Zelttour am Fuße von Fitz Roy und Cerro Torre

 Stillleben am Fuße des Fitz Roy
Stillleben am Fuße des Fitz Roy. © gipfelwelt.net

Schon lange hegte ich den Wunsch, in Patagonien zu wandern. Meine Wahlf fiel auf eine Zelttour durch den argentinischen Nationalpark Los Glaciares.

Im November 2014 ging es auf in den patagonischen Frühling. Inspiriert vom Rother Wanderführer Patagonien und Feuerland hatte ich mich für den argentinischen Nationalpark Los Glaciares, der von den Massiven und Gletschern der Granitberge Cerro Torre und Fitz Roy geprägt ist, entschieden. Es sollte meine erste Tour werden mit Übernachtung nur im Zelt.

Nach El Chalten, von wo wir unsere Tour starteten, gelangt man per Flieger über El Calafate und dann weiter mit dem Bus. Die Aufregung begann schon bei den Reisevorbereitungen: Würden wir unser ganzes Equipment inkl. Tütensuppen und anderer gefriergetrockneter Lebensmittel unbehelligt über den Zoll kriegen? Das Personal am ‘Detector de Productos Organicos’ des Flughafens in El Calafate beraubte uns jedoch lediglich eines Apfels. So oder so kann man sich in El Chalten, der selbst ernannten argentinischen Hauptstadt des Trekkings, problemlos mit allem eindecken, was das Herz des Zelttourers begehrt, und das zu ganz humanen Preisen. Da Holzfeuer im Nationalpark Los Glaciares wegen Waldbrandgefahr streng verboten ist, deckten wir uns hier mit Spiritus ein, den wir dann doch lieber nicht im Flieger mitführen wollten.

Innerhalb des Nationalparks gibt es als Übernachtungsmöglichkeit neben zahlreichen Unterkünften in Chalten drei unbewirtschaftete Campingstellen. Alle sind bei Wasserstellen und geschützt in Wäldchen gelegen, was beim verregneten und stürmischen Wetter sehr hilfreich ist. Nördlich des Parks gibt es einen bewirtschafteten Campingplatz (Piedra del Fraile) und das Hotel-Restaurant El Pilar. Wir wollten im Park campen, da man so direkt bei den Gletscherseen von Fitz Roy und Cerro Torre nächtigt.

Tag 1 und 2: La lluvia

Empfangen wurden wir in Chalten mit strömendem Regen und Eiseskälte. Zwei Tage hieß es im Hostel ausharren und auf (etwas) besseres Wetter warten. Ja, des Wanderers größte Tugend ist wohl die Geduld!

Tag 3: Chalten – Laguna Torre – Camping Padre D’Agostini (3h)

Kalbender Glaciar Grande am Cerro Torre
Kalbender Glaciar Grande am Cerro Torre. © gipfelwelt.net

Endlich gestattete das Wetter, dass wir aufbrechen konnten. Nach der gemütlichen Wanderung zur ersten Campingstelle neben dem Gletschersee des Cerro Torre kraxelten wir noch den Weg rechts der Laguna Torre entlang, wo man in ca. 1 h sehr nah an den großen Gletscher des Cerro Torre heran kommt, und konnten das eindrückliche Schauspiel des Gletscherkalbens bewundern.

Tag 4: Camping Padre D’Agostini – Laguna De Los Tres – Camping Poincenot (3h) + Ausflug zur Hosteria El Pilar (4h)

Laguna Torre mit Cerro Torre
Laguna Torre mit Cerro Torre. © gipfelwelt.net

Am nächsten Morgen begrüßte uns strahlender Sonnenschein, und die Laguna Torre zeigte sich von ihrer schönsten Seite.

Abermals gemütlicher Übergang zur Campingstelle Poincenot. Das schöne Wetter nutzten wir für eine gepäckfreie zweistündige Wanderung zur Hosteria El Pilar entang des Rio Blanco. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen, ging es zurück zum Zelt, das in einer kalten und stürmischen Nacht seine Outdoorqualitäten beweisen konnte.

Tag 5: Camping Poincenot – Abstecher zur Laguna de los Tres (2h) – El Chalten (3h

Trotz des wieder schlechten Wetters nahmen wir natürlich den sehr steilen, aber mit einer Stunde nicht allzu langen Aufstieg zum Gletschersee de los Tres in Angriff. Wir standen nun direkt vor dem Fitz Roy und sahen – nichts als ein dichtes Nebelfeld.

Es verblieben die drei Stunden Rückweg nach Chalten auf abermals bequemen Wegen durch die Steppe.

Fazit

Das Wegenetz im Nationalpark Los Glaciares ist nicht besonders groß und verfügt fast ausschließlich über gut präparierte, leichte Wanderwege. Er bietet ein ganz besonderes Landschaftsbild durch die Kombination von Steppe, Wald und Hochgebirge auf einem Fleck. Auch in der Vorsaison und trotz mäßigen Wetters war es ziemlich überfüllt. Dafür können auch Trekkinganfänger hier eine eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft erleben und bis dicht an die Gletscher heran wandern.

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