Tarptent StratoSpire im Langzeittest

Tarptent StratoSpire
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Als Mischung aus Tarp und Zelt bietet das Tarptent Stratospire nicht ganz so viel Komfort wie ein richtiges Zelt, kommt dafür mit minimalem Gewicht und Packvolumen aus.

Als ich mir vor zwei Jahren die Ausrüstung für meine erste Tour mit Zeltübernachtung zusammengestellt habe, war ich doch ziemlich baff, was die sogenannten Trekking-Zelte mitunter wiegen. Da sind schnell ein paar Kilo auf der Waage, wenn man ein Zelt haben möchte, das sich ganzjährig einsetzen lässt und überdies über die Maße (und Optik) eines Sargs hinausgeht … Generell tut sich einiges in dem Bereich, es kommen jede Saison wieder neue Leichtgewichte auf den Markt, gewichtsmäßig vorn dabei Hersteller wie MSR, Terra Nova oder Six Moon Designs. Zum Zeitpunkt, als ich gesucht habe, hatte die us-amerikanischen Marke Tarptent das für mich Passendste.

Die Eigenschaften des Tarptent StratoSpire

Die Plane des Tarptent StratoSpire wird über die Trekkingstöcke gespannt
Die Plane des Tarptent StratoSpire wird über die Trekkingstöcke gespannt. © gipfelwelt.net

Das StratoSpire ist ein Vier-Jahreszeiten-Zelt und hält jeder Witterung bis hin zu Schnee stand. Wie der Name suggeriert, handelt es sich bei den Produkten um eine Mischung aus Tarp und Zelt, d. h. das Außenzelt verzichtet auf einen vollständigen Überbau mit mehreren Zeltstangen und wird stattdessen wie bei einem Sonnensegel über zwei Stangen gespannt. Es sticht dadurch nicht nur beim Gewicht, sondern auch beim Packvolumen die meisten Trekkingzelte locker aus und ist gleichzeitig unglaublich geräumig.

Das kleinere Tarptent Stratospire 1 mit ausklinkbarem Mesh-Innenzelt wiegt inkl. Zubehör und Packsack gut 900 g. In gepacktem Zustand hat es die Maße von gerade mal 41 x 10 cm, das passt sogar in meinen Tagesrucksack problemlos rein. Eine Person nächtigt mit dem Grundriss des Innenzeltes von von 81 x 218 cm komfortabel, für zwei reicht es auch gerade noch. Es gibt auch eine größere Variante (StratoSpire 2), die dann allerdings bereits 1,2 kg wiegt.

Tarptent StratoSpire
Geringes Packmaß von 41 x 10 cm. © gipfelwelt.net

Auf beiden Seiten gibt es einen Eingang. Das ist äußerst angenehm, wenn man zu zweit unterwegs ist. Toll sind auch die großzügigen Apsiden, so dass man nicht nur seine Habseligkeiten bequem geschützt lagern kann, ohne Dreck ins Innenzelt tragen zu müssen, sondern das Innenzelt auch bei geöffneten Außeneingängen noch gut wettergeschützt ist – wenn man zB mal die Aussicht genießen will. Außerdem ist durch die Konstruktion für eine klasse Belüftung gesorgt – die Kondenswasserfilme an der Innenseite der Plane, wie man es von vielen Zelten kennt, können hier kaum entstehen.

Das Außenmaterial ist absolut wasserdicht und Mücken und Moskitos haben bei diesem Zelt ebenfalls keine Chance.

Der Auf- und Abbau des Tarptent StratoSpire

Der Aufbau ist etwas gewöhnungsbedürftig. Zunächst wird das StratoSpire über die Trekkingstöcke gespannt (es gibt keine Zeltstangen im Lieferumfang), und zwar quer über den Grundriss des Innenzeltes. So stehen die später nicht bei den Eingängen im Weg.

Sodann spannt man mit den sechs Titan-Heringen das Außenzelt zu einem Sechseck, wodurch die großzügigen Apsiden rechts und links neben dem rechteckigen Innenzelt zustande kommen. Wichtig: Man muss erst die jeweils zwei Heringe setzen, die Zug auf jeden Trekkingstock bringen, erst danach die beiden verbleibenden. Alles klar? Also wenn man das dann mal drauf hat, steht das Zelt in einer Minute. Bis dahin brauchte ich etwas Übung …

Für zusätzlichen Halt kann man noch die beiden Schnüre an den Zeltspitzen spannen. Das macht sich bei Sturm echt bezahlt und deswegen habe ich mir noch zwei Titan-Heringe geholt. Außerdem reflektieren diese beiden Schnüre auch, da findet man sein Zelt in der Nacht besser wieder;)

Der Abbau geht fix: Heringe lösen, die sechs Ecken in die Mitte der Bodenplane wurschteln, Bodenplane einmal längs falten und straff aufrollen, ab damit in den Packsack –  fertig!

Das Tarptent StratoSpire im Einsatz

Es war jetzt schon einige Male auf Wandertouren, Radtouren und beim normalen Camping dabei und hat nicht nur patagonische Stürme tapfer gemeistert. Ob Sturm, Starkregen oder pralle Sonne, das Außenzelt macht jedes Wetter prima mit und dank der guten Belüftung ist das Innenklima auch immer gut. Wenn es stürmt, raschelt das Zelt schon ordentlich, aber wenn es steht, dann steht es.

Tarptent empfiehlt, die Nähte zusätzlich abzudichten. Ich kann aber sagen, dass ich auch so bislang gar keine Probleme mit eindringendem Wasser hatte.

Bei einem Ultraleicht-Zelt muss man was die Robustheit angeht Abstriche machen. In der Tat ist irgendwann einer der Außenreißverschlüsse oben ausgerissen und war nicht mehr zu benutzen. Tarptent bietet einen lebenslangen Reparaturservice. Ich habe das Zelt eingeschickt und zwar nicht auf Garantie, aber wenigstens zu den auf der Webseite versprochenen Maximalreparaturkosten von 20 $ (+ Porto nach USA) den Reißverschluss erneuert bekommen.

Mittlerweile gibt es zwar schon einige Hundert Gramm leichtere Einpersonenzelte, aber dank der Vielseitigkeit des StratoSpire, dem geringen Packvolumen und der Tatsache, dass auch zwei Personen hier ganz ok Unterschlupf finden, bin ich nach wie vor recht zufrieden mit meinem Zelt. Hätte ich einen Wunsch frei, dann einen Grundriss für das Innenzelt, der nicht so lang zu sein braucht, was man eh nicht so nutzt, sondern dafür etwas breiter ist. Das würde den Komfort noch etwas steigern.

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2 Replies to “Tarptent StratoSpire im Langzeittest”

  1. Danke für deinen Artikel!
    Er hilft mir sehr weiter für meine Entscheidung für das Stratospire.
    Schätzt du, dass das Zelt auch für den Kungsleden geeignet ist?
    Ich plane für drei Wochen eine Tour allein in diesem Zelt. Mache mir aber bei dem Preis gedanken um die Langlebigkeit und Sturmfestigkeit…

    1. Hallo Peter,
      was die Sturmfestigkeit angeht, finde ich das Stratospire sehr gut. Dank der sechs Heringe und der zwei Schnüre an den Zeltspitzen, die du zusätzlich mit zwei Heringen aufspannen kannst (die müsstest du noch dazukaufen), hielt es bisher noch jedem Sturm Stand.
      Wegen der Langlebigkeit sollte man schon ein paar Abstriche machen, da ja generell Materialverzicht zugunsten des geringen Gewichts angesagt ist. Aber dafür gibt es ja den Reparaturservice des Herstellers 😉 Mir ist wie beschrieben der Reißverschluss einmal kaputt gegangen, und dass mal eine Gummischlaufe reißt oder so, damit sollte man schon rechnen.
      Gruß
      Raffaele

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