
Meine Lübarser-Felder-Wanderung verbindet als abwechslungsreiche Rundtour die Lübarser Höhe, den Botanischen Volkspark Blankenfelde und den Tegeler Fließtalweg.
Inhalt
Charakteristik
Die beiden Bezirke Reinickendorf und Pankow im Berliner Norden haben an der Grenze zu Brandenburg eine riesige Naturlandschaft zu bieten, die man hier am Rande der Plattensiedlungen des Märkischen Viertels zwischen Autobahnen, Ausfallstraßen und ehemaligem Mauerstreifen kaum vermuten würde. Doch schon die Namen der S-Bahnhöfe Wilhelmsruh und Waidmannslust, die das Gebiet erschließen, geben Hinweise auf das zu Erwartende.
Rings um Lübars, dem ältesten Dorf Berlins mit historischem Stadtkern, erstrecken sich die weit auslaufenden Lübarser Felder. Mit einem kleinen Berg, der Lübarser Höhe, gibt es sogar einen aussichtsreichen Gipfel zu erklimmen. Direkt darunter ist die Alte Fasanerie gelegen, ein großer Bauernhof noch aus der Zeit von Friedrich II.
Nördlich werden die Lübarser Felder gesäumt vom Tegeler Fließ, das zu einem großen Teil die Berlin-Brandenburger Landesgrenze markiert. Im Norden und Osten schließt der Naturpark Barnim mit den Moorwiesen an. Östlich verläuft der Mauerweg als Stadtteilgrenze zwischen Reinickendorf und Pankow, und daran schließt als weiteres kleines Highlight der Botanische Volkspark Blankenfelde an.
Während ich das Tegeler Fließ sowie den südlich verlaufenden Nordgraben schon komplett bewandert habe, wollte ich nun endlich einmal den Lübarser Feldern eine eigene Tour widmen, durch welche die schiere Größe dieses Naturschatzes erlebbar wird. Noch. Denn das Idyll wird höchstwahrscheinlich durch die Reaktivierung der Stammstrecke der historischen Heidekrautbahn stark in Mitleidenschaft gezogen werden, deren historische Gleisanlagen noch bestehen und im Vollbetrieb dann die Lübarser Felder stark in Mitleidenschaft ziehen würden.
So wichtig und sinnvoll das Projekt verkehrstechnisch sein mag, für die Lübarser Felder als Naherholungsgebiet wäre das eine große Einbuße. Der Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh befindet sich bereits in den erforderlichen Baumaßnahmen. Wann der Rest des Projekts tatsächlich realisiert wird, steht allerdings ohnehin in den Sternen. Aber komm am besten schnell vorbei und genieße dieses Idyll in seiner gesamten Schönheit, solange es währt.
Da das Bahnprojekt ja aber etwas im Argen liegt, ist das Gebiet noch nicht an den Bahnverkehr angebunden. Als Zugang von der S-Bahn nutzte ich daher die grüne Schneise des Packereigrabens.
Dauer und Schwierigkeitsgrad
Meine Lübarser-Felder-Wanderung ist knapp 19 Kilometer lang. Sie führt bis auf den kleinen Anstieg auf die Lübarser Höhe auf flachen Wegen in überwiegend gutem Zustand. Es geht fast die ganze Zeit auf Naturwegen mit kleinen Abschnitten auf Asphalt. In gemütlichem Tempo ist mit vier bis fünf Stunden Gehzeit zu rechnen.
Start und Ziel
Ich habe meine Lübarser-Felder-Wanderung als Rundtour entwickelt. Start und Ziel ist der Bahnhof Waidmannslust (S1, S85). Es macht fast keinen Unterschied, in welche Richtung du gehst. Ich habe die Tour gegen den Uhrzeigersinn gemacht. Das bietet sich auch an, wenn zu zum Abschluss der Runde ins Strandbad gehen willst.
Tourenbericht

Am S-Bahnhof Waidmannslust wählte ich den Südausgang, der mich durch einen Tunnel auf einen ruhigen Weg lotste. Dann musste ich allerdings den stark befahrenen Orianiendamm überqueren, doch direkt dahinter beginnt die bewaldete Aue des Packereigrabens mit einem guten Spazierweg. Ich folgte ihm jetzt eine ganze Weile und dann weiter den Bruchstückengraben entlang, der direkt zu den Lübarser Feldern führt. So flankierte ich das Märkische Viertel, ohne allzu viel von den Hochhäusern mitzukriegen.

Ich musste die Finsterwalder Straße überqueren und jetzt auf Straße den Möbelweg weiter gehen. Hier war es jetzt nicht ganz so idyllisch, aber zumindest das letzte Stück den Graben entlang konnte ich nochmal im Grünen gehen, nachdem ich den Graben über eine Brücke gequert hatte.
Nach Überqueren der Quickborner Straße empfing mich endlich die Weite der Lübarser Felder. Ich durchschritt das Eingangsportal der Alten Fasanerie (Einkehrmöglichkeit). Der Bauernhof aus Kaiserzeiten hat sich zu einer Eventlocation gemausert, wie schon gleich an den unterschiedlichen Spuren für Kfz und Fußgänger zu erkennen ist. Doch unter der Woche ist hier wenig los, auch das schöne Café ist nur am Wochenende geöffnet. Nur in der dazugehörigen Kita kreischten ein paar Kinder.

Hier begann ich meinen Aufstieg zur Lübarser Höhe (85 m), der mich erst über Straße, dann über Waldweg nach oben führte. Der kleine Berg verfügt über eine Freifläche mit Blick zum Fernsehturm und zu den Arkenbergen, der höchsten Erhebung auf Berliner Stadtgebiet. Außerdem erschließt sich von hier oben die Größe der Lübarser Felder sehr eindrücklich.
Nun ging es im Zick-Zack am Osthang den Wald hinab und ich gelangte auf einen Wanderweg, der mich über die alten Gleise der Heidekrautbahn auf den Mauerweg brachten. Diesem folgte ich aber nur ein kurzes Stück nach Norden und ging dann auf einem Feldweg mit wieder schönem, weitem Blick über die Felder im Naturpark Barnim. Nach einigen hundert Metern zweigte ich auf einen Trampelpfad ab, der mich über eine Wiese zum nördlichen Eingang des Botanischen Volksparks Blankenfelde brachte.

Der Volkspark ist ein äußerst liebevoll gestalteter Landschaftspark, der ein breites botanisches Spektrum bietet. Am Haupteingang hält der Bus 107. Direkt südlich verläuft der Nordgraben.
Ich ging den Park jetzt einmal im Rund. Zuerst kam ich in den Parkwald, wo man bei einem Teich eigentlich durch eine Furt gehen kann, diese war heute jedoch überschwemmt. Also wählte ich die Alternativroute über eine Holzbrücke. Bald war ich wieder auf dem Hauptweg, der mich an der Imkerei vorbei durch den Staudenschaugarten zum schönen Palmenhaus führte, das am Wochenende auch geöffnet hat. Davor befindet sich ein kleines Café. Das Arboretum passierend, gelange ich wieder ans Nordende und konnte im Damwildgehege noch ein paar Tiere beobachten.
Nach meiner Runde durch den Volkspark ging ich nun durch den Naturpark Barnim nach Norden und dann am Saum von Blankenfelde (Bus 107) entlang, bis ich wieder die Gleise passierte und den Mauerweg erreichte. Davor hast du einen weiten Blick über die Wiesen mit dem Fernsehturm in weiter Ferne.
So schön der Mauerweg auch gestaltet wurde, für Fußläufige macht er nicht viel Spaß. Zum einen, weil er überwiegend asphaltiert ist, zum anderen, weil er stark von Radfahrern frequentiert wird. Wenn du aber bereit bist, ihm 3,5 Kilometer zu folgen, wirst du mit dem großartigen Tegeler Fließtalweg belohnt.
Alternativ kannst du nach einem kurzen Stück auf dem Mauerweg links abzweigen und am Tegeler Fließ entlang weiter gehen, wahlweise mit Besuch des historischen Ortskerns von Lübars.

Nicht zuletzt weil ich die Route am Tegeler Fließ ja schon kenne, trottete ich nun auf dem Mauerweg entlang mit leichtem Gefälle und erreichte bald den schönen Köppchensee. Er hat am gegenüberliegenden Ufer einen Aussichtsturm, man kann ihn allerdings leider nicht umrunden.
Nun führte mich eine Brücke über das Tegeler Fließ, das hier auch der Landesgrenze Berlin-Brandenburg entspricht, und an einer Pferdekoppel vorbei. Jetzt bog der Mauerweg nach Westen ab und ich musste eine ganze Weile auf Teer durch bewaldetes Gebiet mit ein paar Sanddünen gehen.

Ich säumte Schildow und Glienicke/Nordbahn, bis ich den Mauerweg endlich verlassen konnte und auf dem Tegeler Fließtalweg zügig in wilde Natur kam: Die Eichwerder Moorwiesen. Schon auf dem Abschnitt davor konnte ich immer mal wieder Blicke auf das grüne Dickicht erhaschen. Das Moor wurde mit Holzpaneelen und Holzbrücken passierbar gemacht und ist wirklich ein grandioser Abschluss für meine Lübarser-Felder-Wanderung.
Erst ging es durch dichten Wald, dann führte mich der lange Eichwerder Steg über das Tegeler Fließ wieder zurück nach Berlin. Ein grüner Weg, den ich schon von meiner Tegeler-Fließ-Wanderung kannte, führte mich am Ziegeleisee vorbei. Im Strandbad Lübars kannst du als Tourabschluss ein Bad nehmen und einkehren. Oder du nutzt eine der Badestellen am Hermsdorfer See, den ich jetzt noch etwa zur Hälfte abging.

Jetzt konnte ich eine fast durchgehend grüne Schneise entlang der Lübarser Felder zurück zum Packereigraben nutzen. Die Felder sind wegen des Waldes allerdings hier nicht mehr zu sehen. Von dort gelangte ich durch das Waldstück vom Anfang und entlang des derzeit trocken liegenden Herrnholzbeckens wieder zurück zum Bahnhof Waidmannslust.
Karte und GPS-Route Lübarser-Felder-Wanderung
Beitrag zuletzt aktualisiert am 16.07.2026 von Raffaele





