Warum ich bei Trekkingtouren immer Kohletabletten dabei habe

Kohletabletten Packung
Kohletabletten Packung © gipfelwelt.net

Für den Fall der Fälle kommen bei mehrtägigen Trekkingtouren Kohletabletten auf die Packliste. Darum habe ich sie immer dabei, obwohl ich sie selten brauche.

Wenn ich auf einer Trekkingtour mehrere Tage in der Natur unterwegs bin, möchte ich für alle Eventualitäten gewappnet sein. Denn da gehört es dazu, ein Stück weit die Kontrolle abzugeben und äußere Umstände zu akzeptieren.

Nicht nur das Wetter zählt dazu, sodass ich für Kälte, Nässe und Sonne den richtigen Schutz dabei habe. Auch das eigene physische und psychische Erleben kann ich nicht unbedingt selbst bestimmen, sondern muss imstande sein, auf Veränderungen entsprechend zu reagieren. Schmerzen, Unsicherheiten, Müdigkeit und Ähnliches können jederzeit auftreten. Das beste Mittel ist, dafür zu sorgen, dass es nicht dazu kommt. Also auf den Körper und seine Bedürfnisse zu achten, genügend Pausen zu machen, ihm mit genügend Nahrung und Wasser zu versorgen, und so weiter. Dann wird das Wandern auch ein Genuss und ich komme erfüllt und zufrieden am Ziel an.

Wenn Dinge nicht so laufen, wie sie sollen, dann muss ich für den Notfall gewappnet sein. Sonst gibt es nur noch die Möglichkeit, die Tour abzubrechen. Im schlimmsten Fall muss ich einen Notruf absetzen, wenn ich nicht mehr selbst bis zur nächsten Siedlung komme. Das ist mir bisher zum Glück noch nie passiert, und das Wichtigste um das zu vermeinden ist eben, sich erst mal selbst helfen zu können. Auch wenn man es natürlich nie ausschließen kann, dass auch das mal passiert. Schon ein verstauchter Knöchel kann schließlich reichen, um in Bergnot zu geraten.

Kohletabletten können bei Verdauungsproblemen helfen

Was du sehr gut vermeiden kannst: Durch Verdauungsprobleme die Tour abbrechen zu müssen. Da kommen die Kohletabletten ins Spiel. Übelkeit und Durchfall, auch in Verbindung mit Magenkrämpfen, können beim Bergsport vor allem durch zwei Dinge auftreten:

Der Körper ist so ausgepowert, dass die Verdauung aus dem Gleichgewicht gerät. Das lässt sich relativ einfach vermeiden durch genügend Pausen und eine Tourenplanung, die dem eigenen Fitnesslevel entspricht. Dennoch passiert es eben manchmal, dass man nicht bemerkt, man ist eigentlich schon ein bisschen “drüber”. Die Tour ist schön und macht Spaß, oder man will eben schnell noch an einem bestimmten Punkt vorbei, oder ein Abschnitt dauert einfach länger als geplant und man kommt in eine gewisse Unruhe.

Oder durch Essen oder Getränke hast du Bakterien abgekriegt, die Durchfall auslösen. Denn beispielsweise kann auch das vermeintlich frische Wasser aus dem Bergbach mit Bakterien verunreinigt sein. Etwa durch Ausscheidungen weidender Tiere. Das kannst du nur durch eine enstprechende Wasseraufbereitung sicher verhindern.

Funktionsweise der Kohletabletten

Kohletabletten binden Bakterien, die deine Verdauung aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Das ist wissenschaftlich belegt. Sie werden nicht vom Körper aufgenommen, sondern gemeinsam mit den Bakterien ausgeschieden. Daher gelten Kohletabletten auch als nebenwirkungsarm. Allerdings enthalten sie als Endprodukt gegebenenfalls noch andere Stoffe wie Laktose, sodass du bei besonderen Ernährungsbedürfnissen natürlich am besten erst mal mit deinem Arzt sprichst. Auf jeden Fall kannst du dann bei Durchfall eine beliebige Menge Kohletabletten zu dir nehmen, mindestens zwei, und solltest das ein paarmal am Tag wiederholen. Das kann dir die Trekkingtour retten.

Achtung: Wenn sich dein Magen nicht innerhalb ein, zwei Tagen beruhigt, dann ist möglicherweise etwas anderes als Bakterien für den Durchfall verantwortlich. Dann heißt es natürlich: Schnellstmöglich ab zum Arzt!

Kohletabletten in der Plastiktüte
Kohletabletten in der Plastiktüte © gipfelwelt.net

Jedenfalls habe ich jetzt schon sehr lange Kohletabletten auf meiner Packliste. Gebraucht habe ich sie zum Glück erst ein, zwei Mal, doch da waren sie eine große Hilfe. Leider lösien sich die Tabletten irgendwann aus der Perforierung und sorgen für eine ordentliche Sauerei im Rucksack. Deswegen wickle ich sie immer noch in eine Plastiktüte ein und verstaue sie in einem Packsack zusammen mit meiner Notfallapotheke.

Raffaele ist Autor der Gipfelwelt. Passonierter Bergwanderer, Tourengeher, Ultraleicht-Trekking-Fan, Ausrüstungs- und Bekleidungstester.
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