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E4 Peloponnes Teil 1: Diakopto – Vytina

  • Juni 6, 2022Juni 23, 2022
E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Likouria
E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Likouria © gipfelwelt.net

Im Sommer 2022 habe ich die griechische Halbinsel Peloponnes auf dem Fernwanderweg E4 durchquert. Der E4 Peloponnes Teil 1 führte mich von Diakopto bis Vytina.

Tag 1 Diakopto – Kato Zachloru (4 h)

E4 Peloponnes Teil 1: Auf der historischen Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta durch den Fels
E4 Peloponnes Teil 1: Auf der historischen Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta durch den Fels © gipfelwelt.net

Meine Peloponnes-Durchquerung auf dem E4 startete in Diakopto am Golf von Korinth. Die Stadt liegt im Bezirk Achaia der Region Westgriechenland. Hierher war ich aus Athen sehr einfach mit dem Zug angereist. Der Zug ist auch das beherrschende Thema des Anfangs der Peloponnes-Durchquerung, denn es geht die ersten 22 Kilometer fast ausschließlich auf dem Gleisbett der historischen Bahnstrecke Diakopto – Kalavryta hinauf.

E4 Peloponnes Teil 1: Wacklige Brücke auf der Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta
E4 Peloponnes Teil 1: Wacklige Brücke auf der Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta © gipfelwelt.net

Das war für mich mal eine ganz neue Erfahrung, auf Gleisen zu gehen, die in Betrieb sind! Immerhin sind die Zugführer die Wanderer gewöhnt, die in Scharen die Trasse durch eine beeindruckende Vouraikos-Felsschlucht mit vielen engen Tunnels und über wacklige Metallbrücken gehen. Die Züge fahren recht langsam und machen sich mit lautem Hupen bemerkbar.

Kurz vor dem Bahnhof Portes gibt es ein extra Tunnel für Fußgänger, das zu einer Metallbrücke in einer engen Stelle der Schlucht führt.

E4 Peloponnes Teil 1:Bahnhof Kato Zachlorou
E4 Peloponnes Teil 1:Bahnhof Kato Zachlorou © gipfelwelt.net

Der Anfang auf dem E4 Peloponnes Teil 1 war somit ein echtes Wildwest-Abenteuer. Im ersten Ort auf der Strecke, in Kato Zachloru, legte ich auch schon den ersten Zwischenstopp ein, da ich erst mittags losgegangen war. Leider war hier absolut tote Hose, sämtliche der zahlreichen Restaurants waren geschlossen und ich offenbar der einzige Übernachtungsgast im ganzen Ort. Somit musste ich mich aus einem Automaten mit Chips versorgen.

Tag 2 Kato Zachloru – Ano Lousi (5 h)

E4 Peloponnes Teil 1: Auf der Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta kurz vor dem Ziel
E4 Peloponnes Teil 1: Auf der Bahnstrecke Diakopto-Kalavryta kurz vor dem Ziel © gipfelwelt.net

Meine Unterkunft hatte noch nicht mal ein Frühstücksangebot! So gab es nur einen Riegel, und ich startete eher schlechtgelaunt in den Tag 2 auf dem E4 Peloponnes Teil 1. Danach ging es heute erst mal weiter auf der Bahntrasse bis zum Endbahnhof in Kalavryta. Das ist ein sehr hübscher Ort und Zentrum eines Mini-Skigebiets im Winter. Ich wanderte die kleine Flaniermeile hinauf und bekam endlich etwas Vernünftiges zu essen.

Den Abschnitt danach fand ich nicht so prickelnd, es ging viel auf Straße und wilde Abkürzungen weiter aufwärts. Ich musste sogar über einen Stacheldrahtzaun steigen. Und dann hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine bedrohliche Begegnung mit ein paar Bienenvölkern. Die Peloponnes-Bewohner platzieren diese anscheindend gerne wo es ihnen beliebt, und ein Honigzüchter hatte an die 20 Bienenstöcke schön direkt auf dem E4 platziert. Diese fühlten sich durch mich offenbar bedroht und attackierten mich. Bienenstiche tun nicht so weh wie Wespenstiche, aber wenn dir die Viecher in alle Öffnungen kriechen, wird dir schon ganz anders zumute. Ich rannte an den Bienenstöcken vorbei und vertrieb alle Tiere mit meiner Mütze um mich schlagend, bis sie endlich von mir abließen.

E4 Peloponnes Teil 1: Anhöhe bei Ano Lousi
E4 Peloponnes Teil 1: Anhöhe bei Ano Lousi © gipfelwelt.net

Dann stieg ich weiter auf knapp über 1.000 m auf, und nun wurde der Weg wenigstens noch ganz schön. Auf einer Anhöhe ging es zunächst an Ano Lousi vorbei bis zum anderen Ortsende, wo eine nette Unterkunft auf mich wartete und ich mich von den Bienenstichen erholen konnte.

Tag 3 Ano Lousi – Klitoria (5 h)

Auf der dritten Etappe des E4 Peloponnes Teil 1 wurde es erstmals etwas idyllischer. Zunächst wieder auf der Anhöhe mit schönen Weitblicken, begegnete ich zum ersten Mal den hier sehr verbreiteten Landschilkröten.

E4 Peloponnes Teil 1: Platanenwald bei den Aroanios-Quellen
E4 Peloponnes Teil 1: Platanenwald bei den Aroanios-Quellen © gipfelwelt.net

Über Wiesen und durch kleine Wäldchen gelangte ich nach Planitero. Der Ort ist vor allem für die südlich gelegenen Aroanios-Quellen bekannt. Diese bilden mehrere Quellbäche in einem zauberhaften Platanenwald.

E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Agios Nikolaos
E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Agios Nikolaos © gipfelwelt.net

Danach ging es zunächst steil hinauf auf wilden Waldwegen bis nach Armbounas. Hier wurde der E4 zum ersten Mal alpin, und es folgte der Etappenabschluss auf einer felsigen Flanke bis Agios Nikolaos oberhalb von Klitoria.

Mangels Unterkünften musste ich nun noch nach Klitoria absteigen, das etwa 4 km abseits des E4 liegt. Der Abstieg über eine Fahrstraße war aber recht gemütlich, und danach sprang ich erst mal zur Abkühlung in den Hotelpool.

Tag 4 Klitoria – Dara (7 h)

Heute wartete eine sehr lange Etappe in der griechischen Hitze auf mich. Die Etappe hat mir aber sehr gut gefallen, da es fast die ganze Zeit eine richtige Bergtour ist.

Am Tag 4 auf dem dem E4 Peloponnes Teil 1 verließ ich Klitoria erst mal nach Süden, um nicht den ganzen Umweg von gestern zurück zu gehen. Über ein paar einsame Landwege erreichte ich den E4 wieder in Krinofita.

E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Dara
E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Dara © gipfelwelt.net

Direkt oberhalb des Orts ging es in eine schöne Bergflanke unterhalb des Mavrada hinein. Über diese stieg ich kontinuierlich zu einer Senke auf und konnte ein schönes Panorama genießen.

E4 Peloponnes Teil 1: Senke mit Gedenkstelle in der Mavrada-Flanke
E4 Peloponnes Teil 1: Senke mit Gedenkstelle in der Mavrada-Flanke © gipfelwelt.net

Auf der anderen Seite ging es ebenfalls sehr schön nach Likouria hinab. Da mir die Hitze immer noch etwas zu schaffen machte, versorgte ich mich da erst mal reichlich mit Limonade und Cola.

Über Wiesenpfade und an Schafherden mit kläffenden Kötern vorbei stieg ich in das Tal unterhalb Likouria ab, wo sich die Ladonas-Quelle befindet und einen Strom bildet. Es gelang mir, an dem dicht bewachsenen Ufer mit vielen Wasserpflanzen eine Stelle zum Wasser zapfen zu finden, und dieses schmeckte köstlich.

Dann folgte ein zweiter, aber nicht so hoher Aufstieg, der mich zu einem wunderschönen Hochtal führte. Dahinter ging ich einen verwunschenen Pfad durchs Unterholz weiter hinauf, und fand oberhalb Pankrati wieder einen schönen Aussichtspunkt vor.

E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Dara
E4 Peloponnes Teil 1: Abstieg nach Dara © gipfelwelt.net

Von dort ging es endlich nur noch bergab und auch wieder sehr schön durch eine Flanke mit weitem Blick, bis ich schließlich dankbar das Ende der längsten Etappe auf dem E4 Peloponnes Teil 1 erreichte.

Hier wechselt sowohl der griechische Bezirk, als auch die Region: Nach dem Bezirk Achaia der Region Westgriechenland war ich in Dara im Bezirk Arkadien der Region Peloponnes angelangt.

Tag 5 Dara – Vytina (4,5 h)

Die heutige letzte Etappe auf dem E4 Peloponnes Teil 1 war eher etwas langweilig, weil es nur darum ging, Strecke zu machen. Aber immerhin führte mich der Weg von Dara nach Vytina durch zwei schöne Auen auf ruhigen Landstraßen.

E4 Peloponnes Teil 1: Vytina
E4 Peloponnes Teil 1: Vytina © gipfelwelt.net

Bei mäßig ansteigendem Weg ging es am Ende nach Vytina hinauf. Das ist auch wieder ein sehr hübscher Ort auf einem Hügel mit einem belebten Hauptplatz ganz oben.

Der E4 Peloponnes Teil 1 war somit geschafft! Am nächsten Tag folgte auch erst mal ein Pausentag, um mich etwas von der Hitze zu erholen und Zeit zum Schreiben zu haben.

GPS-Route E4 Peloponnes

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