Scharmützelsee-Radtour

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Idylle am Springsee
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Idylle am Springsee © gipfelwelt.net

Bei meiner Scharmützelsee-Radtour umrundete ich das „Märkische Meer“, das Storkower Gewässer, den Großen Storkower See, den Springsee und die Glubigseen.

Der lange und schmale Scharmützelsee im Landkreis Oder-Spree südöstllich von Berlin ist sicherlich einer der schönsten Seen Brandenburgs. Aufgrund seines auslandenden Ufers, das weitestgehend den Blick über das Wasser frei gibt und frei begehbar ist, hat er den Beinamen „Märkisches Meer“ erhalten. Somit wollte ich schon länger mal ein Mikroabenteuer hier hin planen, und habe das jetzt in Form einer selbst zusammengestellten Scharmützelsee-Radtour umgesetzt. In nächster Nähe befinden sich ein paar weitere Seen mit frei zugänglichen Ufern, die ich in meine Radtour einbezogen habe.

Ich war begeistert, denn es war mal eine der Touren, wo meine Erwartungen übertroffen wurden. Ich konnte fast durchgängig direkt neben dem Wasser radeln, und weite Abschnitte waren sogar recht einsam. Der teilweise etwas abenteuerliche Weg machte das Ganze auch zu einem echten Abenteuer! Es ist allerdings dadurch auch keine gemütliche Radtour, man sollte also Lust auf ein paar Herausforderungen haben.

Dauer und Schiwerigkeitsgrad

Für die 55 Kilometer ist mit 4,5 Stunden reiner Fahrtzeit zu rechnen. Denn es kommt jede Art von Untergrund vor. Lange Abschnitte sind auf gutem Asphalt, doch es gibt auch erdige und sandige Wege, teilweise steil zum See abfallend, und an einigen kurzen Abschnitten muss das Fahrrad geschoben werden. Es liegt auch eine Treppe auf der Route, wo das Rad kurz getragen werden muss. Daher würde ich die Tour insgesamt als mittelschwer einstufen.

Start und Ziel

Die als Rundtour angelegte Scharmützelsee-Radtour startet und endet am S-Bahnhof Storkow, der von Berlin am besten mit einmal umsteigen in 1,5 Stunden zu erreichen ist. S 46 bis Endhaltestelle Königs Wusterhausen, dann vom selben Bahnsteig Regionalbahn RB 36 nach Frankfurt/Oder bis Storkow.

Storkow bis Wendisch Rietz

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Seepromenade in Storkow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Seepromenade in Storkow © gipfelwelt.net

Los ging es am Bahnhof Storkow ein kurzes Stück über Kopfsteinpflaster, um die Landstraße zu vermeiden. Vor einer Brücke über den Abfluss des Storkower Gewässers übersah ich fast einen schönen Waldpfad rechts, der mich am Abfluss entlang zum Ufer führte. An der Seepromenade bot sich nun zum ersten Mal der Wasserblick.

Dann erst mal wieder vom Wasser weg durch den Ort am Schloss Hubertushöhe vorbei. Der Park hatte schon geschlossen, im Sommer ist es auch möglich zu Fuß durch den Park am Wasser entlang zu gehen.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Uferwanderweg am Ortsende von Storkow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Uferwanderweg am Ortsende von Storkow © gipfelwelt.net

Um wieder ans Wasser zu gelangen, entschied ich mich für einen schönen, aber etwas holprigen Wanderweg. Man kann auch die Robert-Koch-Straße bis zum Ende fahren, die dann auch auf diesen Weg lotst, der im Verlauf etwas besser zu beradeln ist. Nun führte der Weg durch den Wald bis zur Schafbrücke. Bei einigen Holzpaneelen durch den Morast, dem Moorsteg, ist es Vorschrift, das Rad zu schieben.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Neben der Bahntrasse anch Wendisch Rietz
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Neben der Bahntrasse anch Wendisch Rietz © gipfelwelt.net

Es ging weiter durch den Wald bis zu einer Bahntrasse. Dieser folgte ich links und überquerte sie, dann ein kurzes Stück auf der Straße zum Bahnhof Wendisch Rietz und neben der Bundesstraße bis zu einer Schleuse zwischen Scharmützelsee und Kleinem Glubigsee.

Glubigseen und Springsee

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Rastplatz am Großen Glubigsee
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Rastplatz am Großen Glubigsee © gipfelwelt.net

Nun ging es wieder in den Wald und nicht so aussichtsreich, aber auf gutem Weg zwischen der Absperrung eines militärischen Übungsplatzes und dem Großen Glubigsee entlang. Einen schönen Rastplatz mit Seeblick nutzte ich dann für eine kleine Pause.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Wurzelreicher Uferweg am Springsee
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Wurzelreicher Uferweg am Springsee © gipfelwelt.net

Jetzt kam der abenteuerlichste Abschnitt auf meiner Scharmützelsee-Radtour: Der Springsee. Weiter der Absperrung des Militärgebiets folgend, gelangte ich auf den teilweise steil abfallenden und wurzelreichen westlichen Uferweg. Ein, zwei Mal stieg ich aus Sicherheitsgründen ab und schob das Rad. Auch am Ende musste ich zum Passieren eines Zaunendes am Ende des Sperrgebietes absteigen.

Am Südende des Springsees befindet sich ein völlig abgeschiedener Campingplatz, und auf dessen Grund sowie der gesamten östlichen Uferseite ist der Weg sehr fahrradfreundlich. Auch bieten sich immer wieder Wasserblicke.

Die Glubigseen passierte ich auf Fahrstraße durch Siedlungen und Wald wieder ohne Aussicht, bis ich nach Überqueren der Bundesstraße am Hauptziel der Tour, dem Scharmützelsee, angekommen war.

Scharmützelsee-Umrundung

Auf guter Straße und verkehrsarm, da nur für Anwohner erlaubt, ging es auf meiner Scharmützelsee-Radtour das erste Stück am Scharmützelsee leider fast ohne Wasserblick bis nach Diensdorf-Radlow. Dann ein kurzes Stück Autostraße und gleich auf den Uferweg, wo ab jetzt immer wieder schöne Uferstellen kamen.

Nun gelangte ich schon zu den ersten Häusern von Bad Saarow. An der Steganlage beim Theresienhof konnte ich mir ein eindrückliches Bild machen, woher der See seinen Spitznamen Märkisches Meer hat:

Scharmützelsee-Radtour: Steganlage beim Theresienhof mit Blick auf das „Märkische Meer“ © gipfelwelt.net

Am Ende des Uferwegs ging es erst mal wieder vom Wasser weg durch die Siedlung, bis ich kurz vor Ende des Karl-Marx-Damms links einen Abzweig fand, der mich in den Kurpark lotste.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: An der Ludwig-Lesser-Promenade, Bad Saarow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: An der Ludwig-Lesser-Promenade, Bad Saarow © gipfelwelt.net

Nun fuhr ich zwischen zahlreichen Spaziergängern die panoramareiche Ludwig-Lesser-Promenade am Nordende des Scharmützelsees entlang.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Fontanepark, Bad Saarow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Fontanepark, Bad Saarow © gipfelwelt.net

Ich erreichte den kleinen Fontane-Park mit einem hübschen Hafen, der auf einer Mini-Halbinsel liegt. Danach ging es wieder ein Stück durch die Siedlung vom Ufer weg. Nach einem Kreisverkehr folgte der zweitabenteuerlichste Abschnitt, denn ich wählte wieder einen Wanderweg direkt am Ufer, der nicht extrem fahrradtauglich ist.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Strand Bad Saarow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Strand Bad Saarow © gipfelwelt.net

Über Stock und Stein, mit teilweise etwas Steigung, ging es sehr einsam und aussichtsreich durch die Ausläufer von Bad Saarow. Ich passierte den schönen Sandstrand von Bad Saarow ein paar Yachtclubs. Bei einer Wohnanlage musste ich das Rad eine Treppe hinunter- und wieder hinauf tragen. Dann ging es bis zum Campingplatz Schwarzhorn in Wendisch Rietz weiter direkt am Wasser entlang.

Auf der Scharmützelsee-Radtour: Schleuse in Storkow
Auf der Scharmützelsee-Radtour: Schleuse in Storkow © gipfelwelt.net

Der Rest der Tour war eher langweilig – auf guten Wegen neben den Storkower Seen entlang, aber ohne Wasserblick, bis nach Storkow und durch die kleine Alstadt zurück zum Bahnhof.

GPS-Route Scharmützelsee-Radtour

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