Auf dem 66-Seen-Wanderweg von Erkner nach Strausberg

66-Seen-Wanderweg an der Quelle des Kleinen Stienitzsee
66-Seen-Wanderweg an der Quelle des Kleinen Stienitzsee © gipfelwelt.net

Dieser Abschnitt des 66-Seen-Wanderwegs lässt sich von Berlin mit der S-Bahn gut erreichen. Mehrere Seen und viel Natur für Auslaufwütige.

Ich wohne zwar schon sehr (sehr) lange in Berlin. Brandenburg konnte mich bislang aber nicht als Wanderdestination überzeugen und das hat auch diese Tour ehrlich gesagt nicht geändert. Die Gründe sind schnell genannt: Zu viel Wald und keine Berge.

So. Jetzt musste ich aber erst mal mit den momentan geltenden Reisebeschränkungen leben und meinem Auslaufbedarf irgendwie gerecht werden. Also wollte ich den 66-Seen-Wanderweg als Mikroabenteuer ausprobieren, der einmal rings um Berlin führt.

Der Deutschlandwanderer hat den kompletten 66-Seen-Wanderweg 2018 begangen und schreibt, dass ihm der Abschnitt zwischen Wesendahl und Hangelsberg am besten gefallen hat. Ein wesentlicher Teil dieses Abschnittes liegt zwischen den S-Bahn-Höfen Erkner und Strausberg, was sich somit gut für Hauptstadtbewohner realisieren lässt.

Der leichte Weg führt zu einem großen Teil über Erde und Schotter und ist ganz gut mit blauen Punkten markiert. In den Ortschaften allerdings fallen die Markierungen manchmal etwas spärlich aus.

Ich wollte den Weg in nördliche Richtung gehen, damit ich den unvermeidlichen Kontakt mit dem Autobahnring auf dem ersten Abschnitt hinter mir lassen kann. Das war auch eine gute Idee.

Für die knapp 25 Kilometer habe ich mit Pausen gut fünf Stunden gebraucht.

Was mir an der Tour nicht gefallen hat, ist, dass das Wandern keinen Vorteil gegenüber anderen Fortbewegungsarten und Ausflüglern bietet: Man entkommt der Zivilisation nicht wirklich und muss immer mal wieder die Straße lang laufen. Man kann keine Orte erschließen, die nur über das Wandern zugänglich wären. Wandern nur um des Wanderns willen erfüllt mich einfach nicht so richtig.

Gefallen hat mir hingegen, dass es auch bei fantastischem Wetter und Wochenende sehr viele einsame Momente gab, und dass ich manches Idyll in unmittelbarer Nähe zum Berliner S-Bahn-Netz gefunden habe. Die Bewaldung fällt auch für Brandenburger Verhältnisse nicht so massiv aus und lässt immer wieder den Blick über die Gewässer zu.

Start in Erkner

Am 66-Seen-Wanderweg in Erkner
Am 66-Seen-Wanderweg in Erkner © gipfelwelt.net

Am Endbahnhof der S3 ließ ich die Stadt zügig hinter mir, um auf den 66-Seen-Wanderweg östlich davon zu gelangen. Mich empfing ein schöner Waldpfad entlang der Lockwitz und weiter am Ufer des Flakensee bis zur schönen Strandpromenade in Woltersdorf.

Nach der Schleuse ging es wieder in den Wald, aber auch wieder direkt am Ufer den Kalksee entlang bis zum Berliner Autobahnring, der von dieser Seite aber überraschenderweise wegen der üppigen Natur erst kurz davor wahrnehmbar war.

Rüdersdorf: Da musst du durch

Trügerische Idylle in Rüdersdorf
Trügerische Idylle in Rüdersdorf © gipfelwelt.net

Nach etwa 1,5 Stunden kam der undankbarste Teil durch Rüdersdorf. Das ist Berlinern bekannt durch das riesige DHL-Depot, in dem alle unsere Pakete zum Transport in die Stadt vorbereitet werden. Ironischerweise zeigt sich in Rüdersdorf ausgerechnet gegenüber des DHL-Depots am Alten Hafen der einzige Abschnitt mit etwas Idylle.

Ansonsten führt der 66-Seen-Wanderweg in Rüdersdorf an vielen unschönen Dingen vorbei: Autobahn, riesiger Kalksteinbruch (der mit seiner 800-jährigen Geschichte für einen Nichtwanderer vielleicht gant interessant ist), Industrieruinen, und dann muss man noch über eine stark befahrene Bundesstraße.

Es dauerte eine Stunde, bis ich das endlich hinter mir gelassen hatte und wieder im Wald entlang des großen Stienitzsee wanderte. Vom See war aber nicht so viel zu sehen, da der Weg nicht direkt am Ufer entlang führt. Ich fand aber einen Seezugang für eine kleine Pause.

Großer Stienitzsee
Großer Stienitzsee © gipfelwelt.net

Erst am Nordufer führt der Weg direkt am Wasser entlang und bietet hier einen tollen Blick über den riesigen Stienitzsee.

Quelle am Kleinen Stienitzsee

Jetzt ging es durch das ganz beschauliche Hennickendorf an der Quelle des Kleinen Stienitzsee vorbei. Nochmal ein kleines Highlight, bevor ich die Seenlandschaft verließ.

Am nachfolgenden Stück auf den Langen Dammwiesen zeigte sich das Brandenburgische Pastoral noch einmal auch ohne Gewässer von seiner besten Seite.

Das letzte Stück dann noch drei Kilometer eher langweilig durch Wald neben den Gleisen bis zum Bahnhof Strausberg.

GPS-Route Auf dem 66-Seen-Wanderberg von Erkner nach Strausberg

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Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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