atmungsaktivität sehr gut ist, so ist bei bewegungsintensiven Aktivitäten Fleece in diesem Punkt deutlich überlegen, da hier der Schweiß am besten abtransportiert wird. Daune ist auch zumindest etwas atmungsaktiver als Primaloft.

Fazit

Nach meiner Auffassung spielt mit Primaloft isolierte Kleidung ihre Stärken am besten bei Temperaturen um den Nullpunkt und bei geringer bis mittlerer Bewegungsintensität aus. Da dürfte es kein besseres Isolationsmaterial geben.

Bei höheren Temperaturen und bei hoher Bewegungsintensität eignet sich das atmungsaktivere Fleece besser, bei tiefen Temperaturen die Daune dank des besseren Wärme-Gewicht-Verhältnisses.

Was Schlafsäcke angeht, würde ich immer zu Daune greifen, da hier die Vorteile von Primaloft nicht so eine Rolle spielen, das Gewicht und die Komprimierbarkeit hingegen umso mehr. Und vor einem feuchten Schlafsacke schützt hoffentlich das Zelt.

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