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Was mich an den Webseiten von Outdoormarken nervt

Supermegatoll: Webseiten von Outdoormarken
Supermegatoll: Webseiten von Outdoormarken © gipfelwelt.net

Sie übertrumpfen sich mit Innovationsgewäsch, und kriegen bei Produkten nicht mal grundlegende Angaben hin. Eine Polemik über Webseiten von Outdoormarken.

Es ist wieder mal so weit, neue Saison, neues Sortiment: Voll Vorfreude geht man auf die Homepages der Webseiten von Outdoormarken, um sich davon überzeugen zu lassen, für welche Neuerungen man wieder mal sein Geld ausgeben könnte.

Bei manch einem Outdoor Hersteller wird es jetzt schon schwierig. Wo versteckt sich zwischen Animationen, überdimensionierten Bergfotos und technisch anmutenden Zeichnungen (die eigentlich nur darstellen, dass ein Funktionstextil Wasser von außen abhält und von innen abgibt) auf der Webseite der Outdoor Marke überhaupt das aktuelle Sortiment?

Tech, Pro, Active und so weiter, weißte Bescheid

Die Dampfplaudersprache schöpft bei den Produktnamen auch diese Saision wieder aus den Vollen: Tech, Pro, Active, Ultra, Adventure, Expedition. Immer häufiger ist auch von Lifestyle die Rede für das urbane Publikum. Es fliegen einem die Schlagworte um die Ohren. Manch einer stellt Kleidung nicht her, sondern sie wird „engineered“. Aha.

Hat  man auf den Webseiten von Outdoormarken den Weg zum Katalog mit viel Ausdauer gefunden, wurde der Katalog seit der letzten Sasion einem umfassenden Redesign unterzogen. Zwischen den Social Network-Buttons, Twitter- und Pinterest-Einblendungen findet sich mit etwas Glück sogar die Möglichkeit, Produkte nach Kategorie anzuzeigen. Dennoch fällt die Orientierung schwer: Altvertraute Modelle wurden natürlich vom Markt genommen oder krampfhaft auf jung und Abenteuer umbenannt.

Webseiten von Outdoormarken: Gibts hier auch Infos?

Und dann der Knaller: Zur super neuen, selbstverständlich hoch innovativen und ultraleichten sowie hoch atmungsaktiven Jacke mit den neuesten Technologien, inspiriert von den Bergen und der Natur, um Leistung neu zu definieren und das Limit der Extreme neu zu setzen, damit der Ruf des Abenteuers deinem Entdeckergeist und deiner persönlichen Challenge wirklich ab jetzt gar keine Grenzen mehr aufzuzeigen, gibt es keine Angaben zur Funktionalität.

Gewicht des Kleidungsstücks, zum Beispiel? Wäre eine ganz interessante Information. Und was für eine Wassersäule und Dampfdurchlässigkeit sich tatsächlich dahinter verbirgt, ist nur durch aufwändige Recherche herauszufinden. Was für eine Chemie steckt in dem Material mit der klangvollen Technologie, ist es eine Beschichtung oder Membran, zweilagig, dreilagig, was für ein Obermaterial? Offensichtlich Nebensache. Denn die Bergfotos und die Models sind doch so schön, und dann diese ganzen bunten Farben!

Hat man schließlich trotz allem eine Auswahl für ein bestimmtes Kleidungsstück treffen können, ist für manch einen Hersteller die Anbindung an einen Onlineshop anscheinend ein völlig unbekanntes Phänomen. Man kann jetzt abseits der Webseiten von Outdoormarken nochmal in den Outdoor Shops mit der Recherche loslegen, wo man das technische Wunderwerk denn überhaupt erwerben könnte.

Doch nicht zu früh gefreut. Denn Usus ist, dass oftmals nur minimalste Mengen von jeder Kollektion produziert werden, die dann direkt nach Erscheinen in den meistgefragten Größen und Farben vergriffen sind. Immerhin gibt es die Jacke noch in lila in der Größe XXS. Exklusivität durch künstliche Verknappung und Innovationsdruck zum nächsten Saisonstart sind offensichtlich die Gebote der Stunde vieler Hersteller. Denn die nächste Saison kommt, und wäre ja blöd, wenn die Leute einfach ihre Jacke behalten, anstatt wieder eine neue in einem noch moderneren Design mit einer garantiert nochmals auf geheiminissvolle Weise verbesserten Funktionalität zu kaufen.

Hat man in einem Outdoorshop ein günstiges Stück aus der letzten Saison gefunden, dann findet man auf den Webseiten von Outdoormarken dazu selbstverständlich keinerlei Infos mehr. Wäre ja noch schöner.

Natürlich dürfte auf keinen Hersteller all das zutreffen, was ich hier (überspitzt) polemisiere. Aber ich kenne auch keinen, auf den  nichts davon zutreffen würde. Statt ihre Webseiten unübersichtlich mit Wischi-Waschi vollzukleistern, wäre es also wünschenswert, wenn Markenhersteller hier die gleichen Maßstäbe anlegen würden wie an ihre Kleidung: Hoch funktional, von überflüssigem Ballast befreit, beständig. Und jede Saison ein bisschen besser.

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