Wassersäule

Die Wassersäule gibt an, wie viel Nässe ein Material abkann. Sie wird in Millimetern angegeben – doch was bedeutet das?

Regenjacken und -hosen werden mit diversen Beschichtungs- und Membrantechnologien ausgestattet, damit sie Wasser von außen abhalten. Um zu bemessen, wie wasserdicht ein Funktionsmaterial ist, geht es natürlich darum, welcher Wassermenge es standhält. Also benötigt man eine Maßangabe, ab welcher Menge Wasser nach innen durchsuppt. Entscheidend ist aber neben der Menge auch der Druck, mit dem das Wasser aufprasselt – und der kann etwa bei einem Platzregen mit großen Tropfen ganz schön hoch sein. Daher hat man sich auf ein Maß verständigt, was (zumindest abstrakt) Menge und Druck vereint, und sich die “Wassersäule” erdacht.

Eine Wassersäule von 1.000 mm bedeutet, dass der Wassereinbruch erfolgt, wenn ein Meter hohes Wasser auf dem Stoff steht.

Das ist natürlich eine abstrakte Annahme, wir gehen ja wandern und nicht tauchen. Außerdem hängt die Dichte – und damit der erzeugte Druck – des Wassers von dessen Temperatur ab. Aber da mensch vergleichen möchte und prasselnder Regen schnell einen vergleichbaren Druck wie stehendes Wasser aufbaut, kann man sich mit der Wassersäule arrangieren und seine Erfahrungswerte sammeln. So braucht das Material eine Wassersäule von einigen Tausend Millimetern, um dicht genug für eine Bergtour zu sein.

Üblich sind bei modernen Wanderjacken Wassersäulen von 10.000 mm und höher, und drunter sollte man auch nicht gehen. Wird die Wassersäule eines Materials nicht angegeben, dann lieber Hände weg. Denn mit dem Begriff “wasserdicht” wird sehr inflationär umgegangen und der garantiert erst mal nix.

Außerdem sollte man auf ein weiteres ganz wichtiges Merkmal beim Kauf achten – die Atmungsaktivität. Sie wird als MVTR-Wert oder RET-Wert angegeben und steht für die Menge an Wasserdampf, der von innen durch das Funktionsmaterial entweichen kann. Gerade beim Sport schwitzt man recht schnell, und wenn der Schweiß nicht abweichen kann, nützt die beste Regenjacke nichts – denn dann wird man von innen nass und steht förmlich im eigenen Saft. Gar nicht schön!

Das ist ein Eintrag aus meinem Bergsteiger-Glossar
[Werbung] Regenjacken bei Bergzeit DE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.