Outdooractive hat ViewRanger übernommen

Outdooractive hat ViewRanger übernommen
Outdooractive hat ViewRanger übernommen © Outdooractive/ViewRanger

Im Mai 2020 hat die Plattform Outdooractive die von mir genutzte Navigations-App ViewRanger übernommen. Was bedeutet das für die User?

Ich war etwas verwundert, als ich vor einigen Monaten festgestellt habe, dass ich plötzlich über das Portal Outdooractive jede Menge Traffic auf meinen Blog erhalte. Irgendwann klärte es sich dann durch eine E-Mail auf, der ich entnehmen durfte, dass sie ViewRanger gekauft haben.

Seit letztem Jahr läuft bei mir die Tourenplanung und die Navigation unterwegs – endlich! komplett digital ab. Ich habe mich mit der GPS-Navigation vertraut gemacht und mir meine erste Smartwatch besorgt, die mich seither unabhängiger von örtlichen Gegebenheiten und Markierungen, sicherer und genauer durch die Natur führt. Aktuell ist es ein Modell von Casio mit sehr guter Akkulaufzeit im GPS-Modus. Ergänzend läuft meine Navigations-App auf dem Smartphone, wenn ich einen größeren Kartenausschnitt haben möchte, das allerdings ein deutlich ungenaueres GPS-Signal hat und einen Akku, der bei der Navigation nur kurz durchhält. Geplant werden die Touren bequem am PC.

Starke Technologie von ViewRanger

Von den wenigen verfügbaren Anbietern für die digitale Tourenplanung und GPS-Navigation hatte mich das britische ViewRanger direkt überzeugt. Es ist extrem umfangreich, was Funktionen und Kartenmaterial angeht. Das Meiste ist kostenlos und für gerade mal fünf Euro pro Jahr kann man alle Features wie die Skyline-Funktion zum Erkennen von Berggipfeln und die 3D-Simulation von erstellten Routen freischalten.

Extrakosten entstehen nur, wenn man topographische Karten der Verlage haben will, wo dann beispielsweise Weitwanderwege hervorgehoben sind. Es klappt aber auch ganz gut mit dem kostenlosen Kartenmaterial: Das hauseigene ViewRanger Landscape und diverse Open Source Karten wie OpenStreetMap und OpenCycleMap. Für Weitwanderwege kann man sich die GPS-Routen vom Portal Waymarked Trails herunterladen und in ViewRanger importieren.

Außerdem ist ein schlagendes Argument für ViewRanger, dass er unter den wenigen Anbietern einer der einzigen mit einer autarken Smartwatch-App ist.

Die Optik und die Usability von ViewRanger sind etwas in den Anfangsjahren stecken geblieben. Das zeigt sich besonders bei der Community, die sich eigentlich nicht nutzen lässt. Das Suchen von veröffentlichten Routen anderer Nutzer und das Vernetzen klappen irgendwie nicht so richtig. Das Einbinden meiner Touren hier auf dem Blog war auch nicht so prickelnd, da der Code die Karten nicht responsiv ausspielt und sie sich so nicht an die Bildschirme der Endgeräte anpassen. Auch musste ich immer am Code basteln, bis die Sprache deutsch war und die Entfernungen in Kilometern angegeben wurden.

Irgendwann erhielt ich dann also eine E-Mail-Benachrichtigung, dass der im deutschen Markt sehr präsente Anbieter Outdooractive nun also ViewRanger übernommen hat. Damit ging einher, dass meine ganzen öffentlichen Touren automatisch synchronisiert und auch auf dieses Portal ausgespielt werden. Es ist außerdem möglich, mit dem ViewRanger-Login Outdooractive in der kostenlosen Variante zu nutzen. Die ist allerdings im Vergleich zu ViewRanger extrem reduziert.

Auch in den teuren Tarifen bot Outdooractive bislang nicht annähernd so viele Funktionen, und besonders bedauerlich: Es gibt noch keine Smartwatch-App.

Starke Community und Usability von Outdooractive

Outdooractive startete als Community und setzte von Anfang an auch einen Fokus auf Gastgeber und Tourismusanbieter, somit ist sie was das angeht ViewRanger deutlich überlegen. Es macht Spaß, dort nach Touren in bestimmten Regionen zu suchen, die einem übersichtlich angezeigt werden. Die Karten sind bedienfreundlich. Man kann einfach mit den Autoren in Kontakt treten und die Touren kommentieren. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, von jetzt an meine Touren mit den Outdooractive-Karten zu versehen. Die Synchronisation von ViewRanger klappt leider nicht ganz reibungslos, so musste ich zum Beispiel einige Vorschaubilder nachtragen. Aber das Ergebnis auf dem Blog spricht für sich, und dank des WordPress-Plugins von Outdooractive muss man auch nicht mit Code hantieren.

Wann kommt die Smartwatch-App?

Momentan arbeite ich also mit beiden Plattformen, was aber natürlich keine dauerhafte Lösung sein kann. Was die Technik angeht, wurden schon einige Funktionen von ViewRanger wie das Skyline-Feature und die 3D-Simulation erstellter Touren bei Outdooractive integriert, aber nur für Premium-Tarife.

Am dringendsten wünschenswert ist, dass Outdooractive die App schnellstmöglich auf die Smartwatch bringt. Dann steht einer kompletten Migration zu Oudtooractive eigentlich nicht mehr viel im Weg. Ich gehe mal davon aus, dass auch nicht beide Marken mittelfristig aufrecht erhalten werden sollen. Wenn es dann noch eine Outdooractive-Smartphone-App wird, die nicht wie die App von ViewRanger nur auf WearOS- und Apple-Uhren läuft, würde ich das schon mal völlig abfeiern. Denn so ist man bei der Uhrenauswahl stark eingeschränkt. Diese Betriebssysteme wirken sich außerdem negativ auf die Akkulaufzeit der Uhren aus. Meine Casio hält zwar recht lange durch, stellt damit aber eine Ausnahme unter den WearOs-Uhren dar. Andere Hersteller können mit ihren hauseigenen Betriebssystemen zudem nochmal viel längere Laufzeiten gerade im GPS-Modus vorweisen, der für die Navigation beim Bergwandern unbedingt erforderlich ist.

Im Zuge einer Verschmelzung sollte meiner Meinung nach die Preispolitik von Outdooractive überarbeitet werden. Da sich die Nutzerbasis durch den ViewRanger-Zukauf um einige Millionen vergrößert hat, könnte man hier sicher etwas runtergehen und damit das Portal besonders für die ViewRanger-Kunden noch attraktiver machen, die derzeit wenig bis nichts zahlen müssen. Der “Pro” Tarif kostet 30 Euro pro Jahr und ist eine absolute Minimalanforderung, da man sonst nicht mal Karten offline verwenden kann. Der teuerste Tarif inklusive der Top-Karten kostet bei Outdooractive im Moment 60 Euro pro Jahr. Dafür sind dort die topographischen Karten der Verlage schon inklusive, die man bei ViewRanger sehr teuer dazukaufen muss – allerdings sind sie ja auch nicht unbedingt erforderlich.

Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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