Marmot Pipeline Jean im Test

Marmot Pipeline Jean
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Sieht aus wie eine gewöhliche 5 Pocket Jeans, ist aber keine: Die Marmot Pipeline Jean bietet Funktionalität im urbanen Design.

Outdoor-Hersteller versuchen ja schon seit Längerem, mit speziellen Produktlinien eine urbane, stilbewusste Kundschaft zu erreichen. Ich bin ein ganz großer Fan von Outdoor-Klamotten, die genau danach nicht aussehen. Und da war ich sehr neugierig, als ich die “Jeans” von Marmot entdeckt habe, die es als Modell für Herren als “Pipeline” und für Damen als “Rock Spring” für Preise um die 85 Euro in zwei Farben gibt.

Bei ernsthaften Wanderunternehmungen kann nur davon abgeraten werden, eine Hose mit schwerem, starrem Jeansstoff anzuziehen, die überdies noch Wasser und Schweiß wie ein Schwamm aufsaugt und schwer trocknet. Wie schlägt sich nun die Pipeline?

Der erste Eindruck

Marmot Pipeline Jean
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Das Aussehen entspricht dem einer ganz gewöhnlichen Denim-Jeans. Der Stoff ist allerdings deutlich weicher und sehr stretchig. Dass es sich hier um das Produkt eines Outdoor-Herstellers handelt, verrät nur das aufgenähte Lederschild auf der Rückseite – dort wo sich auch bei anderen Jeans das Markenlabel befindet – und der aufgeprägte Schriftzug der Metallknöpfe im Schritt. Auch diese Elemente sind im Stil normaler Jeans sehr dezent gehalten.

Die Hose ist leger geschnitten und bietet damit genug Platz für Bewegung.

Etwas verwirrend fand ich die Größenangaben. Diese stehen für die Bundweite, die Standardlänge ist 32, “long” hat eine Beinlänge von 34, wie ich dann herausgefunden habe.

Die Ausstattung

Mit etwa 600 Gramm ist diese Hose kein Leichtgewicht, aber doch einige Hundert Gramm leichter als normale Jeans. Das Material besteht zu 74 Prozent aus Baumwolle und zu 26 Prozent aus dem Polyesterstoff Coolmax. Das macht die Hose schnelltrocknend und sehr weich und nachgiebig für Bewegungen. Außerdem hat der Stoff UV-Schutz mit Faktor 50.

Der Test

Letztes Wochenende habe ich die frühlingshaften sommerlichen Temperaturen gleich mal genutzt, um das gute Stück dem Praxistest in Brandenburg zu unterziehen.

Nach dem ersten Waschen dauerte es schon ein paar Stunden, bis die Pipeline Jean wieder trocken war – allerdings brauchen gewöhnliche Jeans ja gern mal zwei Tage.

Beim Wandern schlug sie sich super. Sie blieb auch bei Temperaturen in Richtung 20 Grad und direkter Sonnenbestrahlung noch einigermaßen luftig und stets trocken. Die Beine lassen sich dank des weichen, nachgiebigen Stoffs ein Stück weit hochkrempeln, dann wirds noch luftiger. Jede Bewegung macht der Stretch schön mit.

Ich denke, die Hose könnte noch robuster sein, Kontakt mit Gestrüpp und Gestein steckt sie nicht ganz so gut wie eine Trekkinghose weg.

Fazit

Die Marmot Pipeline/Rockspring Jean ersetzt natürlich keine Trekkinghose, dafür ist sie zu schwer, etwas zu wenig robust und ihr fehlt eine wasserabweisende Imprägnierung. Aber etwa für Tagestouren, oder für sonstige bewegungsintensive Aktivitäten (Rad, Klettern …) – oder einfach nur an einem heißen Sommertag im Alltag – finde ich sie ganz prima. Da spielt sie ihre Vorteile gegenüber normalem Jeansstoff aus, und bietet doch die gleiche schöne Optik.