Die Suche nach der perfekten Trinkflasche

Wasser ist schwer. Wenigstens das Transportgefäß sollte also leicht sein – und bruchsicher  – und ein gutes Handling haben … Viel habe ich ausprobiert, bis ich die optimale Lösung fand: Nalgene HDPE.

Um auf Wandertouren ausreichend mit Flüssigkeit versorgt zu sein, kommt man ums Wasserschleppen – noch – nicht herum. Es stellt sich gleich mal die Frage, wie viel Wasser man denn überhaupt braucht. Es war für mich ein recht langer Prozess, um zuverstehen: recht wenig. Auf den allermeisten Touren kann man sich unterwegs mit frischem Wasser versorgen und muss nicht Tagesrationen herumschleppen. Und selbst wenn nicht: Das Trinken unterwegs soll nicht der vollständigen Wasserversorgung dienen, sondern den größten Durst löschen. Der Wasserhaushalt an sich wird morgens und abends in Schwung gehalten. Am besten in gemütlicher Runde auf der Berghütte …

Somit ist für eine Tagestour bzw. eine Tagesetappe das Mitführen von einem Liter Wasser ein guter Maßstab.

Und womit? Ich erprobte zunächst die klassische Sigg-Aluflasche. Alu ist zwar recht leichtgewichtig und die Flaschen isolieren auch etwas, aber es ist aufwändig zu reinigen (nicht spülmaschinenfest) und Flüssigkeiten schmecken schnell abgestanden. Alles andere als Wasser kann man eigentlich gar nicht darin transportieren. Alu ist recht weich und daher anfällig für Dellen, und nach zwei Touren war dann noch gleich mal der Deckel undicht.

Robustere Flaschen aus Edelstahl scheiden für mich allein schon wegen des hohen Gewichts aus.

Der Markt für die ultraleichten und extrem robusten Titanflaschen ist leider noch recht überschaubar, was sich auch in den astronomischen Preisen widerspiegelt, sonst wäre wohl dies das Material meiner Wahl – mein komplettes Kochgeschirr ist aus Titan. Ich habe mir deshalb den vielgelobten Vargo Bot bestellt, eine Mischung aus Flasche und Kochtopf. Doch das laute und schwergängige Gewinde finde ich für eine Trinkflasche (und für den Preis um die 100 Euro!) inakzeptabel.

Das Leichtgewichtigste dürften Trinkblasen und Faltflaschen sein. Die finde ich recht fummelig und sie sind umständlich zu reinigen, für mich auch keine Option. Außerdem sollen sie dem Wasser starken Plastikgeschmack verleihen.

Die Lösung: Nalgene HDPE

Nalgene HDPE Weithals Trinkflasche
© gipfelwelt.net

Eines Tages fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: Ich nutzte die Lösung längst. In meinem Kulturbeutel habe ich Fläschchen der us-amerikanischen Firma Nalgene für die Reiseseife. Diese sind geruchsneutral, hitzebeständig, 100 % dicht und spülmaschinenfest. Das Material Polyethylen (PE) ist leicht flexibel ist und übersteht damit Stürze problemlos. Also im Prinzip die Edelvariante der PET Flasche, auf die Puristen beim Wandern seit jeher schwören. Nalgene produziert solche Flaschen in allen möglichen Größen und Varianten. Besonders praktisch sind die Weithals-Flaschen, da sie sich leicht befüllen und reinigen lassen. Geht mal ein Deckel kaputt, lässt er sich nachkaufen.

Fürs Trekking am interessantesten sind die Nalgene HDPE-Flaschen (High-Density-Polyethylen), die leichter als die Nalgene-Flaschen aus normalem PE sind und deren Deckel praktischerweise fest mit der Flasche verbunden ist und somit nicht verlustig gehen kann. Sie sind deutlich leichter – und günstiger – als die offiziellen Nalgene-Trinkflaschen namens Everyday, die aus dem Kunststoff Tritan sind und in der 1 Liter-Variante auf 170 g kommen. Die 1 Liter-HDPE-Variante wiegt hingegen nur 108 g. Mit Preisen um die 10 Euro ist das Ganze auch noch recht erschwinglich.

Bei extremem Klima mag es von Vorteil sein, eine isolierende Flasche dabei zu haben, um Getränke kalt bzw. warm zu halten. Eine Grund-Isolation hat man zwar schon dabei, das ist nämlich das Mikroklima im Rucksack. Doch bei extremeren Außentemperaturen ist das ggf. zu wenig. Auch hier hat Nalgene etwas im Angebot, nämglich das “Bottle Clothing” aus Neopren für Flaschen in 1 Liter-Größe, das 65 g wiegt.

Es gibt außerdem noch eine “Flaschentasche”, die sogar die Funktionalität einer Thermoskanne mitbringt.

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