Daune versus Primaloft – der ultimative Test

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Die Slingsbytind Daunenjacke (dunkelblau) und die Nibbi Primaloft Jacke (hellblau) sind fast eineiige Zwillinge, die Bündchen sind etwas unterschiedlich.
Die Slingsbytind Daunenjacke (dunkelblau) und die Nibbi Primaloft Jacke (hellblau) sind fast eineiige Zwillinge, die Bündchen sind etwas unterschiedlich. © gipfelwelt.net

Gleiche Ausstattung, gleicher Schnitt, gleiches Gewicht. Nur die inneren Werte für die Isolation sind anders. Wer überzeugt mehr: Die Bergans Slingsbytind Down Jacket mit Daunenfüllung oder die Bergans Nibbi Insulated Jacket mit Primaloftfüllung?

Die Kandidaten

Das aktuelle nasskalte Berliner Wetter bietet optimale Bedingungen für den ultimativen Test zwischen natürlicher Daunenisolation und synthetischer Primaloft-Isolation. Und auch die Testkandidaten sind optimal, denn Bergans hat aktuell zwei sehr ähnlich ausgestattete gesteppte Isolationsjacken im Programm. Außer dass die Daunenjacke  eine Brusttasche hat. Ansonsten handelt es sich um zwei minimalistische Jacken mit eng anliegender Kapuze, wasserabweisend und winddicht ausgerüstet und nahezu gleich im Gewicht von ca. 400 g – die Daunenjacke ist vernachlässigbare 10 g schwerer.

Die Bergans Slingsbytind Down Jacke* ist mit 120g Daunen mit einer Bauschkraft von 700 cuin gefüttert für die Isolation.

Die Bergans Nibbi Insulated Jacke hat 60 g/m2 Primaloft Silver Eco als Futterstoff für die Isolation.

Außerdem hat die Daunenjacke (rechts) eine zusätzliche Brusttasche.
Außerdem hat die Daunenjacke (rechts) eine zusätzliche Brusttasche. © gipfelwelt.net

Look & feel

Die Daunenjacke kommt bauschiger daher als ihr Primaloft-Pendant. Das Plus an Bauschkraft der Daune kann man auch gut fühlen. Sie ist anschmiegsamer, es ist ein bisschen so, als würde man in sie eintauchen. Primaloft fühlt sich härter an, außerdem raschelt die Nibbi mehr als die Slingsbytind Daunenjacke.

Das Bauschigere der Daune macht sich auch darin bemerkbar, dass sie etwas mehr aufträgt als die Kunstfaser. Allerdings sind beide Jacken extrem dünn und sehen recht schnittig aus, so dass man das vernachlässigen kann.

Somit gibt es den ersten Punkt für die Daune.

die Daune (rechts) trägt ein wenig mehr auf als Primaloft (links).
die Daune (rechts) trägt ein wenig mehr auf als Primaloft (links). © gipfelwelt.net

 Reinigung

Um ihren Industriegeruch loszuwerden, wandern beide Jacken direkt mal im Schonwaschgang in die Maschine. Die Nibbi Insulated Primaloft-Jacke ist nach etwa fünf Stunden wieder trocken. Ein extrem beeindruckender Wert.

Die Daunenjacke hingegen braucht Zeit. Es dauert an die 30 Stunden, bis die Jacke vollständig getrocknet ist. Außerdem muss sie beim Trocknen regelmäßig durchgeschüttelt werden, damit die Daunen wieder so schön bauschig sind wie vorher. Besonders unangenehm: Trotz Schonwaschgang fusselt die Slingsbytind einige Tage, da viele Daunen vom Waschen durchs Material kommen. Sehr empfindlich das Ganze, und sollte daher wohl so selten wie möglich gewaschen werden. Das Trocknen kann man zumindest laut Hersteller abkürzen, wenn man über einen Trockner und Tennisbälle (die mit rein kommen, um die Jacke aufzubauschen) besitzt – beides habe ich nicht.

Der Punkt geht ganz klar an Primaloft.

Isolation & Wetterschutz

Bei wohlgemerkt gleichem Gewicht leistet die Daune mehr. Mit der Primaloft fange ich schon ab 0 Grad an zu bibbern, die Daune spendet auch bei -5 Grad noch genügend Wärme. Auch nach oben zeigt sich das, ab +5 Grad wird die Daune unangenehm warm, die Primaloft geht noch bis etwa 10 Grad, wie ich vor einigen Wochen festgestellt habe. Natürlich kann man das Spektrum nach unten erweitern, wenn man einen ordentlichen Fleecepulli drunter zieht – doch bei knackiger Kälte isolieren wohl beide Jacken zu wenig.

Bis die Jacken die Körperwärme angenommen haben, so dass es angenehm warm wird, braucht es ein paar Minuten Zeit. Auch hier ist die Daune im Vorteil und spendet schneller Wärme.

Nun der Nässeschutz, der natürlich nicht vom Isolationsmaterial abhängt, sodern von der Imprägnierung. Es zeigt sich aber ein frappierender Unterschied. Denn 20 Minuten starker Nieselregen können der Primaloft nichts anhaben, es dringt kein Wasser durch – nur an den Bündchen, wo sich das abtropfende Wasser ansammelt, saugt sie sich voll. Nach einer Stunde ist sie wieder getrocknet. Die Daune hingegen saugt das Wasser auf wie ein Schwamm, nach 20 Minuten ist die Nässe an den Ärmeln durchgedrungen, die Daunen fallen traurig in sich zusammen und wärmen nicht mehr. Es dauert deutlich länger, bis sie wieder trocken ist – und natürlich muss sie ein paarmal durchgeschüttelt werden, bis sie wieder richtig bauscht.

Fängt es an zu regnen und ich habe keine Hardshell zum Drüberziehen dabei, muss ich bei der Daune also in Panik verfallen, die Primaloft hingegen schützt mich gut.

Das Für und Wider bringt den Patt.

Atmungsaktivität

Wie sieht es aus bei sportlicher Aktivität? Ich hatte beide Jacken auf dem Rad und bei strammen Fußmärschen dabei. Die Primaloft wird irgendwann schwitzig und unangenehm warm. Die Daune spielt wieder ihre Stärken aus, sie bleibt luftig-warm. Zumindest so lange, wie sie sich nicht von innen mit Schweiß vollsaugt – ist mir aber noch nie passiert.

Punkt für die Daune.

Fazit

Sieger nach Punkten ist die Daune. Allerdings wiegt der Minspunkt der Empfindlichkeit und umständlichen Reinigung schwer. Es gilt also abzuwägen, ob das Plus an Komfort, Wärmeleistung und Atmumgsaktivität das ausgleicht.

Bei Einsätzen unter widrigen Bedingungen am Berg gebe ich Primaloft den Vorzug. Auf dem Rad durch die kalte Stadt darf künftig hingegen die Daunenjacke mit.

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